"Wir wollen eine hohe Partizipation"

„Um Gesundheitsmaßnahmen zu entwickeln, die nicht an den Bedürfnissen der Kolleginnen und Kollegen vorbei gehen, brauchen wir eine hohe Partizipation", sagt Rachel Kallfelz. Sie ist im pme Familienservice gemeinsam mit ihrer Kollegin Petra Dinkelacker für das interne Gesundheitsmanagement verantwortlich.

Was sind die Aufgaben des internen betrieblichen Gesundheitsmanagements?


Rachel Kallfelz: Eine unserer Aufgaben ist es, alle Angebote zur Gesundheitsförderung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent zu machen. Wir weisen zum Beispiel in unserer Mitarbeiterzeitung auf Angebote wie das Betriebliche Eingliederunsmanagement hin und informieren auf unseren Facebook-Seiten darüber, welche Aktionen gerade anstehen.

An jedem unserer Standorte gibt es außerdem einen Sicherheitsbeauftragten, der Ansprechpartner und Multiplikator vor Ort ist. Dafür haben wir mit den Berufsgenossenschaften extra eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die Aspekte zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz aufnimmt.

Laut Studien haben sich Arbeitnehmer offenbar noch nie gestresster gefühlt als in der heutigen Arbeitswelt. Was tun wir, um unsere Mitarbeiter zu entlasten?

Zum einen ist es wichtig, dass unsere Führungskräfte für dieses Thema immer stärker sensibilisiert werden. In unserer pme Akademie bieten wir ihnen deshalb regelmäßig Schulungen an, wie man Anzeichen für psychische Belastungen bei Kolleginnen und Kollegen frühzeitig erkennt und damit umgeht.

Zum anderen bieten wir unseren Mitarbeitern eine große Palette an Fortbildungen, Seminaren und Webinaren zu den Themen Stress, Burnout und Entspannung sowie Ernährung an. Um die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen, wird in einigen Standorten Yoga angeboten. Außerdem können unsere Beschäftigten bei jeglichen Problemen auch eine anonyme 24-Stunden-Hotline nutzen. Kolleginnen und Kollegen, denen körperliche und psychische Belastungen zu schaffen machen oder die aufgrund einer Erkrankung bereits länger ihre Arbeit nicht ausüben konnten, unterstützen wir mit unserem Betrieblichen Eingliederungsmanagement.

Sollte das der Fall sein, und ich falle aufgrund gesundheitlicher oder psychischer Probleme aus – wie kann mich das Betriebliche Eingliederungsmanagement unterstützen?

Wir helfen bei Formalitäten und Behördengängen und beraten, welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Wir sind aber schon vorher da, also bevor der Extremfall eintritt und Beschäftigte über einen längeren Zeitraum ausfallen. Wenn zum Beispiel Kolleginnen und Kollegen merken, dass ihnen alles über den Kopf wächst, sie gestresst sind und vielleicht Sorge haben, mit ihrer Führungskraft darüber zu reden, versuchen wir gemeinsam herauszufinden, was die Gründe für die Belastungen sind und wie wir am besten unterstützen können. Wer zu uns kommt, kann sich sicher sein: Alle Mitglieder des BEM-Teams unterliegen der Schweigepflicht.

Was tun Sie für Ihre Gesundheit? Haben Sie ein paar persönliche Tipps?

Ich fahre am liebsten mit dem Fahrrad zur Arbeit, um einen Ausgleich zur Schreibtischtätigkeit zu haben, und ich versuche mich auch während der Arbeit regelmäßig zu bewegen, in dem ich Kolleginnen eher persönlich aufsuche, anstatt eine Mail zu schreiben. Außerdem sorge ich mit Tee und Wasser dafür, dass ich über den Tag genug trinke. Eine Trinkuhr hilft mir gelegentlich, das Trinken im Stress nicht zu vergessen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Berlin