Angst: Wie können wir entspannter damit umgehen?

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mit Angst entpannter umgehen

19.02.2021
Isabel Hempel
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Angst vor einem Virus, vor dem Fallen, vor zu viel Nähe, vor zu wenig Nähe, vor Verlusten. Wir können das Leben so wahrnehmen, dass ständig das Etikett Angst dran klebt. Zum Glück sind wir Meister im Bewältigen, Wegschieben, Ablenken, medikamentös Herunterregeln, Gewöhnen und Ignorieren. Und großartig, wer ein breites Spektrum an Bewältigungsstrategien beherrscht. pme Lebenslagencoach Matthias Könning beschreibt einen Weg, wie wir aus der Ohnmacht des Angstgefühls herauskommen:

In der Regel gibt es eine Situation wie das Auftauchen eines Virus, ein steiler Abhang vor mir oder eine menschliche Bedrohung mit der Stimme oder der Faust. Ganz schnell reagiert unser autonomes Nervensystem mit Kampf, Flucht oder Erstarren. Dann gibt es einen Gedanken: Wie kann ich das jetzt einschätzen? Wie gefährlich ist es? Habe ich noch Zeit für eine angemessene Reaktion? Zugleich wird in unserem Körper etwas ausgelöst das wir schnell mit einem Gefühlsnamen bezeichnen: Angst!

Grübelkarussell der Angst

Oft beschäftigt uns dann der Gedanke, was wir tun sollen und wie wir das unangenehme Gefühl wieder loswerden. Irgendwann entsteht das Grübel-Karussell, das immer wiederkehrende Angstgefühl und die Angst vor der Angst. Dieses dicke Paket ist uns im Laufe der Jahre sehr vertraut und wir tun viel dafür, das zu vermeiden.

Erste Hilfe: Angst im Körper bewusst spüren

Wie wäre es, wenn wir mal für einen Augenblick nur kurz den Gedanken zulassen und nicht sofort uns von der Angst verschlingen lassen, sondern beim Körper selbst bleiben. Genauer bei dem, was das, was gerade geschieht, wo in unserem Körper auslöst? Wie geht das, was geschieht dabei und inwiefern kann das hilfreich sein?

Schwitzen, zugeschnürter Hals, stockende Atmung

Es gibt immer eine Reaktion im Körper. Wir schwitzen, hören auf zu atmen, im Brustbereich kann sich etwas zusammenziehen, der Hals kann sich zugeschnürt anfühlen. Da gibt es ein Klopfen oder Pochen, Es wird warm oder kalt. Es fühlt sich bei Gefahren besonders unangenehm an. Anstatt zu denken, können wir in den Körper hineinspüren.

Sie schließen die Augen und denken kurz an Ihr Thema. Dann reagiert der Körper und Sie beobachten und nehmen wahr, was da gerade auftaucht. Sie stellen sich vor, dass Sie sich einfach daneben setzen in einem Abstand, wie es sich besser anfühlt. Vielleicht mögen Sie ganz nah dran sein oder lieber weiter weg. Dann beobachten Sie das, was sich da im Körper zeigt. Wie groß ist es? Hat es eine Farbe oder eine Form? Verändert es sich oder wandert es?

Spüren hilft gegen die Ohnmacht

Sie können mit dem, was da auftaucht, Kontakt aufnehmen. Sie können „Hallo?“ sagen und abwarten, ob dieser Teil im Körper reagiert. Dann taucht vielleicht ein Impuls auf. Sie möchten tiefer atmen oder seufzen. Oder die Hand da hinlegen und spüren, ob es dadurch leichter wird. Sie können die Position der Wahrnehmung verändern, indem Sie wieder näher ran gehen oder weiter weg. Sie bleiben einfach dabei, ohne etwas damit zu machen. Sie werden vielleicht erfahren, dass das Unangenehme ein wenig zurückweicht. Dass es sich ein wenig angenehmer anfühlt. Dass es Ihnen guttut, in der Ohnmacht etwas machen zu können.

Körperarbeit macht uns wieder handlungsfähig

Eine angstauslösende Situation führt häufig in eine Hilflosigkeit. Die „Arbeit“ mit dem Körper unterstützt Sie dabei, wieder handlungsfähig zu werden. Im Körper zeigt sich die ganze Wahrheit auf völlig ehrliche Art und Weise. Es lohnt sich, eher zu spüren als ständig die gleichen Gedanken zu denken und dann unangenehme Gefühle zu bekommen. Die Idee heißt also: Weder weg von der Angst noch Angriff oder Erstarrung. Sondern sich freundlich daneben setzen und spüren, ob mehr und mehr ein kleiner Freiraum entstehen kann.

 

 

Über den pme Familienservice

Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte darin, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können. 

 

 

Matthias Könning pme Familienservice

Matthias Könning ist Systemischer Supervisor und Familientherapeut (DGSF), ausgebildeter Konfliktklärungshelfer und Fachberater Lebenslagen-Coaching beim pme Familienservice.

 

 

 

 

 

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