Vier Kleinkinder sitzen nebeneinander, klatschen und schauen zur Betreuungsperson
Eltern & Kind

Kita oder Tagesmutter? So finden Sie die passende Kinderbetreuung

Die Entscheidung, wie ein Kind betreut werden soll, beschäftigt viele Eltern früher oder später. Schließlich geht es nicht nur darum, wer das Kind während der Arbeitszeit betreut, sondern auch darum, wo es sich wohlfühlt, gefördert wird und Vertrauen entsteht. Beide Betreuungsformen haben ihre Stärken und können – je nach Kind, Familie und individuellen Bedürfnissen – die richtige Wahl sein.  

In diesem Beitrag erfahren Sie, worin sich Kita und Kindertagespflege unterscheidenund welche Betreuung am besten zu Ihrer Familie passen könnte. 

Fachexpertin: Rebecca Brielmaier, ausgebildete Erzieherin, Pädagogin und Fachberaterin im Bereich Eltern & Kind bei pme Familienservice.

Kinderbetreuung in der Kita oder Kindertagespflege?

Kita und Kindertagespflege sind rechtlich gleichgestellt: Beide erfüllen denselben gesetzlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag nach § 24 SGB VIII und der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt für beide Formen gleichermaßen. Sie unterscheiden sich jedoch konkret in Gruppengröße, Betreuungsort, Anzahl der Betreuungspersonen sowie im Alter der betreuten Kinder.

Kinder in Deutschland haben ab ihrem ersten Geburtstag bis zum Schuleintritt einen gesetzlichen Anspruch auf frühkindliche Förderung. Das bedeutet: Eltern haben das Recht auf die Bereitstellung eines geeigneten Betreuungsplatzes in einer Kindertageseinrichtung (Kita) oder in der Kindertagespflege, der den gesetzlichen Qualitätsanforderungen entspricht. 

Geregelt ist dieser Anspruch im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) unter § 24 SGB VIII.

Was ist der Unterschied zwischen Kita und Kindertagespflege?  

Auf den ersten Blick verfolgen sowohl die Kindertagesstätte (Kita) als auch die Kindertagespflege dasselbe Ziel:  

  • Kinder werden liebevoll betreut,  
  • in ihrer Entwicklung begleitet und auf ihrem Weg unterstützt 
  • und lernen soziale Beziehungen aufzubauen. 

Dennoch unterscheiden sich beide Betreuungsformen in einigen wichtigen Punkten.  

Beide Betreuungsformen sind rechtlich gleichgestellt 

Rechtlich und im Sinne des Gesetzes ist die Kindertagespflege (durch Tagesmütter oder Tagesväter) der Betreuung in einer Kita im Hinblick auf den Förderauftrag und den gesetzlichen Anspruch gleichgestellt. Beide gehören zur öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe nach dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) und haben denselben gesetzlichen Auftrag für Erziehung, Bildung und Betreuung. Auch der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt für beide Formen gleichermaßen. 

Was macht eine Kindertagesstätte (Kita) aus? 

Eine Kindertagesstätte (Kita) ist eine Einrichtung zur Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern:

  • Je nach Einrichtung werden Kinder vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt in größeren Gruppen betreut: In Krippen sind es Gruppen von bis zu 12 Kindern. Im Kindergarten sind die Gruppen meist größer, der Betreuungsschlüssel ist nach Bundesland unterschiedlich.  
  • Die Betreuung erfolgt durch staatlich anerkannte pädagogische Fachkräfte wie Erzieher:innen, Pädagog:innen, Sozial- oder Heilpädagogi:nnen, häufig unterstützt durch Kinderpfleger:innen und Ergänzungskräfte.  
  • Der Alltag ist klar strukturiert und orientiert sich am pädagogischen Konzept der jeweiligen Einrichtung und des Trägers.  
  • Die Betreuung kann je nach Einrichtung in Teil- oder Ganztagsform erfolgen.  
  • Die Öffnungszeiten variieren je nach Kita bzw. Kita-Träger. 

 
 

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Als Träger von über 80 Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen bieten wir qualitativ hochwertige Pädagogik und flexible Kinderbetreuung an. Finden Sie die pme-Kita in Ihrer Nähe

Was macht die Kindertagespflege aus? 

Die Kindertagespflege, auch Betreuung durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater genannt, bietet Kindern eine familiäre und individuelle Betreuung: 

  • In kleinen Gruppen von bis zu fünf Kindern werden überwiegend Kinder bis drei Jahre betreut. Durch die kleine Gruppengröße können Kinder besonders intensiv begleitet werden und eine vertrauensvolle Beziehung zur Betreuungsperson aufbauen. 
  • Die Betreuung findet in der Regel im Haushalt der Kindertagespflegeperson statt. 
  • Der Alltag orientiert sich an einem individuellen Betreuungskonzept, das die Bedürfnisse, den Entwicklungsstand und die Interessen der Kinder berücksichtigt.  
  • Die Betreuung wird durch das Jugendamt öffentlich gefördert.  
  • Eltern leisten in der Regel einen Beitrag, dessen Höhe sich nach den regionalen Regelungen richtet und beim zuständigen Jugendamt erfragt werden kann. 
  • Im Krankheitsfall der Betreuungsperson sollte eine Ersatzbetreuung über das Jugendamt geregelt sein. In der Praxis hängt die Verfügbarkeit einer Vertretung jedoch von den regionalen Möglichkeiten und dem vorhandenen Netzwerk ab. 


 

Damit Kindertagespflegepersonen diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen können, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese können je nach Bundesland unterschiedlich sein. Grundsätzlich gehören dazu:  

  • pädagogische Qualifikation, 
  • persönliche Eignung,  
  • geeignete und sichere Betreuungsräume, 
  • ein erweitertes Führungszeugnis zum Schutz der Kinder. 

Um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, benötigen Sie eine pädagogische Qualifikation. Diese können Sie durch einen Kurs zur Kindertagespflege erwerben, der von Jugendämtern oder anderen Trägern angeboten wird: Tagesmutter werden: Ausbildung & Voraussetzungen 

Die Großtagespflege als alternative Betreuungsform

Auch die Großtagespflege gehört zur Kindertagespflege. Dabei schließen sich mehrere Kindertagespflegepersonen zusammen und betreuen gemeinsam eine kleine Gruppe von Kindern – häufig in angemieteten, kindgerecht ausgestatteten Räumen.

So verbindet diese Betreuungsform die überschaubare Gruppengröße der Kindertagespflege mit der Betreuung durch mehrere Personen. Gruppengröße und Rahmenbedingungen können regional unterschiedlich sein. 

Können Kita und Tagespflege kombiniert werden? 

Ja, in bestimmten Fällen können Kita und Kindertagespflege miteinander kombiniert werden. Diese Form der Betreuung ist eher selten und wird häufig als “ergänzende Kindertagespflege” bezeichnet.  

Die Kombination kommt dann infrage, wenn  

  • die Öffnungszeiten der Kita nicht mit den Arbeitszeiten der Eltern übereinstimmen  
  • oder zusätzliche Betreuungszeiten benötigt werden. 

Ein Beispiel: Ein Kind besucht am Vormittag eine Kita und wird anschließend am Nachmittag oder in Randzeiten durch eine Kindertagespflegeperson betreut. Auch bei besonderen Arbeitszeiten oder einem erhöhten Betreuungsbedarf kann eine ergänzende Kindertagespflege eine passende Lösung sein. 

Ob eine solche Kombination möglich ist und ob sie finanziell gefördert wird, hängt von den Regelungen der jeweiligen Kommune und dem zuständigen Jugendamt ab. Familien sollten sich daher frühzeitig informieren und ihren individuellen Betreuungsbedarf gemeinsam mit dem Jugendamt oder den Betreuungseinrichtungen besprechen. 

Ein Gedanke von Rebecca Brielmaier für Eltern  

Gerade bei Kindern unter drei Jahren lohnt es sich, darauf zu achten, welche Betreuungssituation dem Kind Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Vertraute Bezugspersonen und verlässliche Abläufe spielen in diesem Alter eine wichtige Rolle.  

Eine Kombination aus Kita und Kindertagespflege kann eine gute Lösung sein, wenn sie zum Kind und zum Familienalltag passt und die Übergänge zwischen den Betreuungssituationen gut begleitet werden. Manche Kinder profitieren von unterschiedlichen Erfahrungen und Umgebungen, während andere mehr Ruhe und Kontinuität benötigen. 

Was ist teurer – Kita oder Tagesmutter?  

Ob eine Kita oder eine Kindertagespflege teurer ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.  

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, z. B.:

  • Wohnort
  • Betreuungsumfang
  • Einkommen der Eltern
  • Regelungen des jeweiligen Bundeslandes bzw. der Kommune

Auch die Trägerschaft einer Kita kann einen Einfluss auf die Kosten haben. Es gibt z. B. städtische Kitas, private Kitas sowie Elterninitiativen:  Während sich die Beiträge bei öffentlichen Trägern häufig nach den kommunalen Gebührenordnungen richten, können private Träger eigene Beitragsmodelle haben. Elterninitiativen setzen oft ein besonderes Engagement der Familien voraus und können ebenfalls eigene Kosten- oder Beteiligungsmodelle anbieten. 


 Wie finde ich die passende Betreuung für mein Kind? 

Die Suche nach der passenden Betreuung beginnt mit der Frage: Was passt zu meinem Kind und zu unserer Familie?  

"Nicht jede Betreuungsform ist für jedes Kind und jede Familiensituation gleichermaßen geeignet. Die beste Betreuungsform ist die, die zum Kind, zum Familienalltag und zu den individuellen Bedürfnissen aller Beteiligten passt." – Rebecca Brielmaier, Erzieherin, Pädagogin und Fachberaterin im Bereich Eltern & Kind bei pme Familienservice.

1. Wünsche und Bedürfnisse herausfinden

Überlegen Sie zunächst, welche Wünsche und Bedürfnisse Sie für Ihr Kind haben und welche Rahmenbedingungen im Familienalltag wichtig sind. 

2. Betreuungsmöglichkeiten in der Umgebung finden

Informieren Sie sich, welche Betreuungsmöglichkeiten es in Ihrer Umgebung gibt und welche Angebote zu Ihrer Situation passen. Eine persönliche Beratung kann helfen, einen Überblick über die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten zu bekommen. 

3. Einrichtungen und Betreuungspersonen kennenleren

Lernen Sie verschiedene Einrichtungen und Betreuungspersonen kennen:  Viele Kitas bieten Tage der offenen Tür oder Besichtigungstermine an. Auch bei einer Kindertagespflegeperson kann nachgefragt werden, ob ein Kennenlernen oder ein Besuch vorab möglich ist. Der persönliche Eindruck spielt eine wichtige Rolle – denn neben den Rahmenbedingungen ist auch das eigene Gefühl entscheidend. 

Sie haben Fragen zur Kita-Eingewöhnung? In diesem Beitrag erhalten Sie Tipps zur aus der pme Elternberatung: Behutsamer Kita-Start: So klappt die Eingewöhnung

4. Angebote vergleichen

Nehmen Sie sich daher Zeit, die verschiedenen Betreuungsformen und Angebote in Ihrer Region zu vergleichen. Denn die richtige Entscheidung ist die, bei der sich Ihr Kind wohlfühlt und die den Bedürfnissen Ihrer Familie am besten gerecht wird. 

Sie sind sich unsicher, welche Betreuung zu Ihrem Kind passt? 

Unsere Elternberater:innen unterstützen Sie bei der Wahl der passenden Kinderbetreuung. Jetzt pme Elternberatung anfragen.

Persönlich und vertraulich: Wir sind online, telefonisch und vor Ort für Sie da.  

Hilfreiche Fragen, die bei der Entscheidung für die passende Kinderbetreuung helfen können: 

Was braucht mein Kind? 

  • Wie alt ist mein Kind und welcher Entwicklungsstand liegt vor? 
  • Fühlt sich mein Kind in einer größeren Gruppe wohl oder benötigt es eher eine ruhige, überschaubare Umgebung? 
  • Braucht mein Kind besonders viel Nähe, feste Bezugspersonen und einen strukturierten Alltag? 
  • Wie geht mein Kind mit neuen Situationen und Veränderungen um? 

Welche Betreuungsform passt zu unserem Alltag? 

  • Welche Betreuungszeiten benötigen wir? 
  • Brauchen wir eine flexible Betreuung oder feste Zeiten? 
  • Wie gut lassen sich Öffnungszeiten und Arbeitszeiten miteinander vereinbaren? 
  • Wie wichtig sind kurze Wege und eine gute Erreichbarkeit? 

Welche Betreuung wünschen wir uns für unser Kind? 

  • Welche Werte und Vorstellungen sind uns in der Betreuung wichtig? 
  • Welche pädagogischen Schwerpunkte passen zu unserer Familie? 
  • Wünschen wir uns eher eine familiäre Betreuung in kleiner Gruppe oder viele soziale Kontakte in einer größeren Gemeinschaft? 
  • Wie wichtig sind uns feste Bezugspersonen und eine enge Zusammenarbeit mit der Betreuungsperson? 

Fühlen wir uns mit der Betreuung wohl? 

  • Haben wir beim Kennenlernen ein gutes Gefühl? 
  • Wirkt die Umgebung freundlich, sicher und kindgerecht? 
  • Wie wird die Eingewöhnung gestaltet? 
  • Wie werden Eltern einbezogen und informiert? 
     

FAQ: Häufige Fragen zu Kita vs. Tagesmutter 

Was ist der Unterschied zwischen Kita und Kindertagespflege? 

In einer Kita werden Kinder meist in größeren Gruppen von mehreren pädagogischen Fachkräften betreut. Die Kindertagespflege bietet in der Regel eine kleinere, familiäre Betreuungsgruppe mit einer festen Kindertagespflegeperson. Eine weitere Form ist die Großtagespflege, in der sich mehrere Kindertagespflegepersonen zusammenschließen und gemeinsam eine kleine Gruppe betreuen. 

Was ist teurer: Kita oder Tagesmutter? 

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten hängen unter anderem von dem Wohnort, dem Betreuungsumfang, dem Einkommen der Eltern und dem jeweiligen Träger oder Jugendamt ab. Auch für die Kindertagespflege können je nach Region unterschiedliche Beiträge und zusätzliche Kosten anfallen. 

Welche Vorteile hat eine Tagesmutter gegenüber einer Kita? 

Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater betreut Kinder meist in einer kleinen Gruppe und kann dadurch besonders individuell auf deren Bedürfnisse eingehen. Für viele Kinder bietet die familiäre Atmosphäre mit einer festen Bezugsperson zusätzliche Sicherheit und Verlässlichkeit. 

Welche Nachteile kann die Kindertagespflege haben? 

Die Betreuung hängt stärker von einer einzelnen Kindertagespflegeperson ab. Bei Krankheit oder Urlaub ist deshalb eine verlässliche Vertretungsregelung besonders wichtig. Außerdem müssen Eltern häufig zum dritten Geburtstag ihres Kindes einen neuen Betreuungsplatz suchen, wenn die Kindertagespflegeperson nur Kinder bis drei Jahre betreut. 

Für wen eignet sich eine Kita, für wen eine Tagesmutter? 

Eine Kita kann gut passen, wenn Eltern sich größere Gruppen, vielfältige soziale Kontakte und die Betreuung durch ein Team wünschen. Die Kindertagespflege kann besonders geeignet sein, wenn eine kleine Gruppe, eine familiäre Umgebung und eine feste Bezugsperson wichtig sind. Entscheidend sind immer das Kind, sein Entwicklungsstand und der Familienalltag. 

Worauf sollten Eltern bei der Auswahl achten? 

Eltern sollten insbesondere auf die Betreuungszeiten, die Gruppengröße, feste Bezugspersonen, die Eingewöhnung, den Umgang mit Krankheit und Ausfällen sowie die Atmosphäre vor Ort achten. Ein persönliches Kennenlernen hilft dabei einzuschätzen, ob sich das Kind und die Familie mit der Betreuung wohlfühlen. 

null Hilfreiche Tipps für entspannter Wechseljahre

Fröhliche Frau im mittleren Alter
Body & Soul

Von Brainfog bis Jobstress: Wechseljahre meistern

Die Wechseljahre sind ein großer Einschnitt im Leben einer Frau. Anna Kipp-Menke, systemische Beraterin, und Giannina Schmelling, zertifizierte Ernährungsberaterin haben hilfreiche Tipps für einen guten Umgang mit häufigen Beschwerden.

Was passiert im Körper während der Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind eine wichtige Lebensphase, die rund 9 Millionen Frauen in Deutschland betrifft. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich: Etwa ein Drittel spürt starke Beschwerden, ein weiteres Drittel mäßige und ein Drittel kaum Symptome.

Während dieser Phase verändert sich der Hormonhaushalt tiefgreifend. Das wirkt auf den ganzen Körper. Meist zeigen sich Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme und Gewichtszunahme.

Wichtiger Tipp: Regelmäßige Bewegung unterstützt den Körper und das Gehirn und kann Beschwerden mindern.

Wann beginnen die Wechseljahre und wie lange dauern sie?

Wechseljahre können schon Ende 30 mit ersten hormonellen Veränderungen beginnen – also lange vor dem Ausbleiben der Regelblutung (Menopause).

Die Symptome entstehen zunächst durch einen Mangel an Progesteron, dessen Spiegel in den Wechseljahren als erstes abnimmt. Erst im Anschluss daran sinkt auch der Östrogenspiegel.

Die hormonellen Veränderungen können sich dabei über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren erstrecken. Deshalb unterscheidet man zwischen Prämenopause, Perimenopause und Postmenopause.

Was bewirkt die Menopause im Gehirn?

Viele Frauen leiden während der Menopause unter Konzentrationsproblemen und „Brainfog“. Das Gehirn reagiert auf die sinkenden Östrogenspiegel und passt sich an. Dabei kommt es zu vorübergehenden Veränderungen.

Diese neurologischen Symptome ähneln denen in anderen Lebensphasen wie Pubertät oder Schwangerschaft. Das Gehirn macht quasi ein hormonelles „Update“ und baut neue Vernetzungen auf.

 Was ist die Menopause, was die Perimenopause?

Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Menstruation und damit das Ende der Fruchtbarkeit (Fortpflanzungsfähigkeit). Er wird rückwirkend festgestellt, nachdem eine Frau 12 Monat lang keine Monatsblutung mehr hatte. Durchschnittlich tritt die Menopause im Alter von 52 Jahren ein.

Die Perimenopause ist die Übergangsphase der Wechseljahre, die zur Menopause führt. In dieser Zeit beginnen die Eierstöcke allmählich weniger Östrogen und Progesteron zu produzieren, was zu körperlichen und emotionalen Veränderungen führen kann. Sie beginnt im Durchschnitt mit 47,5 Jahren und dauert im Schnitt 4 bis 7 Jahre. 

Warum sind die Wechseljahre evolutionär sinnvoll?

Die Menopause ist keine Krankheit oder Strafe. Viele Forschende vermuten, sie ist evolutionär sinnvoll. Denn „Großmütter spielen eine wichtige Rolle“, indem sie Familien unterstützen und Wissen weitergeben. Die Menopause bereitet Frauen auf diese neue Aufgabe vor.

So gelingt ein positives Mindset in den Wechseljahren

Wie Frauen die Wechseljahre erleben, hängt stark ihrer Einstellung ab. Wer diese Zeit als Chance statt als Krise sieht, erlebt oft mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein.

Diese Phase kann der Start für neue berufliche Wege, Beziehungen oder persönliche Ziele sein. Eine positive Haltung fördert das Wohlbefinden und hilft, Herausforderungen besser zu meistern.

6 Tipps für entspanntere Wechseljahre 

Das hilft gegen Konzentrationsprobleme und "Brainfog"

  • Akzeptieren Sie diese Symptome als vorübergehend.
  • Nutzen Sie Tracker für wichtige Dinge und ein festes Ablagesystem.
  • Legen Sie schwierige Aufgaben in Zeiten, in denen Sie sich gut konzentrieren können.
  • Atemübungen wie die 4-7-8-Übung bringen Klarheit in Ihre Gedanken.
  • Vermeiden Sie Multitasking. Erledigen Sie Aufgaben nacheinander.
  • To-do-Listen und Kalender bringen Struktur und Ruhe.

Bewegung: Eine Wunderwaffe gegen Wechseljahrsbeschwerden

Ausdauer- und Krafttraining, sowie Gleichgewichts- und Flexibilitätstraining wirken Wunder. Sie regulieren das Gewicht, senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verbessern Schlaf und Stimmung. Schon regelmäßige Spaziergänge steigern das Wohlbefinden.

Die richtige Ernährung für die Wechseljahre

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren Gewicht zu, vor allem am Bauch. Das erhöht Krankheitsrisiken. Eine ballaststoffreiche, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung hilft, den Stoffwechsel und die Gehirnfunktion zu unterstützen.

So vermeiden Sie Blutzuckerspitzen:

  • Bevorzugen Sie unverarbeitete Lebensmittel.
  • Essen Sie ausgewogen mit Proteinen, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten.
  • Machen Sie 4-5 Stunden Pausen zwischen den Mahlzeiten. Empfehlenswert: 3 Mahlzeiten täglich.

Empfehlenswerte Lebensmittel in den Wechseljahren

  • Omega-3-reiche Lebensmittel wie Leinöl, Chiasamen, fetter Fisch, Walnüsse und Avocado wirken entzündungshemmend.
  • Proteine in Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten und Milch helfen die Muskelmasse zu erhalten.
  • Gemüse, Vollkornprodukte und Nüsse fördern die Verdauung und stabilisieren den Blutzucker.
  • Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Vermeiden Sie Kaffee und Alkohol, da sie Hitzewallungen verstärken können.

So lindern Sie Hitzewallungen

  • Tragen Sie Kleidung aus Naturfasern wie Wolle, Seide oder Baumwolle.
  • Nutzen Sie die Zwiebeltechnik: Mehrere dünne Schichten statt einer dicken.
  • Bevorzugen Sie Kleidung, die Arme und Hals frei lässt, z. B. Westen.
  • Tragen Sie Stofftaschentücher, Erfrischungstücher oder ein Fläschchen Kölnisch Wasser bei sich.
  • Offenes Ansprechen im Job kann helfen, z. B. „Ich mache kurz eine Pause zum Frischmachen.
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Die Wechseljahre sind nicht das Ende, sondern eine wertvolle Chance für einen neuen Lebensabschnitt. Nehmen Sie die körperlichen Veränderungen liebevoll an und nutzen Sie die Zeit, um gut mit sich selbst in Kontakt zu kommen."
Anna Kipp-Menke, Systemische Beraterin

 

 


 

Wechseljahre und Job: Warum es wichtig ist, darüber zu reden 

Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden fallen am Arbeitsplatz oft durch das Raster. Während bei Grippe krankgemeldet wird, müssen Frauen Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Konzentrationsschwierigkeiten meist verschweigen und normal weiterarbeiten.

Die Studie „Menosupport“ (2023) zeigt, dass Beschwerden Karriereentscheidungen beeinflussen und Frauen teilweise Stundenzahl reduzieren oder früher in Rente gehen.
Fakten aus der Studie:

  • 68 % wünschen sich offenere Kommunikation.
  • 57 % wollen mehr Unterstützung von Arbeitgebern.
  • 24 % reduzieren wegen Beschwerden ihre Arbeitszeit.
  • 19 % planen einen vorzeitigen Ruhestand.

Wie Arbeitgeber Frauen in den Wechseljahren unterstützen können

Offene Kommunikation fördern

Ein offenes Klima hilft, Tabus abzubauen. Frauen können so besser über Beschwerden sprechen und Hilfen erhalten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement einbinden

Infos zu hormonellen Veränderungen, Ernährung und Prävention unterstützen Frauen gezielt.

Entlastung im Arbeitsalltag anbieten

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Homeoffice bei Belastung
  • Ruheräume für kurze Pausen
  • Einfache Krankmeldungen

Psychosoziale Unterstützung ermöglichen

  • Psychologische Beratung (Betriebspsychologen).
  • Coaching und Mentoring speziell für Frauen.
  • Kurse zu Stressbewältigung, Meditation, Yoga, Achtsamkeit.
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 Buchtipp: Das Gehirn in der Menopause von Dr. Lisa Mosconi

Dr. Mosconi regt ein neues Bewusstsein für die Menopause an. Sie betrachtet sie nicht als Ende, sondern als wichtigen Übergang mit Chancen für Wachstum.
dtv Verlag, München, 2025

 

FAQ – häufige Fragen zu den Wechseljahren

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Die Wechseljahre dauern etwa 4 bis 7 Jahre. Die Symptome treten meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf.

Hilft Bewegung wirklich gegen Beschwerden?

Ja. Sport verbessert die Stimmung, reguliert das Gewicht, fördert den Schlaf und kann Symptome wie Hitzewallungen lindern.

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren sinnvoll?

Eine ballaststoffreiche, vitaminreiche und ausgewogene Ernährung mit gesunden Fetten und Proteinen unterstützt den Stoffwechsel und das Gehirn.

Wie kann ich Hitzewallungen schnell lindern?

Tragen Sie leichte Kleidung, nutzen Sie wie empfohlen die Zwiebeltechnik, und kühlen Sie sich bei Bedarf mit Erfrischungstüchern oder einem Ventilator.

Kann der Arbeitgeber mich in den Wechseljahren unterstützen?

Ja. Offene Kommunikation, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Ruheräume und psychosoziale Unterstützung sind wichtige Hilfeangebote.