Auszubildende der School of Participation stehen zusammen in der Gruppe
Führung & HR

Vom Mitmachen zum Mitgestalten: So gelingt Partizipation im Unternehmen

Komplexe Herausforderungen lassen sich selten allein lösen. Sie brauchen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven sowie Räume, in denen auch Widersprüche sichtbar werden. Partizipation ist deshalb mehr als Mitbestimmung und gute Moderation. Sie ist Handwerk, Führungskompetenz und gelebte Demokratie.  

Genau hier setzt die School of Participation an, in deren erstem Pilotlehrgang zwei Teammitglieder des pme Familienservice zu Partizipationsgestalter:innen ausgebildet werden. Die Ausbildung soll als Überprüfung und Korrektiv dienen, neue Impulse ins Unternehmen bringen und zeigen, wie Beteiligung im Arbeitsalltag konkret gelingt. 

Was bedeutet Partizipation im Unternehmen? 

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt Partizipation als die aktive Beteiligung von Mitgliedern einer Organisation an ihren gemeinsamen Angelegenheiten. 

Auf den Unternehmenskontext übertragen heißt das:  

  • Mitarbeitende werden einbezogen,  
  • können ihre Perspektiven und Erfahrungen einbringen  
  • und innerhalb eines klaren Rahmens an der Gestaltung von Prozessen und Lösungen mitwirken. 

"Gute Partizipation überzeugt durch das Aushandeln von unterschiedlichen Perspektiven und Widersprüchen und ist damit gelebte Demokratie." – Dr. Ruth Beilharz, Dipl. Betriebswirtin, Supervisorin, systemische Beraterin und Teil des Leitungsteams der School of Participation 

Partizipation im Unternehmen heißt nicht, jede Entscheidung an ein großes Plenum zu geben. Es geht vielmehr darum, bewusst zu entscheiden, wer wann und wie beteiligt wird.

Gute Beteiligung  

  • macht unterschiedliche Perspektiven sichtbar,  
  • schafft Transparenz  
  • und erhöht die Chance, dass Lösungen von den Menschen mitgetragen werden, die von ihnen betroffen sind. 

"Wenn Partizipation klar definiert und im Konsens mit den Unternehmenswerten verankert ist, können Entscheidungswege deutlich schneller werden." – Nils Hofert, Leiter der Personalabteilung bei pme Familienservice

Für Nils Hofert, Leiter der Personalabteilung bei pme Familienservice, gehört dazu auch die Bereitschaft, die eigenen Strukturen kritisch zu prüfen:  

  • Sind die Entscheidungswege nachvollziehbar?  
  • Werden regionale und kleinere Einheiten ausreichend einbezogen?  
  • An welchen Stellen ist eine breite Beteiligung sinnvoll – und wo braucht es eine klare Entscheidung durch Einzelne? 

Partizipation als Zukunftskompetenz für moderne Führung 

Arbeitswelten werden komplexer, Veränderungsprozesse schneller und Entscheidungen anspruchsvoller. Gleichzeitig möchten viele Mitarbeitende

  • ihre Perspektive einbringen,
  • Verantwortung übernehmen
  • und Einfluss auf Entwicklungen nehmen. 

Dr. Ruth Beilharz, Partizipationsexpertin und Teil des Leitungsteams der School of Participation, sieht darin eine zentrale Aufgabe moderner Führung:  

  • Menschen sollten nicht lediglich über Veränderungen informiert, sondern zu Beteiligten gemacht werden.
  • Transparente Information, echte Mitgestaltung und das gemeinsame Aushandeln unterschiedlicher Perspektiven können Identifikation und Verantwortungsgefühl stärken. 

Sie versteht Partizipation deshalb auch als „Art of Leading“: die Kunst, Menschen in komplexen Situationen zu führen, ohne ihre Perspektiven und ihre Selbstwirksamkeit aus dem Prozess zu verdrängen.  Für Unternehmen wird diese Fähigkeit zu einer wichtigen Zukunftskompetenz. 

"Die Kunst des Führens zu erlernen, ist für Unternehmen zunehmend ein Asset, das sie von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheiden wird." – Dr. Ruth Beilharz, Leitungsteam der School of Participation 

Work:Life-Akademie – Für starke Führungskräfte und Teams

Die Work:Life-Akademie des pme Familienservice bietet eine breite Palette an Seminaren und Trainings für Unternehmen zur Führungskräfteentwicklung und zur Mitarbeiterentwicklung.

Egal ob in Präsenz, digital oder als Blended-Learning oder Blended-Coaching – unsere Seminare und Trainings passen wir flexibel an die Bedürfnisse Ihrer Teams und Führungskräfte an.

Systemisch, lösungsorientiert und praxisnah: Work:Life-Akademie

Partizipation als ein Handwerk verstehen

Wenn Menschen gemeinsam Lösungen entwickeln sollen, reicht es nicht, sie einfach zu einer Besprechung einzuladen. Es braucht  

  • einen guten Rahmen,  
  • klare Methoden  
  • und eine Haltung, die unterschiedliche Sichtweisen ernst nimmt.  

Die Ausbildung zur Partizipationsgestalter:in bei der School of Participation verbindet deshalb theoretische Grundlagen mit praktischer Anwendung. Die Teilnehmenden lernen Methoden kennen und setzen sich gleichzeitig mit einer demokratischen Grundhaltung auseinander:  

  • Wie können Menschen auf Augenhöhe miteinander arbeiten?  
  • Wie lassen sich soziale Räume gestalten und halten?  
  • Wie werden aus unterschiedlichen Perspektiven tragfähige Lösungsvorschläge? 

"Die Begleitung solcher Prozesse und das Halten von sozialen Räumen ist mehr als Moderation. Es ist ein Handwerk, das gelernt werden muss" – Dr. Ruth Beilharz, Leitungsteam der School of Participation 

Die Ausbildung setzt diesen Anspruch selbst um: Der erste Ausbildungslehrgang, an dem aktuell zwei Teammitglieder des pme Familienservice teilnehmen, ist partizipativ gestaltet, d. h. die Teilnehmenden können ihre Erfahrungen und ihr Feedback einbringen und so an der Weiterentwicklung des Angebots mitwirken. 

Über die School of Participation

Die School of Participation ist eine Kooperation mit dem Bildungswerk Mehr Demokratie. Sie bildet Partizipationsgestalter:innen für Gesellschaft, Politik, Unternehmen und NGOs aus. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit, demokratische Teilhabe und damit demokratische Strukturen zu stärken. 

Unternehmen als Lernorte für Demokratie 

Laut Ruth Beilharz haben Unternehmen nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Bedeutung: Wo Menschen regelmäßig erleben, dass

  • unterschiedliche Perspektiven gehört,
  • Widersprüche ausgehandelt
  • und Entscheidungen transparent gemacht werden, kann Demokratie im Alltag erfahrbar werden. 

"Unternehmen können durch ihre Art zu führen zu wichtigen Lernorten für demokratisches Verhalten werden." – Dr. Ruth Beilharz, Leitungsteam der School of Participation 

Für pme verbindet sich die Förderung von Partizipation deshalb mit der Frage: 

Wie können Zusammenarbeit, Führung und gesellschaftliche Verantwortung zusammengedacht werden?

Warum pme in Partizipation investiert 

Partizipation ist für pme nicht nur ein gesellschaftlich relevantes Thema, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der eigenen Unternehmenskultur. Dazu gehört,

  • Demokratie im Arbeitsalltag zu stärken,
  • offen und zukunftsorientiert neue Wege zu gehen,
  • die eigenen Strukturen und Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln,
  • Vielfalt als Stärke zu verstehen
  • und Mitarbeitende aktiv einzubinden und in ihrer Entwicklung zu fördern. 
Gründerin Gisela Erler lebt es vor! 

Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung gehören zur Geschichte von pme:

Als Gründerin des pme Familienservice, Sozialwissenschaftlerin, Autorin und ehemalige Staatsrätin für Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg hat sich Gisela Erler jahrzehntelang für Teilhabe, demokratische Gesprächskultur und konkrete Unterstützung für Familien eingesetzt.

Für ihr gesellschaftliches Engagement wurde Gisela Erler 2025 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet

 

Ausschlaggebend für die Teilnahme zweier pme-Temmitglieder an der Ausbildung zur Partizipationsgestalter:in war insbesondere die Verbindung von

  • einer demokratischen Haltung,  
  • konkretem methodischem Wissen  
  • und der Relevanz für die eigene Kundenarbeit. 

Die Kooperation mit der School of Participation verbindet persönliche Weiterentwicklung mit Organisationsentwicklung. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, die eigenen Prozesse kritisch zu hinterfragen und Erfahrungen mit anderen teilnehmenden Unternehmen auszutauschen. 

"Wir wollen unsere eigenen Prozesse kritisch prüfen: Sind wir wirklich so partizipativ, wie wir glauben?" – Nils Hofert, Leiter der Personalabteilung bei pme Familienservice

Zwei pme-Mitarbeitende, zwei persönliche Wege zur Partizipation 

Philip Schmidt, Geschäftskundenbetreuer: Beteiligung braucht passende Methoden 

Das Konzept der Partizipation ist Philip Schmidt bereits aus seinem Studium der Sozialpädagogik vertraut. Die Ausbildung an der School of Participation eröffnet ihm die Möglichkeit, tiefer einzusteigen:

  • Er erlebt die Ausbildung als vielfältig, sowohl in der thematischen Breite als auch in der Anzahl der Methoden.
  • Besonders ist aus seiner Sicht der Aufbau der Ausbildung, denn erst wird eine demokratische Grundhaltung vermittelt, bevor es ins Methodische geht.
  • Er schätzt es sehr, dass sie als Teilnehmende den ersten Lehrgang partizipativ mitgestalten und sich einbringen können.

Die Verbindung von Partizipation, Transformation und Change ist für ihn besonders spannend:

"Wenn Menschen frühzeitig beteiligt werden, können unterschiedliche Sichtweisen und mögliche Widerstände sichtbar werden, bevor sie einen Veränderungsprozess erschweren”. – Philip Schmidt, Geschäftskundenbetreuer bei pme Familienservice

Dabei braucht nicht jede Situation dasselbe Format. Entscheidend ist, die passende Methode für  

  • die jeweilige Gruppe,
  • Fragestellung
  • und Entscheidung zu wählen. 

Für seinen Arbeitsalltag nimmt er die Frage mit: Wie kann Beteiligung konkret gestaltet werden?

Melina Friedrich, Erzieherin und Mitarbeiter:innen-Interessenvertretung: Partizipation beginnt mit Zuhören 

Für Melina Friedrich beginnt Partizipation mit dem Wunsch, genauer hinzuschauen und hinzuhören: Was ist wirklich wichtig – in der Gesellschaft, in Unternehmen und in der Politik?

  • Die Ausbildung gibt ihr dafür konkrete Werkzeuge an die Hand und ist zugleich ein Raum, in dem sie sich mit ihren Erfahrungen und ihrer Persönlichkeit gesehen fühlt.
  • Besonders schätzt sie den offenen Austausch mit den Mitlernenden und die Möglichkeit, die Ausbildung mitzugestalten. 

"Partizipation beginnt für mich damit, genauer hinzuschauen und hinzuhören." – Melina Friedrich, Erziherin in der Kita Wolkenzwerge in Berlin und Mitarbeiter:innen-Interessenvertretung bei pme Familienservice

Sie möchte dazu beitragen, dass Mitarbeitende und Arbeitgeber besser zueinanderfinden, offener miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas bewegen.

Im Alltag nutzt sie dafür unter anderem die Methode des bewussten Sprechens und Zuhörens. Diese Methode hilft ihr

  • präsent zu sein,
  • aufmerksam zuzuhören, ohne vorschnell zu bewerten,
  • und gleichzeitig die eigene Haltung klar auszudrücken.

Das Gelernte begleitet sie längst nicht mehr nur bei der Arbeit, sondern auch in ihrem privaten Alltag. 

Ein methodischer Werkzeugkoffer für Partizipation 

Partizipation lässt sich auf unterschiedliche Weise gestalten. Die Ausbildung gibt den Teilnehmenden einen vielfältigen Methodenkoffer an die Hand, aus dem sie das passende Werkzeug wählen können, je nach 

  • Situation,  
  • Ziel,
  • beteiligter Gruppe.

Die folgenden Beispiele geben einen ersten Einblick in Methoden, die Philip und Melina in ihrer Ausbildung zur Partizipationsgestalter:in kennengelernt haben oder bereits im Alltag anwenden: 

  • Systemisches Konsensieren: Hier geht es nicht darum, lediglich eine Mehrheitsentscheidung zu treffen. Stattdessen werden mögliche Widerstände sichtbar gemacht: Wer hat noch Bedenken bei einer Lösung – und warum? Diese Einwände können anschließend gezielt bearbeitet werden.  
  • „1-2-4-All“: Die Methode bezieht alle Beteiligten schrittweise ein: Zunächst denkt jede Person für sich über eine Frage nach, anschließend folgt der Austausch zu zweit, dann in Vierergruppen und schließlich im Plenum. So erhalten unterschiedliche Perspektiven Raum – nicht nur die der schnellsten oder lautesten Stimmen.  
  • Bewusstes Sprechen und Zuhören: Melina Friedrich ist in dieser Methode zertifiziert. Sie hilft ihr, präsent und aufmerksam zuzuhören, ohne vorschnell zu bewerten, und gleichzeitig die eigene Haltung klar und ehrlich auszudrücken. Im Kontakt mit Kindern, Eltern und im Team erlebt Melina, dass Gespräche dadurch „echter“ werden. 
  • Liberating Structures: Diese Strukturen unterstützen dabei, Moderationen so zu gestalten, dass möglichst alle Beteiligten einbezogen werden. Sie gehören zu ihrem persönlichen Methodenkoffer und helfen ihr, je nach Situation passende Beteiligungsformate auszuwählen. 

Wie geht es weiter? 

Partizipation beginnt mit einer Haltung – und wird durch gute Methoden wirksam. Bei pme entsteht daraus Schritt für Schritt ein gemeinsamer Lernprozess:

  • Philip Schmidt und Melina Friedrich bringen neue Perspektiven und Werkzeuge ein,
  • pme prüft die eigenen Strukturen,
  • und die School of Participation liefert vielfältiges Wissen, Erfahrung und den Raum für Austausch. 

Das Ziel ist nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben, sondern

  • die richtigen Menschen zusammenzubringen,
  • unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen
  • und gemeinsam tragfähige nächste Schritte zu entwickeln.

So kann Partizipation beim pme Familienservice zu einer Kompetenz werden,

  • die Mitarbeitende stärkt,
  • die Zusammenarbeit verbessert
  • und demokratische Kultur im Arbeitsalltag erfahrbar macht. 

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Ausbildung zu Partizipationsgestalter:innen? 

Die Ausbildung zur Partizipationsgestalter:in an der School of Participation vermittelt eine demokratische Grundhaltung und konkrete Methoden, mit denen Beteiligungsprozesse in Gesellschaft, Politik, Unternehmen und NGOs gestaltet werden können. Die Teilnehmenden lernen, Menschen gezielt einzubeziehen, Perspektiven sichtbar zu machen und Entscheidungen transparent zu begleiten. 

Warum unterstützt pme die Ausbildung? 

pme unterstützt die Ausbildung, weil Partizipation für Kundenarbeit, Zusammenarbeit und Veränderungsprozesse relevant ist. Das erlernte Wissen soll in weitere Bereiche des Unternehmens eingebracht werden. 

Bedeutet Partizipation, dass alle alles entscheiden? 

Nein. Partizipation bedeutet nicht, dass jede Entscheidung von allen getroffen werden muss. Es geht darum, den passenden Beteiligungsrahmen zu finden, Verantwortlichkeiten zu klären und Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen. 

Wie profitieren pme-Mitarbeitende und andere von der Ausbildung? 

Die Ausbildung stärkt persönliche und methodische Kompetenzen. Sie hilft den Teilnehmenden, Gespräche bewusster zu führen, Gruppen besser zu moderieren und Beteiligung in unterschiedlichen Situationen gezielt zu gestalten. 

null Tagesmutter werden – Ausbildung und Voraussetzungen

Kleinkinder in der Kindertagespflege
Pädagogik

Tagesmutter werden: Ausbildung & Voraussetzungen

Kindertagespflege ist eine wichtige Säule der Kinderbetreuung. Immer mehr Eltern entscheiden sich für diese individuelle Form der Kinderbetreuung, viele Menschen bauen sich damit eine berufliche Existenz auf. Lesen Sie, welche Vorteile Kindertagespflege bietet und welche Voraussetzungen Sie brauchen, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden.

Immer mehr Kinder werden im Rahmen der Kindertagespflege betreut. Meistens handelt es sich hierbei um Kinder im Alter von 1-3 Jahren, aber auch jüngere und ältere Kinder finden ihren Platz in der Kindertagespflege, z.B. in der Nachmittagsbetreuung nach der Schule.

Was ist Kindertagespflege?

Bei der Kindertagespflege betreut eine Tagesmutter oder ein Tagesvater bis zu fünf Kinder im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung.

Daneben setzt sich die sogenannte Großtagespflege vermehrt durch. Hier betreuen zwei bis drei Betreuungspersonen 10 bis 15 Kinder, meist in angemieteten Räumen. Tagespflegepersonen sind überwiegend selbstständig tätig und kommen selbst für ihre Sozialabgaben und Steuern auf.

Betreuungsgeld erhalten sie vom Jugendamt oder von den Eltern der betreuten Kinder.
 

Kinderleicht digital: Online-Kongress am 18. und 19. September 2026

Entdecken Sie bei unserem Online Kongress „Kinderleicht digital - damit mehr Zeit für Kinder bleibt“, wie KI Ihre Arbeit erleichtern und neue Möglichkeiten eröffnen kann. Ohne komplizierte Fachbegriffe zeigen wir praxisnah, was für Sie wirklich relevant ist.

Sie erhalten eine Teilnahmebestätigung über 10 Unterrichtseinheiten, die je nach regionalen Gegebenheiten vom Jugendamt anerkannt wird. 

Online-Kongress "Kinderleicht digital"

Welche Bereiche gibt es in der Kindertagespflege?

Die 4 großen Bereiche sind:

  • Kindertagespflege im eigenen Haushalt (i.d.R. selbstständig).
  • Kindertagespflege im Haushalt der Eltern (i.d.R. angestellt).
  • Kindertagespflege in angemieteten Räumen (angestellt oder selbstständig).
  • Großtagespflege (Zusammenschluss mehrerer Kindertagespflegepersonen, angestellt oder selbstständig).

Wie alt sind die Kinder in der Kindertagespflege?

Die Kindertagespflege wird überwiegend für Kinder von null bis drei Jahren genutzt. Möglich ist aber auch die Betreuung älterer Kinder, zum Beispiel im Vorschulalter oder von Schulkindern am Nachmittag.

Warum wird die Kindertagespflege immer beliebter?

Dass die Kindertagespflege besonders für kleine Kinder so beliebt ist, liegt unter anderem an den kleinen Gruppen. „Alles ist überschaubar, und die Tagespflegeperson kann individuell auf jedes Kind eingehen“, sagt Lena Kolits, Produktverantwortliche für Kindertagespflege beim pme Familienservice. 

Ein geregelter Tagesablauf mit Zeit zum Spielen, Ruhezeiten und gemeinsamen Mahlzeiten dient den Kindern als Orientierungshilfe und gibt ihnen Sicherheit. „Natürlich kommt auch die Bewegung an der frischen Luft nie zu kurz. Und es gibt viele pädagogische Angebote wie musikalische Früherziehung, Naturpädagogik, Forschen und Experimentieren und Bewegungserziehung“, zählt Lena Kolits auf.

Für immer mehr Betreuungspersonen ist die Kindertagespflege der ideale Einsatzbereich. „Zunehmend entscheiden sich auch pädagogische Fachkräfte wie Erzieherinnen oder Erzieher für die Tagespflege“, sagt Lena Kolits. „Vor allem die Großtagespflege, bei der man im Team arbeiten kann, liegt hoch im Kurs“. 

 

Was sind die Vorteile der Kindertagespflege?

  • Viele Eltern erleben die Kindertagespflege als die flexiblere Betreuungsform - da die Tagespflegepersonen i.d.R. (mehr als 90%) selbstständig tätig sind und häufig flexible Betreuungszeiten anbieten.
  • Kindertagespflege wird als sehr familiär empfunden.
  • Eine Tagespflegeperson betreut maximal 5 Kinder gleichzeitig, die Bezugsgruppe ist kleiner als in den meisten Kitas.
  • Es soll doch etwas "größer" sein? Dann könnte die Großtagespflege die richtige Wahl sein. Hier schließen sich zwei Tagespflegepersonen in angemieteten Räumen zusammen und betreuen gemeinsam bis zu 9 Kinder (mit fester Bezugsperson).
  • Durch die Gleichstellung der Kindertagespflege mit der Betreuung in Kitas greift auch hier die staatliche Verantwortung und es gibt bereits viele gut funktionierende Vertretungssysteme im Krankheits- oder Urlaubsfall.

Grundsätzlich haben Familien ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht zwischen Kita und Betreuung in der Kindertagespflege.

Wer kann Kindertagespflegeperson werden?

Grundsätzlich kann jede:r Kindertagespflegeperson werden. Dennoch gilt es einige (auch persönliche) Voraussetzungen zu erfüllen bzw. bedenken:

  • Sie sollten gerne mit Kindern zusammen sein und sich gut auf ihre Lebenswelt einstellen können.
  • Sie sollten über mehrere Jahre zu festgelegten Zeiten eines oder mehrere Kinder betreuen können.
  • Sie sollten den Kindern einen geregelten Tagesablauf bieten können und bereit sein, dafür ggf. Einschränkungen in Ihrem persönlichen Leben auf sich zu nehmen.
  • Sie sollten um die einzelnen Entwicklungsschritte von Kindern wissen (körperliche und persönliche, wie zum Beispiel die Trotzphase) und diese mit einem fremden Kind durchleben können.
  • Bei Betreuung in den eigenen Räumen: Ihre Wohnung sollte kindgerecht eingerichtet sein..
  • Für das Tageskind sollte ausreichend Platz vorhanden sein (Spielecke, Schlaf- und Rückzugsmöglichkeit, Platz zum Essen) und es sollte in der Nähe eine Möglichkeit geben, draußen zu spielen.
  • Sie sollten mit Ihrer Lebenssituation zufrieden sein und Ihr Leben aktiv und positiv gestalten.


 

Voraussetzungen und Qualifikationen: Wie werde ich Tagesmutter oder Tagesvater?

Voraussetzungen und Qualifikationen: Wie werde ich Tagesmutter oder Tagesvater?

Das örtliche Jugendamt - oder eine vom Jugendamt beauftragte Beratungsstelle - sollte eine Ihrer ersten Anlaufstellen sein, wenn Sie in der Tagespflege tätig werden möchten. Was das Jugendamt jeweils für Sie tun kann bzw. von Ihnen verlangt, ist sehr unterschiedlich und abhängig von den Richtlinien der einzelnen Bundesländer und Kommunen.

In der Regel sind die Jugendämter für die Vergabe der Pflegeerlaubnis zuständig, führen Qualifizierungsmaßnahmen durch, vermitteln Tagespflegepersonen in Familien bzw. und sind oft auch Vermittlungsstelle zwischen Familien und Tagespflegepersonen.

Um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, brauchen Sie eine pädagogische Qualifikation. Diese können Sie durch einen Kurs zur Kindertagespflege erwerben, der von Jugendämtern oder anderen Trägern angeboten wird.

In diesem Kurs lernen Sie alles über die Entwicklung und Betreuung von Kindern. Zusätzlich benötigen Sie ein erweitertes Führungszeugnis und einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder.

Wichtig ist auch, dass Ihre Wohnung kindgerecht und sicher ist, was vom Jugendamt überprüft wird.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können Sie beim Jugendamt eine Pflegeerlaubnis beantragen. Sobald Sie diese in Händen halten, kann Ihre Tagespflegestelle an den Start gehen.

Wichtige Fragen für Ihren Termin beim Jugendamt

  • Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um eine Pflegeerlaubnis zu bekommen?
  • Wie viele Tageskinder darf ich mit einer solchen Pflegeerlaubnis aufnehmen?
  • Welche Qualifizierung muss ich nachweisen, gibt es dafür einen vorgegebenen Stundenumfang?
  •  Welche Qualifizierungen werden angeboten und vom Jugendamt anerkannt?
  • Wie hoch ist der Stundensatz bzw. die monatliche Pauschale für die Betreuung?
  • Welche Versicherungen muss ich für mich abschließen (Aufsichtspflichtverletzung-, Unfall-, Haftpflicht-, Krankenversicherung, Rentenversicherung)? Für welche dieser Versicherungen bekomme ich die Kosten ganz oder teilweise erstattet?
  • Muss ich für die Tageskinder Versicherungen abschließen? Wer bezahlt diese Versicherungen?
  • Kann ich ein Tageskind auch ohne Vermittlung durch das Jugendamt aufnehmen? Bekomme ich dafür Beiträge zu Unfall-, Renten- und Krankenversicherung ganz oder teilweise erstattet?
  • In welcher Form muss ich die Entwicklung der Tageskinder dokumentieren, und wer darf diese Dokumentationen einsehen?
  • Was bedeutet der Schutzauftrag § 8a SGB VIII für meine Arbeit?
  • Werde ich vom Jugendamt während meiner Tätigkeit begleitet, findet eine regelmäßige Kommunikation statt?
  • Wer vertritt mich bei Urlaub, Krankheit oder sonstigen Notfallsituationen?

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Finanzielle Aspekte und Fördermöglichkeiten

Wenn Sie eine Pflegeerlaubnis als Tagespflegeperson haben, werden Sie in der Regel
von der Stadt bzw. Kommune gefördert. Das bedeutet, dass Sie pro betreutem Kind einen Stundensatz erhalten. 

Zusätzlich gibt es lokal unterschiedliche Fördersätze für Räumlichkeiten, Vor- und Nachbereitungszeit sowie für die Absicherung durch die hälftige Erstattung der Kranken- und Rentenversicherung.

Weiterhin erhalten Tagespflegepersonen oft Zuschüsse für Unfall- und Haftpflichtversicherungen 

Gut zu wissen!

Die genauen Fördersätze und Bedingungen können je nach Kommune variieren. Wir empfehlen Ihnen, sich bei den zuständigen Jugendämtern oder Trägern der Jugendhilfe zu informieren.

 

Was ist für die Tätigkeit als Tagespflegeperson wichtig?

1. Sichere Umgebung, bedürfnisorientierte Angebote

Zunächst ist es wichtig, dass Sie eine liebevolle und sichere Umgebung schaffen, in der sich die Kinder wohlfühlen und entfalten können.

Eine strukturierte Tagesplanung mit ausgewogenen Ruhe- und Aktivitätsphasen hilft den Kindern, sich zu orientieren und fördert ihre Entwicklung. Seien Sie kreativ bei den Spiel- und Lernangeboten und gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes ein. 

2. Individuelle Zuwendung für jedes Kind

Bei den Kindern zählt Einfühlungsvermögen. Jedes Kind ist einzigartig und benötigt individuelle Zuwendung.

Geduld und Konsequenz in der Betreuung sind ebenso wichtig, um den Kindern Grenzen zu zeigen und ihnen gleichzeitig genügend Freiraum für ihre Entwicklung zu bieten.

3. Kommunikation mit den Eltern

Ebenfalls wichtig ist eine gute Kommunikation mit den Eltern.

3 Tipps, um eine partnerschaftliche Beziehung zu den Eltern zu fördern:

  • Seien Sie offen für kurze Gespräche beim Bringen und Abholen (Tür- und Angelgespräche)
  • Informieren Sie die Eltern regelmäßig über den Tag des Kindes und seine Entwicklungsschritte
  • Hören Sie den Eltern zu und nehmen Sie Ihre Sorgen und Wünsche ernst

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Wie viele Kinder darf eine Kindertagespflegeperson betreuen?

Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater darf maximal fünf Kinder betreuen. In einigen Bundesländern können Sie aber auch mit anderen Tagesmüttern und Tagesvätern in einer sogenannten Großtagespflegestelle gemeinsam entsprechend mehr Kinder betreuen.

Welche Aktivitäten sind mit Kindern bis 3 Jahren möglich?

Mit Tageskindern zwischen 0 und 3 Jahren sind vielfältige und spannende Aktivitäten möglich:

Sinneserfahrungen: Tasten, fühlen, riechen und schmecken – ob mit Sand, Wasser oder verschiedenen Texturen, Sinneserfahrungen fördern die Entwicklung.

Musik und Tanz: Singen, tanzen und Musikinstrumente ausprobieren macht Spaß und unterstützt die motorische sowie sprachliche Entwicklung.

Kreatives Gestalten: Malen mit Fingerfarben, kneten oder basteln – kreative Aktivitäten fördern die Feinmotorik und Fantasie.

Bewegungsspiele: Krabbeln, laufen, klettern und hüpfen – Bewegung ist wichtig für die körperliche Entwicklung und macht den Kleinen großen Spaß.

Vorlesen und Geschichten erzählen: Bilderbücher anschauen und Geschichten hören fördert die Sprachentwicklung und Konzentration.

Beispiel für einen Tagesablauf mit Kindern zwischen 0 und 3 Jahren 

Ein abwechslungsreicher Tagesablauf für Kinder zwischen 0 und 3 Jahren könnte so aussehen:

  • Ankommen und Begrüßung
  • Morgenkreis
  • Gemeinsames Frühstück
  • Freispielzeit/ kreative Aktivitäten/ Bewegungsspiele
  • Mittagessen
  • Mittagsruhe
  • Sinneserfahrungen/ Musik/ Naturerkundung
  • Snack-Zeit
  • Abholzeit

Dieser beispielhafte Tagesablauf bietet den Kleinen eine gute Mischung aus Struktur und Freiraum, um sich wohlzufühlen und sich altersgerecht zu entwickeln.

Wie fördert der pme Familienservice die Qualität der Kindertagespflege?

Die Kindertagespflege ist eine wichtige Säule der Kindertagesbetreuung. Wir beim pme Familienservice setzen uns seit vielen Jahren dafür ein, die Tätigkeit in der Kindertagespflege zu einem anerkannten Beruf zu machen und für Tagespflegepersonen gleiche Bedingungen wie für pädagogische Fachkräfte in Kitas zu schaffen.

Dazu gehört eine leistungsgerechte Bezahlung ebenso wie Vertretungsregelungen im Urlaub und bei Krankheit. Ein weiteres Ziel ist die staatliche Anerkennung des Berufs der Kindertagespflegeperson.  

Wie ist der Kinderschutz in der Kindertagespflege umsetzbar? 

In der Kindertagespflege ist ein Kinderschutzkonzept besonders wichtig, da die Betreuung meist von einer einzelnen Person ausgeübt wird. Hier sind kein Feedback von Kolleg:innen sowie ein Vier-Augen-Prinzip möglich. 

Gerade dann ist ein Kinderschutzkonzept, welches die eigenen Handlungen reflektiert, klare Strukturen benennt und die Grenzen der Kinder und der Tagespflegeperson aufzeigt, besonders wertvoll und effektiv. Es schafft Vertrauen und Transparenz bei allen, die mit der Betreuungsperson in Kontakt kommen. 

In einem Kinderschutzkonzept für die Kindertagespflege können diese Themen angesprochen werden: 

  • Nähe und Distanz (z.B. Kindern über den Kopf streicheln) 
  • Kindliche Sexualität (z.B. Grenzen und Regeln bei Körpererkundungen)
  • Mitgestaltungsmöglichkeiten der Kinder (Tisch decken, Mitentscheidung bei Spielangeboten)
  • Partnerschaft mit den Eltern
  • Beobachtung/Dokumentation in der Kindertagespflege
  • Kontakt mit Behörden

Der pme Familienservice unterstützt registrierte Kindertagespflegepersonen mit einer Vorlage für ein Kinderschutzkonzept sowie mit einer Schulung zum Kinderschutz, die mit einer Unterrichtseinheit bei den zuständigen Ämtern zur Anerkennung vorgelegt werden kann. Zudem stehen unsere bundesweit tätigen Fachberatenden allen Betreuungspersonen jederzeit für den fachlichen Austausch zur Seite.

Welchen Service bietet der pme Familienservice für Tagespflegepersonen?

Wir bieten unseren Betreuungspersonen das ganze Jahr über Fortbildungen zu allen wichtigen Themen und unterstützen sie mit vielfältigen Informationen und persönlicher Beratung.

Sie sind Tagesmutter bzw. Tagesvater und möchten in unseren Vermittlungspool aufgenommen werden? Registrieren Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich unter www.betreuungs.services.

Für eine persönliche Beratung durch die Fachberater:innen des pme Familienservice können Sie außerdem unser Kontaktformular nutzen.