Ältere Frau trinkt Wasser
Alter & Pflege

Risiko Hitze: Das hilft älteren Menschen

Wenn das Thermometer über 30 Grad steigt, sind ältere und pflegebedürftige Menschen oft gefährdet. An heißen Tagen drohen Verwirrung, Fieber und starke Erschöpfung – bis hin zum Hitzschlag und Kreislaufversagen. Praktische Tipps für Senioren sowie Pflegekräfte und Angehörige gegen Überhitzung und Dehydrierung. 

Warum ist Hitze für ältere Menschen besonders gefährlich? 

Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Ältere Menschen haben oft eine eingeschränkte Schweißproduktion und eine reduzierte Durchblutung, was es ihnen erschwert, ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Dazu kommt, dass viele ältere Menschen an chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Atemwegserkrankungen leiden, die durch extreme Hitze verschärft werden können. Diese Erkrankungen können die Fähigkeit des Körpers, mit Hitzestress umzugehen, weiter beeinträchtigen. Zudem können einige Medikamente die Schweißproduktion verringern oder die Reaktion des Körpers auf Hitze beeinflussen.

Diese Faktoren zusammen erhöhen das Risiko für Hitzschläge, Dehydrierung und andere hitzebedingte Gesundheitsprobleme bei älteren Menschen. 

Was sind Warnsignale bei Senioren an heißen Tagen?

  • Schwindel, Schwäche, Übelkeit
  • Starkes Schwitzen oder plötzliches Aussetzen des Schwitzen
  • Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Ohnmachtsgefühle
  • Schneller Puls
  • Schnelle Atmung
  • Hohes Fieber

Rufen Sie bei diesen Symptomen sofort den Notruf unter 112 an - Hitzschlag ist ein Notfall! Außerdem empfiehlt es sich, eine Liste mit wichtigen Telefonnummern (Familienmitglieder, Nachbarn, Hausarzt, Apotheke) gut sichtbar auszuhängen.

Was sollte an heißen Tagen vermieden werden?

  • Alkohol, viel Kaffee, stark gesüßte Getränke
  • Sehr kalte Duschen oder plötzliche starke Abkühlung
  • Enge, synthetische Kleidung
  • Langes Sitzen in kleinen, schlecht belüfteten Räumen

Tipps für Senioren bei hohen Temperaturen

Tipps zur Kühlung der Wohnung

  • Halten Sie Türen und Fenster, Jalousien und Vorhänge tagsüber möglichst geschlossen.
  • Lüften Sie die Wohnung morgens und abends, nicht in der Mittagshitze.
  • Hängen Sie ein feuchtes Tuch im Raum auf.
  • Nutzen Sie einen Ventilator, aber vermeiden Sie direkte Zugluft.  
  • Schalten Sie elektronische Geräte wie Lampen, Fernseher oder Computer aus. Diese produzieren zusätzliche Wärme.
  • Bleiben Sie bei großer Hitze möglichst in der Wohnung.

So beugen Sie Dehydrierung vor

  • Trinken Sie regelmäßig, auch ohne Durst (z. B. Wasser, Saftschorlen oder Tee) bzw. erinnern Sie pflegebedürftige Personen daran. 
  • Achten Sie darauf, dass stets ein Getränk in Reichweite steht, auch nachts.
  • Die Getränke sollten nicht gekühlt sein. Das Essen sollte normal gesalzen sein.
  • Bei Hitze eignet sich leichte Kost, z. B. frische Salate, Gemüse, wasserreiches Obst.

Praktische Tipps für die Pflege bei heißen Temperaturen

  • Achten Sie auf leichte, atmungsaktive Kleidung sowie Bettwäsche aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle oder Leinen.
  • Verwenden Sie leichte Bettwäsche aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle oder Leinen. Nutzen Sie ein Laken als Bettdecke.
  • Legen Sie ein Frottee-Handtuch auf das Kopfkissen, das sie häufiger wechseln können..
  • Bieten Sie ein Fuß- oder Handbad oder einen Stirnumschlag mit kühlem Wasser an. Das Wasser sollte nicht unter 25 Grad kalt sein. 

Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) 

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null Erfolgreich als Frau im Job: Wichtig ist das Mindset

Zwei Frauen rennen die Treppe hintereinander hoch
Führung & HR

Erfolgreich als Frau im Job: Wichtig ist das Mindset

Gleichberechtigung im Job? Davon ist Deutschland noch Jahrzehnte entfernt. Doch Frauen können selber einiges dafür tun, um im Job erfolgreicher zu sein, sagt Personalentwicklerin und Coach Betty Wollgarten: zum Beispiel ihre Aufstiegskompetenz verbessern und ihr Verhältnis zur Macht klären.

Expertin: Betty Wollgarten, Coachin und Personalentwicklerin | Redaktion: Christin Müller

 

Kurzüberblick

Frauen haben es im Job immer noch schwer – sowohl beim Gehalt als auch beim Aufstieg in Führungspositionen. Doch jede kann mit dem richtigen Mindset aktiv an ihrer Karriere arbeiten. Personalentwicklerin Betty Wollgarten erklärt, welche fünf Stellschrauben dabei entscheidend sind: Aufstiegskompetenz, Machtverständnis, Mut, bewusste Rollenwahl und starke Netzwerke.

 

Tiefe Gräben erschweren den Erfolg für Frauen im Job

Machen wir in dem gleichen Tempo weiter wie bisher, dauert es noch 30 Jahre, bis in den 100 größten deutschen börsennotierten Unternehmen genauso viele Vorständinnen sitzen wie Vorstände. Und das, obwohl es an weiblichem Nachwuchs nicht fehlt. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die Boston Consulting Group in einer Studie

Auch bei der Bezahlung ist der Graben zwischen den Geschlechtern gleichbleibend tief. Im bundesweiten Durchschnitt verdient eine Frau pro 1000 Euro Einkommen 180 Euro weniger als ein Mann in der gleichen Position. Dieser „Gender Pay Gap“ und die Ungleichverteilung der Care-Arbeit, die viele Frauen zur Teilzeitarbeit zwingt, wirkt sich zudem negativ auf die Rente aus.

Die Rahmenbedingungen für den Aufstieg von Frauen sind also ungleich schlechter als für ihre männlichen Kollegen. Wichtige Ansatzpunkte für verbesserte Karrieremöglichkeiten sind einerseits gesetzliche Regelungen hinsichtlich Erziehungs-, Betreuungs- und Pflegeaufgaben sowie Zeitpolitik. Anderseits müssen Unternehmen ihre Arbeitskultur mit ihren Konventionen und Stereotypen überdenken und transparentere Auswahlverfahren etablieren.

Eine weitere relevante Stellschraube ist aber auch, wie sich jede einzelne Frau im Arbeits- und im Privatleben verhält – immer wieder, jeden Tag, in jeder Situation neu.

Selbsttest: Wie groß ist Ihr Entwicklungspotenzial heute schon?

Sind Sie bereit für den nächsten Karriereschritt? Unser Selbsttest für Frauen mit Führungspotenzial zeigt Ihnen Ihre Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.​​​​​​​

 

Erfolgreich als Frau im Job: Mit diesen fünf Tipps kommen Sie voran 

1. Entwickeln Sie Ihre Aufstiegskompetenz 

Frauen schrecken vor Karriere und Aufstieg nicht zurück, weil sie die Verantwortung nicht tragen möchten oder weil sie nicht führen könnten oder wollten. Ihnen fehlt es nicht an Führungskompetenz. Vielmehr scheitern sie bereits einen Schritt vorher: Ihnen fehlt die Aufstiegskompetenz – also sich zeigen, von sich sprechen und Gelegenheiten nutzen, die eigenen Kompetenzen sichtbar zu machen.

Hier spielen Sprache und Sprechen eine große Rolle: Von sich selbst klar und ohne Schnörkel zu sprechen ist auch eine Form von Souveränität. Das ist einfacher gesagt, als getan: In der Tiefe bedarf die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sprechen Ausdauer und Mut. Wer bin ich? Was ist mir [wirklich] wichtig? Wie drücke ich das aus, was mir [jetzt] [wirklich] wichtig ist? Wie setze ich unmissverständlich Grenzen, ohne den anderen in seiner Person zu verletzen?

2. Klären Sie Ihr Verhältnis zur Macht 

In der Frage des Sprechens zeigt sich auch die Frage der Macht. Der Begriff der Macht löst bei Frauen noch immer ein diffuses Unwohlsein aus. Viele Frauen schrecken vor der Möglichkeit zurück, sich Macht zu nehmen oder sie als selbstverständlichen Teil ihrer Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten zu betrachten.

"Macht ist etwas, das man lieber nicht anfassen möchte. Macht klingt schmutzig. Allein an dem Begriff kleben finstere Assoziationen – gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Doch nicht die Macht ist das Problem, sondern der Missbrauch von Macht."
​​​​​​​Betty Wollgarten, Personalentwicklerin und Coachin beim pme Familienservice

Frauen, die aufsteigen wollen, müssen ihr Verhältnis zur Macht klären. Macht kann als Potenzial verstanden werden, als das Vermögen, etwas tun zu können. In der Physik spricht man von potenzieller Energie, die z. B. für den Antrieb eines Mühlrads genutzt wird – oder aber ein ganzes Tal zerstört. In dieser Analogie zeigt sich die Nähe von Gestalten, Erschaffen und Zerstören, Missbrauchen. Die gestalterische Kraft von Macht und die damit einhergehende Verantwortung in den Vordergrund zu stellen, holt die Macht aus ihrem dunklen Hinterzimmer heraus und stellt sie in das Licht des alltäglichen Handelns. Das ist ein Ort, an dem auch Frauen sich sehen und wirken möchten.



​​​​​​​Sie müssen es nicht allen recht machen. Sie müssen aber wissen, welche Erwartungen Sie an sich selbst stellen.
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3. Wagen Sie sich aus Ihrer Komfortzone heraus 

Um Macht über andere oder anderes zu haben, um gestalten zu können, muss ich zuerst Macht über mich selbst erlangen. Das gelingt durch Selbststeuerung. Das bedeutet, mir von mir selbst nicht alles gefallen zu lassen. Zum Beispiel nicht alles zu glauben, was ich denke, und die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen (z. B. „Ich kann das nicht", „Ich schaffe das nicht“, „Ich habe noch zu wenig Erfahrung"). Da hilft es, ab und an ins kalte Wasser zu springen, etwas auszuprobieren und anders als gewohnt zu machen. Wagen Sie sich aus Ihrer Komfortzone, und fordern Sie sich selbst heraus.

Sperren Sie geliebte Selbstzweifel gelegentlich in einen Tresor weg, da gehen sie nicht verloren und stehen nicht im Weg herum. Den unablässigen Gedanken, die anderen müssten Sie doch als Hochstaplerin endlich entlarven, können Sie zur Abkühlung nach draußen stellen und im Regen stehen lassen. Wagen Sie es hier und da, Erfolge tatsächlich Ihrer Kompetenz und Leistung zuzuschreiben anstatt dem Zufall oder dem Glück.

4. Wählen Sie Ihre Rolle selbst 

Was ist damit gemeint, die eigene Rolle zu wählen? Rollenerwartungen werden implizit und explizit permanent von anderen an jede und jeden gestellt. Sie können aber auch selbst Ihre Rolle wählen.

Machen Sie sich klar: Sie müssen nicht jeder Rollenerwartung entsprechen. Sie müssen es auch nicht allen recht machen. Reflektieren Sie auch, welche Erwartungen Sie an sich selbst haben, die möglicherweise nicht hilfreich sind. Eine Rolle muss einerseits zu mir als Person passen, andererseits der von mir zu erfüllenden Funktion dienen. In der Rolle kommen Person und Funktion zusammen, und erst im Zusammenspiel dieser drei Faktoren kann Leistung entstehen.

Als fleißiges Lieschen sichere ich mir die Sympathien aller Teammitglieder. Der nächsten Beförderung könnte diese Rolle allerdings im Wege stehen. Wenn ich als vollumsorgende Mutterfigur mein Team führe, fühle ich mich im Vollbad der Harmonie wohl. Gegenüber dem konkurrierenden Abteilungsleiter werde ich so jedoch nicht punkten.

5. Knüpfen Sie Netzwerke 

Um das alles zu bewältigen, benötigen Sie Verbündete und Unterstützerinnen in einem beruflichen Netzwerk. Netzwerke, die mittels Female Leadership und Innovation helfen den sogenannten Thomas-Kreislauf zu durchbrechen, also jenes Phänomen, das beschreibt, wie in Führungsetagen immer wieder nach Ähnlichkeit rekrutiert wird (Leitungsebenen bleiben hinsichtlich Geschlecht, Alter, Herkunft und Ausbildung meist sehr homogen). Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, bedarf es Mut zum Ausprobieren, Information, Kontakte und stetiges Lernen. Hierbei helfen nicht nur informelle Netzwerke, sondern auch professionelle wie die Fondsfrauen im Finanzsektor oder das Team Nushu in der Wirtschaft. Auf diese Weise unterstützt kann es sogar Spaß machen, aus seiner Komfortzone herauszukommen und ins kalte Wasser zu springen. 


 

FAQ: Erfolgreich als Frau im Job - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Was sind die größten Hindernisse für Frauen beim Aufstieg im Job?

Viele Unternehmen sind in Führungspositionen immer noch männlich dominiert. Hinzu kommen Gender-Pay-Gap, Care-Verantwortung und festgefahrene Rollenbilder.

Wie verbessere ich als Frau meine Aufstiegskompetenz?

Zeigen Sie Ihre Leistung aktiv, sprechen Sie selbstbewusst über Ihre Erfolge und nutzen Sie Gelegenheiten, sichtbar zu werden.

Warum ist Netzwerken als Frau so wichtig?

Netzwerke bieten Wissen, Unterstützung und Kontakte. Sie helfen, den sogenannten Thomas-Kreislauf zu durchbrechen und weibliche Karrieren zu fördern.

Welche Rolle spielt das Mindset für den beruflichen Erfolg?

Ein proaktives, positives Mindset hilft, Selbstzweifel zu überwinden, Verantwortung zu übernehmen – und neue Chancen zu nutzen.

Wie gehe ich klug mit Rollenerwartungen und Macht um?

Definieren Sie Ihre Rolle selbst und betrachten Sie Macht als Gestaltungs- und Handlungsspielraum, nicht als etwas Negatives.

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