Mehr Geld für Pflege im neuen Jahr

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23.12.2021
Gabriele Strasser
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Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung bringt zum 1. Januar 2022 finanzielle Entlastungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Außerdem werden die Corona-Sonderregeln bis 31. März verlängert, was unter anderem die Verwendung des Entlastungsbetrags und die Pflegezeit bzw. Familienpflegezeit betrifft.

Stationäre Pflege: Bei der Versorgung im Pflegeheim zahlt die Pflegeversicherung einen Zuschlag zu dem nach Pflegegrad differenzierten Leistungsbetrag. Er steigt mit der Dauer der Pflege: Im ersten Jahr trägt die Pflegekasse 5 % des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 25 %, im dritten Jahr 45 % und danach 70 %.

Ambulante Pflege: Die Pflegesachleistung (ab Pflegegrad 2) wird um 5 % erhöht, um den steigenden Vergütungen Rechnung zu tragen. Das betrifft jedoch nicht die Geldleistungen und die Tagespflege. 

Kurzzeitpflege: Hier steigt der Leistungsbetrag um 10 Prozent auf 1774 Euro. Außerdem will der Gesetzgeber starke Anreize für den Ausbau der Kurzzeitpflege setzen.

 

Corona-Sonderregeln werden bis März 2022 verlängert

Mit Beginn der Corona-Krise hat der Gesetzgeber Erleichterungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen geschaffen. Die Maßnahmen werden bis 31. März 2022 verlängert. Die wichtigsten Eckpunkte: 

Entlastungsbetrag: Der flexiblere Einsatz des Entlastungsbetrages bei Pflegegrad 1 zur Sicherstellung der Versorgung bleibt befristet erhalten. Gleiches gilt für die Möglichkeit der Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Pflegesachleistungsbeträge bei Pflegegrad 2 bis 5.

Pflegeunterstützungsgeld: Wenn aufgrund von pandemiebedingten Versorgungsengpässen zu Hause gepflegt wird, kann das Pflegeunterstützungsgeld bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden.

Familienpflegezeit und Pflegezeit: Wer wegen einer akuten coronabedingten Situation Angehörige pflegt, etwa wenn Tagespflegeeinrichtungen geschlossen haben, kann 20 statt wie sonst 10 Tage der Arbeit fernbleiben. Die Flexibilisierungen bei Familienpflegezeit und Pflegezeit bleiben ebenfalls bis zum 31. März 2022 erhalten. Dazu gehören die verkürzte Ankündigungsfrist für die Familienpflegezeit von 10 Tagen (statt acht Wochen) und die Möglichkeit der Ankündigung per E-Mail. Weiterhin entfällt der unmittelbare Anschluss zwischen Pflegezeit und Familienpflegezeit. Somit ist es möglich, trotz der vorherigen sechs Monate Pflegezeit die Familienpflegezeit voll in Anspruch zu nehmen.

Kinderkrankengeld: Die pandemiebedingte Sonderregelung für Kinderkrankengeld wird verlängert: Das Kinderkrankengeld kann auch 2022 je versichertem Kind grundsätzlich für 30 statt 10 Tage (bei Alleinerziehenden 60 statt 20 Tage) in Anspruch genommen werden.

 

Mindestlohn steigt 2022 in zwei Schritten

Interessant unter anderem für Arbeitgeber:innen im Privathaushalt: Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro erhöht, und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro.

 

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