Mit Kindern über Krieg sprechen: Hilfe für Eltern

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Hilfe für Eltern: Wie mit Kindern über Krieg sprechen?

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Asset-Herausgeber

04.03.2022
Josephin Hartmann
16190

Kinder spüren, wenn Papa und Mama in Sorge sind, schnappen Gespräche auf und hören Nachrichten zu. Doch wie können Eltern ihren Kindern erklären, was Krieg ist? Tipps aus unserer pme-Elternberatung.

Vater und Sohn umarmen sich

Konfliktreiche Themen, wie Kriege, beherrschen die mediale Berichterstattung und die täglichen Gespräche im Alltag. Die Informationen und Emotionen gehen auch an den Kleinsten nicht vorbei. Dabei gehen Kinder und Jugendliche sehr unterschiedlich mit der neuen Situation, dem Ukraine-Krieg, um. Viele Kinder waren schon durch die Corona-Pandemie sehr belastet. Der aktuelle Krieg in der Ukraine trägt natürlich nicht zu einem besseren Wohlbefinden bei. Wie können Eltern altersgerecht über die vielen neuen Geschehnisse mit ihren Kindern sprechen?


​​​​​1. Auf Augenhöhe kommunizieren

Als Erwachsener ist man im Dialog mit Kindern in einer überlegenen Rolle. Notwendig ist, sich auf Augenhöhe (auch im wahrsten Sinne des Wortes!) zu begeben und ihre Empfindungen immer ernst zu nehmen. Auch wenn Eltern nicht immer die passende Antwort parat haben, gilt: “Gut zuhören ist mehr als schweigen”.

 

2. Über Gefühle offen sprechen

Dass Kriege selbst bei Erwachsenen Unsicherheit und Besorgnis hervorrufen, müssen Eltern nicht verschweigen. Besser ist es, die Gefühle zu benennen und die Situation sachlich zu beschreiben. Wilde Spekulationen und reißerische Gedanken würden Kinder nur unnötig verunsichern.

Es hilft auch nicht, Angst und Trauer zu verharmlosen. Lieber genau nachfragen, was dem Kind Sorgen bereitet. Wenn wir offen mit unseren Kindern aktuelle Geschehnisse und Krisen besprechen und gemeinsam Möglichkeiten schaffen, Ängste abzubauen, können Kinder eine generelle Strategie entwickeln, um auch künftig mit Stress und Ohnmachtsgefühlen umzugehen. Eltern sollten daher die Gefühle ihrer Kinder ernst nehmen – egal wie alt sie sind.

Bei kleineren Kindern kann es darüber hinaus förderlich sein, Visualisierungen zu nutzen. Hierfür können die “Gefühlsmonster” ein hilfreiches Tool sein. Diese können hervorragend für den Gesprächseinstieg genutzt werden. Natürlich nicht nur bei schweren Themen, auch im Alltag. Als Ergänzung:  Für Kinder ist es wichtig, Gefühle sprachlich auszudrücken. Dies hilft Ihnen, Emotionen regulieren zu können.

 

Live Talk: "Mit Kinder schwierige Gespräche führen" – Krieg in der Ukraine

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3. Informationsbedürfnis stillen

Jedes Kind ist von Natur aus neugierig. Kinder spüren, wenn heikle Themen unter Erwachsenen diskutiert werden, und fragen nach. Je älter Kinder werden, desto mehr verschaffen sie sich ihren eigenen Zugang zu Informationen. Eltern müssen sich daher mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Kinder ihr Informationsbedürfnis stillen möchten.

Wichtig ist dabei, konkret auf die Fragen des Kindes einzugehen und nicht mehr zu erzählen, als gewünscht ist. Ein Informationsüberfluss kann Kinder schnell überfordern.


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4. Nachrichten altersgerecht konsumieren

Gerade Nachrichten, die wir über das Fernsehen aufnehmen, werden zum Teil mit verstörenden Bildern vermittelt. Weinende Menschen, kaputte Häuser, Waffen und Soldaten können für Kinder sehr erschreckend wirken.

Umso sensibler müssen Eltern darauf achten, ab wann ihr Kind solche Szenen anschauen kann. Wollen Kinder sich über die Kriegsereignisse informieren, sind altersgerechte Angebote und eine behutsame Aufklärung zu empfehlen. „ZDF Logo“ ist eine geeignete Nachrichtensendung für Kinder und hält neben tagesaktuellen Themen eine kindgerechte Mediathek bereit.

 

5. Nachrichten mit Kindern gemeinsam schauen

Eltern sollten darauf achten, dass die Nachrichten nicht nebenbei laufen. Besser ist, das aktuelle Tagesgeschehen gemeinsam anzuschauen und die Kinder nicht allein zu lassen. So sind Eltern jederzeit für Fragen erreichbar und können sich mit ihren Kindern darüber austauschen.

 

6. Kinder für Falschmeldungen sensibilisieren

Zwischen Wahrheit, Falschmeldung und Manipulation zu unterscheiden, fällt häufig auch Erwachsenen schwer. Fake News erscheinen zunächst wie eine klassische, glaubhafte Nachricht, sind allerdings bewusst verbreitete Falschnachrichten. Besonders konflikthaltige Themen sind Manipulation ausgesetzt, um Unsicherheit und Ängste zu verbreiten.

Besonders wichtig ist es, dass wir unsere Kompetenzen in Hinblick auf Medienkonsum und Fake News auch an unsere Kinder herantragen und offen mit Ihnen darüber sprechen. Umfassend informieren, Quellen hinterfragen und kritisches Denken fördern hilft zu entscheiden, welche Informationen richtig und wichtig sind und welche weniger. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, welche Informationsquellen verlässlich sind.

 

7. Sicherheit vermitteln und Selbstwirksamkeit aktivieren

Es ist wichtig, sich nicht von Hilflosigkeit überwältigen zu lassen. Kinder können sich dabei schutzlos und unsicher fühlen. Stattdessen ist es ratsam, die Selbstwirksamkeit zu aktivieren und damit mehr Sicherheit zu vermitteln.

Was können Kinder und Eltern tun, um zu helfen? Welche Ressourcen und Kompetenzen haben sie bereits in früheren Krisen erlangt, die nun helfen, die neuen Herausforderungen zu meistern?

Kindgerecht aktiv werden:  

  • Ein Bild malen
  • Kleine Geschenke basteln
  • Dankbarkeitstagebuch führen
  • Hilfspakete packen
  • Schlafunterkünfte für Geflüchtete suchen und vermitteln

 

Weiterführende Links


Die Initiative „Schau hin!“ bietet Informationen, um heikle Themen sachlich zu erklären
https://www.schau-hin.info/sicherheit-risiken/ueber-katastrophen-sprechen

Kinder über den Ukraine-Krieg informieren:
​​​​​​​https://www.zdf.de/kinder/logo/streit-zwischen-ukraine-und-russland-100.html
https://www.zdf.de/kinder/logo/ukraine-russland-krieg-reaktionen-100.html

Auf Augenhöhe kommunizieren – Websites für Kinder:
https://mobil.seitenstark.de/kinder/thema-der-woche/krieg-in-der-ukraine

Tipps zum Nachrichtenkonsum von Kindern:
https://www.schau-hin.info/news/krieg-in-der-ukraine-kinder-mit-nachrichten-nicht-allein-lassen

Falschmeldungen erkennen:
​​​​​​​https://www.mimikama.at
​​​​​​​www.webhelm.de/fake-news-erkennen/

Elternratgeber „FLIMMO“ informiert über weitere Informations- und Beratungsangebote für Kinder: www.flimmo.de/redtext/101380/Krieg-in-Europa

„Frieden-Fragen“ informiert kindgerecht zu Fragen von Krieg und Frieden sowie Streit und Gewalt: www.frieden-fragen.de

 

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