Corona und Verdienstausfall: Wie Sie Geld sparen können

0800 801007080
0800 801007080

Mo-Fr 8:00-20:00 Uhr

Nachricht
Nachricht

Schreiben Sie uns!

Terminanfrage
Terminanfrage

Vereinbaren Sie einen Telefontermin mit uns.

Corona und Verdienstausfall: Wie Sie Geld sparen können

23.04.2020
Sabrina Ludwig
32064

Viele Selbstständige leiden massiv unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Aufträge bleiben aus, laufende Projekte sind gestoppt. Auch Festangestellte fragen sich, wie sie die Krise finanziell überstehen, wenn ihre Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden. Die neuesten Regelungen und Beschlüsse zu staatlichen Zuschüssen.

Tipps von Regina Benzinger und Iris Hauler, Einkommens- und Budgetberaterinnen beim pme Familienservice.

 

Was Sie jetzt direkt tun können, um Geld zu sparen:

Erstellen Sie einen Haushaltsplan und verschaffen Sie sich einen Überblick.

Miete, Strom, Internet, GEZ, Versicherungen und sonstige Kosten wie Netflix, Spotify und Co. sind monatliche Fixkosten, die Sie als erstes in einem Haushaltsbuch notieren sollten. Stellen Sie diesen festen Ausgaben Ihre sicheren Einnahmen wie das Gehalt gegenüber. So bestimmen Sie die Grundlage ihres Haushaltsplans.

Überlegen Sie, bei welchen laufenden Ausgaben (z. B. Lebensmittel, Kleidung) Sie jetzt sparen können. Ist eine neue Jacke wirklich nötig? Heben Sie alle Kassenbons auf, und notieren Sie die Ausgaben am Ende jeden Monats.

Kostenfreier Online-Planer der Sparkasse

App „Mein Budget – Ausgaben im Griff“

 

Checken Sie, welche Versicherungen Sie wirklich brauchen.

Die einen sind regelrecht überversichert, die anderen haben noch nicht einmal eine Haftpflichtversicherung. Versicherungen sind wichtig, aber auch teuer. Prüfen Sie deshalb genau, welche Versicherungen Sie wirklich brauchen.

Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen: www.finanztip.de/sinnvolle-versicherungen

 

Beantragen Sie staatliche Zuschüsse – die neuesten Regelungen und Beschlüsse (Stand 23.04.2020)

 

Beantragung von Grundsicherung (Arbeitslosengeld II):

Um Menschen davor zu bewahren, in eine existenzielle Notlage zu geraten (z. B. weil sie ihre Miete nicht mehr zahlen können), hat die Bundesregierung den Zugang zur Grundsicherung vereinfacht. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie arbeitssuchend, selbstständig oder in einer Beschäftigung sind (z. B. in Kurzarbeit).

Den Antrag auf Grundsicherung können Sie telefonisch, per E-Mail oder per (Haus-)Post beim zuständigen Jobcenter stellen. Antragsvordrucke und weitere wichtige Hinweise finden Sie auf der Seite der Arbeitsagentur.

Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und darin erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten.

Mehr Informationen zur Grundsicherung:

www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/finanzielle-unterstuetzung
www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung


Beantragung von Wohngeld

Grundsätzlich haben alle Bürger mit einem niedrigen Einkommen einen Rechtsanspruch auf Wohngeld. Ob Sie Wohngeldanspruch haben, und in welcher Höhe, hängt von drei Faktoren ab:  

  • Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
  • Höhe des wohngeldrechtlichen Gesamteinkommens
  • Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. der Belastung (bei Eigentümerinnen und Eigentümern)

Wohngeld können Sie auch beantragen, wenn Sie in Besitz eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung sind („Lastenzuschuss“).

Achtung: Jobcenter und Arbeitsagenturen sind derzeit geschlossen. Sie sind aber telefonisch oder online zu erreichen. Im Notfall ist auch ein persönlicher Kontakt möglich.

Mehr Informationen finden Sie hier auf der Seite des Bundesinnenministeriums.

 

Kündigungsschutz von Mietern wird ausgeweitet

Vermieter sollen nur noch eingeschränkt ihren Mietern kündigen können, falls Mietschulden zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 entstehen. Dann darf der  Vermieter das Mietverhältnis nicht einfach kündigen. Allerdings muss der Mieter glaubhaft belegen, dass die Mietschulden mit der COVID-19-Pandemie zusammenhängen (z. B. Nachweis über Verdienstausfall vom Arbeitgeber).

Achtung: Der Mieter ist grundsätzlich zur Zahlung der Miete an den Vermieter verpflichtet, und die Zahlung wird nur aufgeschoben. Die Zahlungsrückstände müssen spätestens nach zwei Jahren – also bis zum 30. Juni 2022 – beglichen werden. Ansonsten kann der Vermieter dem Mieter kündigen. Mieter, die ihre Miete nicht bezahlen können, sollten unbedingt prüfen, ob Ihnen Wohngeld zusteht.

Quelle: www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Miete/Corona_Miete_node.html

 

Zahlungsaufschub bei Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Telekommunikation

Können Sie krisenbedingt Ihre Rechnung für Strom, Gas, Wasser, Abwasser oder Internet nicht bezahlen, erhalten Sie laut Entwurf der Bundesregierung einen Aufschub von drei Monaten. Die Regelung tritt am 1. April 2020 in Kraft.

Drei Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, wenn Sie das neue Recht in Anspruch nehmen wollen:

  1. Sie haben den jeweiligen Vertrag vor dem 8. März 2020 geschlossen,
  2. Sie haben aufgrund der Corona-Pandemie wirtschaftliche Verluste und
  3. können deshalb Ihren Lebensunterhalt oder den Ihrer Familie nicht mehr angemessen bestreiten.

Dieser Aufschub ist zunächst bis zum 30. Juni befristet.

Denken Sie aber daran: Die Zahlungen können Sie nur bis zum 30. Juni 2020 aufschieben. Dann kann der Vertragspartner sein ausstehendes Geld einfordern und Ihren Vertrag kündigen, wenn Sie die offenen Rechnungen nicht begleichen.

 

Leichterer Zugang zu Kinderzuschlag

Familien, deren Einkommen aufgrund der Corona-Krise zusammenbricht, erhalten zeitlich befristet einen leichteren Zugang zum Kinderzuschlag.

Die Bundesagentur für Arbeit prüft vorübergehend deshalb nur das Einkommen des vergangenen Monats und nicht mehr das Einkommen aus den vergangenen sechs Monaten. Außerdem wird die Vermögensprüfung ausgesetzt.

Für Familien, die im ablaufenden Bewilligungszeitraum den höchstmöglichen Gesamtkinderzuschlag bezogen haben, soll ohne erneute Einkommensprüfung eine einmalige Verlängerung des Kinderzuschlags um sechs Monate eingeführt werden. So können die Leistungen ohne Unterbrechung gewährt werden. Dies soll für die Zeit vom 1. April bis 30. September gelten.

Mehr Informationen zur finanziellen Unterstützung für Familien während der Corona-Pandemie.

Quelle: www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/info-beschaeftigte-1734774

 

Ausgleich des Verdienstausfalls, wenn Kinder zu Hause betreut werden

Wenn Eltern ihre Kinder unter zwölf Jahren momentan zu Hause betreuen müssen, weil Kitas und Schulen geschlossen sind, zahlt der Staat für zunächst sechs Wochen 67 Prozent des Gehalts weiter. Monatlich gibt es dabei höchstens 2.016 Euro. Diese Regelung gilt nicht für die Zeit der Osterferien, wenn die Einrichtungen sowieso geschlossen wären.

Voraussetzung für den finanziellen Ausgleich ist, dass im Zeitraum der Kita- oder Schulschließung keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit für das Kind sichergestellt werden kann. Der Entschädigungsanspruch wird zeitlich auf sechs Wochen und in der Höhe auf 70 Prozent des Verdienstausfalls begrenzt.

Weiterführende Informationen rund um den Ausgleich des Verdienstausfalls bei notwendiger Betreuung.

 

Hilfspaket für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen

Die Bundesregierung hat Soforthilfen für Solo-Selbstständige, kleine Unternehmen und Angehörige der Freien Berufe in Höhe von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro beschlossen. Damit sollen akute Liquiditätsengpässe in Folge von Corona überbrückt werden.

Vorgesehen sind im Einzelnen:

  • bis 9.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten,
  • bis 15.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten.

Aber Achtung: Die Corona-Soforthilfe ist nur für betriebliche Ausgaben gedacht. Private Ausgaben wie Miete, Krankenversicherungsausgaben und allgemeine Lebenshaltungskosten dürfen nicht damit ausgeglichen werden. Dafür können Grundsicherung bzw. Wohngeld beantragen werden.

Mehr Informationen und alle Hilfen für Künstler und Kreative im Überblick.

Guter Überblick über den Corona-Schutzschirm der Bundesregierung für Selbstständige und Unternehmen.

Infografiken zum Schutzschild der Bundesregierung.

 

Zahlungsaufschub für Verbraucherdarlehen

Zahlungspflichten aus Verbraucherdarlehensverträgen, die bis zum 30. Juni 2020 fällig werden, sollen gesetzlich um drei Monate gestundet werden, wenn der Schuldner infolge der Corona-Pandemie nicht zahlen kann.

Wenn für die Zeit nach dem 30. Juni 2020 keine einvernehmliche Lösung zwischen Darlehensgeber und Verbraucher gefunden werden kann, sind die Zahlungen wieder aufzunehmen. Damit aber in einer Übergangszeit die laufenden und die gestundeten Raten nicht doppelt bezahlt werden müssen, wird der Vertrag insgesamt um drei Monate verlängert. Der Darlehensnehmer soll also auch nach Ablauf der Stundung monatlich nur eine reguläre Rate abzahlen müssen. Eine Kündigung des Darlehens wird insoweit ausgeschlossen.

Textquelle: www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2020/032320_Corona_FH.html

 

Welche Möglichkeiten haben Immobilieneigentümer, die ihren Kredit nicht mehr bedienen können?

Auch Immobilienbesitzern, die noch einen Kredit abstottern, greift die Bundesregierung unter die Arme. Sie hat beschlossen, dass es eine gesetzliche Stundungsregelung geben soll.

Die Stundungsregelung sieht vor, dass alle Verbraucherdarlehensverträge für maximal drei Monate pausiert werden können. Voraussetzung dafür ist, dass diese vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Das umfasst sowohl die Rückzahlungs- und Zinsleistungen als auch Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 fällig werden.

„Voraussetzung für die Stundung ist, dass der Verbraucher gerade durch die COVID-19-Pandemie Einnahmeausfälle hat, die dazu führen, dass die weitere Erbringung von Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen aus dem Darlehensvertrag den angemessenen Lebensunterhalt des Verbrauchers oder von Personen, für deren Unterhalt er verantwortlich ist, gefährden würde“, erklärt das Bundesjustizministerium.

Während der Stundung fallen auch keine Verzugszinsen an. Die Bank darf das Darlehen auch nicht wegen des Ausfalls der Zahlungen kündigen und die gesamte Forderung fällig stellen. Allerdings ist das nur ein Aufschub. Die Forderungen laufen auf und müssen nach dem Wegfall der Stundung irgendwann auch gezahlt werden, oder das Darlehen läuft entsprechend länger.

Weiterführende Informationen zur gesetzlichen Stundungsregelung.

Textquelle: https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Downloads/032320_FAQ_Stundung.html

 

 

Informationen zum Kurzarbeitergeld und steuerlichen Entlastungen für Unternehmen (Update 23.04.2020)

 

Kurzarbeitergeld wird erhöht

Aktuell bekommen kinderlose Beschäftigte 60 Prozent des Nettoeinkommens und Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent von der Agentur für Arbeit gezahlt.

Jetzt soll es ab dem 4. Monat Kurzarbeit eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 70 oder 77 Prozent (Eltern) geben für diejenigen, die bei denen die Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert wurde. Ab dem 7. Monat des Bezuges von Kurzarbeitergeld gibt es dann eine Erhöhung auf bis zu 80 Prozent bzw. auf 87 Prozent (Eltern).

Außerdem werden für Arbeitnehmer*innen in Kurzarbeit ab 1. Mai 2020 bis Ende 2020 bereits bestehende Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert.

 

Steuerhilfen für die Gastronomie

Außerdem hat die Große Koalition beschlossen, die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie für ein Jahr zu senken. Vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 soll der Satz von 19 auf sieben Prozent verringert werden.

 

 

Wir beraten Ihre Mitarbeiter*innen, die den Überblick über ihre Finanzen verloren haben

 


 

Ob Scheidung oder Krankheit: Wenn die Lebensumstände sich ändern, betrifft das zumeist auch die finanzielle Situation. Was tun, wenn es zum Beispiel zu einer Überschuldung gekommen ist? Überschuldete Mitarbeiter fehlen häufig, sind unkonzentriert und können zu einem Sicherheitsrisiko für Ihren Betrieb werden.

Wir beraten bei Einkommens- und Budgetfragen Mitarbeiter*innen, die den Überblick über ihre Finanzen verloren haben, und solche, die mehr aus ihrem Einkommen machen wollen. Weitere Informationen zu unserem Angebot Lebenslagencoaching.

Kontakt:
Regina Benzinger
E-Mail: regina.benzinger@familienservice.de

 

Diese Artikel könnten Ihnen auch gefallen:

Angst: 5 Tipps für mehr Sicherheit

Krise? Unsere Hotline hilft!

Corona: Psychohygiene wichtig wie Händewaschen

 

*aufgrund der Lesbarkeit haben wir uns für die männliche Form für alle Personenbezeichnungen entschieden.

 


THEMEN
SOCIAL MEDIA