Ängste bei Kindern: Was Eltern tun können

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Den Ängsten von Kindern begegnen: 5 Tipps

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Asset-Herausgeber

01.03.2022
Gabriele Strasser
6843

In Zeiten wie diesen brauchen Kinder starke Eltern. Fünf Tipps für Eltern zum Umgang mit Angst und Unsicherheit.

Kleines Kind mit Vater auf dem Sofa

Stecken wir als Erwachsene in einer Krise und haben Angst, versuchen wir meist das Ausmaß des ganzen Dilemmas zu verstehen. Wir informieren uns auf verschiedenen Kanälen und googlen nach Antworten und Strategien, um unsere Ängste zu bändigen. Dabei denken wir, dass unsere Kinder genauso gestrickt sind und wir vor allem kluge und sinnvolle Antworten für ihre Fragen parat haben müssen. Hilfreicher für Kinder sind aber andere Dinge. 5 Tipps von unserem Familientherapeuten und Lebenslagen-Coach Matthias Könning.

 

1. Seien Sie eine sichere Bank

Kinder verlassen sich darauf, dass sie bei ihren Eltern geborgen sind. Dazu reicht die Anwesenheit. Wenn die Eltern da sind, ist alles gut. Darum nehmen sie immer wieder mal Kontakt auf. Kind: „Bist du da?“ – Eltern: „Ja, bin ich!“ Dann ist alles klar, und die Kinder können weitermachen mit dem, was sie gerade tun.

Es hilft, wenn Sie sich innerlich mit den Gefühlsanteilen verbinden, die sicher sind. Damit strahlen Sie Zuversicht aus. Machen Sie sich klar, worauf Sie sich immer noch verlassen können. Sie haben ein Dach über dem Kopf, ausreichend Nahrung. Sie lieben Ihre Kinder, und die Kinder lieben Sie. Das ist eine wichtige Basis.

 

2. Angst darf sein

Wenn etwas nicht so ist wie gewohnt, entsteht das Gefühl der Angst. Es sagt uns: „Pass auf!“ und lässt uns überlegen, was zu tun ist. Angst hat ihre Berechtigung. Sagen Sie Ihrem Kind nicht: „Hab keine Angst“ oder „Ist nicht so schlimm“, sondern vermitteln Sie ihm, dass Angst ganz normal ist und uns immer wieder einmal besucht.

Sprechen Sie darüber, wie sie sich anfühlt: Ist sie nur unangenehm, oder gibt es noch andere Empfindungen? Wo macht sie sich im Körper bemerkbar? Hat das Gefühl eine Form oder Farbe? Zeigen Sie Interesse, ganz nach dem Motto: „Wir laufen nicht vor der Angst weg, sondern schauen mal, was sie so macht“. Gemeinsam werden Sie feststellen, dass die Angst, so wie sie gekommen ist, auch wieder vergeht. 

 

3. Jetzt ist die Zeit der Rituale

Kinder lieben und brauchen klare und geregelte Abläufe. Besonders jetzt, wo plötzlich alles anders ist. Wenn alle immer zu Hause sind, wird der Tag lang, schnell ödet man sich an und wird empfindlicher. Hier bringt es Stabilität und Entlastung, wenn Sie Rituale einführen, die immer zur selben Zeit stattfinden. Das kann eine Kuschelrunde sein, eine Vorlesezeit oder Mahlzeiten, für die alle mithelfen und sie besonders schön gestalten. 

Unser Tipp: Abendritual

Setzen Sie sich zusammen und zünden Sie eine Kerze an. Dann sagt jedes Familienmitglied, wie es ihm gerade geht, was ihm heute gelungen ist und Freude gemacht hat. Denken Sie dann an die Menschen, die jetzt nicht da sind und nennen Sie alle beim Namen. So wird der Familienkreis größer. Zum Schluss überlegen Sie, wie der nächste Tag aussehen könnte und ob es eine schöne Aktivität gibt, auf die alle Lust haben.

 

Wenn Eltern Zuversicht und Sicherheit ausstrahlen, nimmt das auch den
​​​​​​​Kindern die Angst.

 

4. Nur beantworten, was gefragt wird

Kinder haben jetzt viele Fragen, die Sie als Eltern vielleicht überfordern. Das macht nichts. Sie müssen nicht alles wissen und ein Thema auch nicht erschöpfend beantworten. Wenn ein Kind mit der Antwort zufrieden ist und nicht nachfragt, braucht es keine weiteren Erklärungen.

Knüpfen Sie an frühere Erfahrungen an, wenn Sie mit Ihren Kindern über Angst sprechen. Fragen Sie beispielsweise: „Hast du schon einmal Angst gehabt? Was hast du da gemacht? Was hat geholfen, was hat dir nicht gut getan? Was könnte dir jetzt helfen?“ Mit solchen Fragen machen Sie die Kinder zu kompetenten Gesprächspartnern. 

 

5. Mehr Kontakt, weniger Kopf

Körperkontakt ist die beste Form, Sicherheit zu vermitteln. Wenn der Körper sich anlehnen kann, bekommt er Schutz und Geborgenheit. Das ist auch einfacher als die Suche nach Antworten, die noch nicht einmal Experten haben.

Kinder haben drei Grundbedürfnisse: Sie brauchen gefühlte Nähe (Verbundenheit), körperliche Sicherheit und Freiraum, um sich im Spiel ausdrücken zu können (Autonomie). Schauen Sie, welches dieser Bedürfnisse sich bei Ihrem Kind gerade meldet und was Sie dafür tun können. Will es spielen, geben Sie ihm Freiraum. Wenn es Liebe sucht, schenken Sie Zuwendung. Hat es Angst, spenden Sie Geborgenheit.

 

Matthias Könning pme Familienservice

Matthias Könning ist Systemischer Supervisor und Familientherapeut (DGSF), ausgebildeter Konfliktklärungshelfer und Fachberater Lebenslagen-Coaching beim pme Familienservice.

 

 

 

 

 

 

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