zu sehen ist ein Mann im Anzug mit einem Rettungsring um den Hals
Führung & HR

Psychologische Sicherheit in Teams: 10 Tipps

Damit Beschäftigte sich aktiv in Projekte und Aufgaben einbringen, brauchen sie psychologische Sicherheit. Denn sonst schweigen sie. Lesen Sie, wie Sie als Führungskraft ein Umfeld schaffen, in dem ihre Teammitglieder offen, innovativ und vertraut miteinander arbeiten und ihre Meinung offen äußern.

 

Das Wichtigste auf einen Blick: 

Psychologische Sicherheit im Team stärken heißt, eine Arbeitsumgebung zu gestalten, in der Mitarbeitende ohne Angst vor Bloßstellung, Karriereeinbußen oder Ablehnung offen Fragen stellen, Probleme melden und neue Ideen ausprobieren. Solche Rahmenbedingungen fördern Lernverhalten, erhöhen Innovationskraft und reduzieren systemische Risiken — weil Konflikte früh sichtbar werden und Lehren aus Fehlern gezogen werden.


Psychologische Sicherheit: ein Gedankenexperiment

Glauben Sie, dass ein Teammitglied Sie darauf hinweisen würde, wenn Sie als Führungskraft einen Fehler gemacht haben? Und würden Sie diesen Fehler dann auch zugeben? Wären Sie dem Teammitglied dankbar für den Hinweis? Oder würde sich innerlich Groll aufbauen? Was würden Sie antworten? Und welche Konsequenzen ergäben sich daraus?

Mit diesem kleinen Gedankenexperiment sind Sie mittendrin in einem Thema, das ganz eng an Teamzusammenhalt und Unternehmenserfolg geknüpft ist: psychologische Sicherheit. Amy Edmondson, Professorin für Leadership an der Harvard University, führte diesen Begriff schon in den 1990er Jahren in den Business-Kontext ein.

Die Management-Ikone untersuchte damals die Pannenanfälligkeit des amerikanischen Gesundheitssystems. Ihre These lautete zunächst: Besseren Teams unterlaufen weniger Fehler. Im Laufe der Forschungen stellte sich heraus: Das Gegenteil war der Fall. Amy Edmondson stellte fest, dass die erfolgreichen Teams sehr wohl Fehler machten, allerdings offen darüber sprachen und nichts unter den Teppich kehrten. Entscheidend war das zwischenmenschliche Miteinander der Beteiligten:

Traute sich die Krankenschwester der diensthabenden Oberärztin mitzuteilen, dass ein Patient in ihren Augen überdosiert wurde? War ihre Vorgesetzte ihr dankbar für diesen Hinweis oder lehnte sie die Anmerkung qua hierarchischer Ordnung ab? Wie fähig war das hier agierende Team, aus dem Fehler zu lernen und gemeinsam folgerichtige Entscheidungen zu treffen?

Was bedeutet psychologische Sicherheit? 

Der Begriff der psychologischen Sicherheit in Teams beschreibt das Niveau, auf dem sich die Mitglieder frei fühlen, ihre Ideen und Anliegen zu äußern, Fragen zu stellen und auf Fehler hinzuweisen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen haben zu müssen – also Angst vor Konsequenzen, die im schlimmsten Fall Auswirkungen auf ihr persönliches Ansehen, ihren Status oder ihren beruflichen Werdegang hätten. Psychologische Sicherheit beschreibt also die Überzeugung, dass das Arbeitsumfeld vor zwischenmenschlichen Risiken sicher ist.

 

Dem Chef widersprechen: Könnte mir das schaden?

Das klingt irgendwie selbstverständlich: dem Chef widersprechen, weil ich bei einer Aufgabe zum Beispiel eine Hürde sehe – und mir dabei sicher sein, dass mein Widerspruch keine negativen Konsequenzen hat. Im Gegenteil: sogar erwünscht ist, weil der Einwand konstruktiv ist.

Aber so ist es nicht immer.

Denn wenn ich dem Chefarzt widersprechen möchte oder eine unkonventionelle Lösung für ein Problem im Kopf habe, dann hilft es mir sehr, zu wissen, dass ich mich in Sicherheit wiegen kann, wenn ich ausspreche, was ich denke. Letztlich gehe es darum, dass wir Menschen uns verletzlich machen, wenn wir eine gegenläufige Meinung äußern.

Denn im Zweifel müssten wir aushalten, dass jemand empört oder verärgert über uns sein könnte, erklärt Edmondson im Podcast Team A des Manager Magazins. In der Regel haben wir aber den Wunsch, dass Menschen gut über uns denken, und dieser Wunsch führt im schlimmsten Fall dazu, zu schweigen.

Es geht also um große Emotionen wie Angst, um Harmoniebedürfnis oder den Wunsch nach Zugehörigkeit – allerdings in einem Umfeld, das darauf bedacht ist, möglichst rational zu handeln.

Denn ein Unternehmen ist kein Schauplatz für zwischenmenschliche Befindlichkeiten, mag manch einer denken. Die Krux liegt aber darin, dass in Unternehmen nun einmal Menschen arbeiten. Und Menschen sind zutiefst emotional gestrickt.

Employee Silence: das Schweigen der Teammitglieder

Dass Menschen manchmal lieber schweigen, als ihre Bedenken zu äußern, auch dafür hat die Forschung einen Begriff gefunden: Employee Silence beschreibt das Phänomen, wenn Beschäftigte zögern oder sich weigern, ihre Meinungen oder Vorschläge am Arbeitsplatz preiszugeben.

Das Beispiel der Krankenschwester, die entdeckt, dass ein Patient mit Medikamenten überdosiert scheint, aber es ihrer Führungskraft nicht mitteilt, macht radikal deutlich, wie negativ sich Schweigen auf die organisatorische Leistung auswirken kann. Wenn wertvolle Feedbacks und Ideen nicht kommuniziert werden, ist der Schaden mitunter riesig oder sogar lebensgefährlich (Employee Silence nach Elisabeth Morrison).

Vages Feedback führt zu Verwirrung

Eine andere Strategie, Konflikten aus dem Weg zu gehen, obwohl es  eigentlich an der Zeit wäre, zu sagen: "So bitte nicht!", ist es, um den heißen Brei herumzureden, also unklar und unverständlich zu kommunizieren. Ziel dabei ist es, die Harmonie – zumindest kurzfristig – nicht zu beschädigen.

Besonders wenn Führungskräfte so agieren, kann diese Vermeidungsstrategie langfristig schädliche Auswirkungen auf die individuelle Leistung als auch auf das gesamte Team haben. Man gibt vage ein Feedback, dass eher zu Verwirrung als zu Klarheit führt, und versucht damit die persönliche Beziehung zum Kollegen oder zur Kollegin nicht zu belasten.

In ihrem Bestseller "Radical Candor: Be a Kick-Ass Boss Without Losing Your Humanity" (2017) nennt die Führungsexpertin Kim Scott diese Art der Resonanz auf Fehler in Unternehmen “ruinöse Emphathie” und erklärt, was Leader:innen stattdessen tun sollen – nämlich schonungslos offen sein.

„Schonungslose Offenheit“ bzw. “Radical Candor” basiere auf der Balance zwischen persönlicher Fürsorge und direktem Feedback. Führungskräfte, die Radical Candor praktizieren, bauten nicht nur vertrauensvolle Beziehungen zu ihren Beschäftigten auf, sondern förderten damit zugleich die psychologische Sicherheit, schreibt Scott.

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10 Tipps für mehr psychologische Sicherheit in Ihrem Team

Von: Darina Doubravova, Führungskräfte-Coachin und Leiterin der  pme Akademie

Unabhängig davon, wie starr die Unternehmensstrukturen sind, können Sie die psychologische Sicherheit in Ihrem eigenen Team stärken. Durch offene Kommunikation, Fehlerkultur und regelmäßigen Austausch schaffen Sie ein Umfeld, in dem sich jeder sicher fühlt, Ideen und Bedenken zu äußern. Zehn Tipps, wie Sie die Dynamik und Leistungsfähigkeit Ihres Teams positiv beeinflussen können:

1. Vorbild sein: Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stehen Sie dazu

Als Führungskräfte sollten Sie den Anfang machen, indem sie offen über Fehler sprechen. Zum Beispiel: "Ja, hier habe ich einen Fehler gemacht. Daraus gelernt habe ich Folgendes (...). In Zukunft werde ich versuchen, es anders zu machen".

2. Sprechen Sie offen über Unsicherheiten

Wenn Sie als Führungskraft nicht sicher sind, wie der richtige Weg genau aussieht, gehe Sie offen damit um. In Zeiten komplexer Zusammenhänge ist es unwahrscheinlich und anmaßend, wenn eine Person die Deutungshoheit für sich alleine beansprucht. Holen Sie andere Meinungen ein und gehen Sie transparent damit um, indem Sie darüber sprechen, dass Sie die Ideen Ihrer Teammitglieder verfolgen. Bauen Sie Feedbackschleifen ein, um schnell zu erkennen, wenn die gewählte Entscheidung vielleicht doch nicht die richtige war.

3. Stellen Sie Fragen und bitten Sie um Ideen

Aktiv nach den Ideen und Meinungen der Teammitglieder zu fragen fördert ein Gefühl der Wertschätzung und Zugehörigkeit. Fragen wie "Welche Ideen hast du?" oder "Was übersehen wir hier?" ermutigen die Beschäftigten, sich einzubringen und ihre Perspektive zu teilen. Das stärkt das Gefühl, dass jede Stimme zählt, und trägt zur Innovationskraft des Teams bei.

4. Bedanken Sie sich auch bei Widerspruch

Jemand im Team hat eine andere Sicht darauf, wie ein bestimmtes Problem gelöst werden kann? Bedanken Sie sich für die geäußerte Meinung und prüfen Sie sie. Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Ihr Vorschlag dennoch der richtige scheint, machen Sie es transparent und begründen Sie es.
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5. Befördern Sie Menschen, die mit Projekten gescheitert sind

Es ist wichtig, Beschäftigte zu fördern, die trotz gescheiterter Projekte gute Arbeit geleistet haben. Dies zeigt, dass das Unternehmen den Prozess und die Bemühungen anerkennt, nicht nur das Ergebnis. Wenn Projekte scheitern, liegt es oft nicht nur am Team, sondern auch an externen Faktoren wie Marktbedingungen. Durch die Anerkennung und Förderung dieser Teammitglieder wird signalisiert, dass Scheitern ein akzeptierter Teil des Lernprozesses ist.

6. Feiern Sie Fehler und sehen Sie diese als Verbesserungschance

Fehler sollten nicht nur toleriert, sondern als Lernchancen ernsthaft gefeiert werden. Eine Kultur, die Fehler als Möglichkeit zur Verbesserung ansieht, fördert eine positive Einstellung gegenüber Herausforderungen. Team-Meetings könnten regelmäßige "Fehler-Feiern" beinhalten, bei denen Beschäftigte ihre Fehler teilen und gemeinsam darüber nachdenken, was sie daraus gelernt haben. Auch Lachen sollte erlaubt sein.

7. Fördern Sie den regelmäßigen Austausch im Team

Fördern Sie regelmäßigen Austausch und Diskussionen im Team, um Hindernisse für Feedback zu identifizieren und zu beseitigen. Fragen Sie aktiv: "Was hindert uns daran, Feedback zu geben?". Diese offenen Gespräche helfen, die Ursachen für Zurückhaltung zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um sie zu überwinden. Eine kontinuierliche Feedback-Kultur unterstützt die Entwicklung und das Wachstum des gesamten Teams.

8. Holen Sie sich Feedback ein

Holen Sie sich regelmäßig als Führungskraft Feedback ein. Bitte Sie andere darum, mit Ihnen zu reflektieren, was gut läuft und was Sie besser machen können.

9. Schaffen Sie Commitment und Regeln für Feedback

Schaffen Sie auch für andere Teammitglieder Commitment und Regeln, wie Feedback gegeben und genommen wird. Überlegen Sie mit den Teammitgliedern, ob es dafür einen definierten Rahmen braucht.

10. Beschäftigen Sie sich mit dem Delegation Board

Nutzen Sie ein Delegation Board – das ist ein visuelles Werkzeug, das in Teams und Organisationen verwendet wird, um Klarheit darüber zu schaffen, wer für welche Entscheidungen zuständig ist und auf welcher Ebene Entscheidungen getroffen werden können. Überlegen Sie, welche Entscheidungen Sie als Führungskraft treffen müssen und welche im Team getroffen werden können.

FAQ: Wie kann ich die psychologische Sicherheit im Team stärken

Was ist psychologische Sicherheit?

Psychologische Sicherheit ist die geteilte Überzeugung im Team, dass man Fragen, Bedenken und Fehler offen äußern kann, ohne negative persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Warum ist psychologische Sicherheit für mein Team wichtig? 

Sie erhöht Lernverhalten, Innovationsfähigkeit und Leistung, weil Mitarbeitende öfter Probleme melden, Wissen teilen und Neues ausprobieren.

Wie kann ich als Führungskraft sofort starten?

Beginnen Sie heute damit, einen eigenen Fehler offen zu benennen, aktiv nach Meinungen zu fragen und dabei Danke zu sagen, wenn jemand widerspricht.

Wie messe ich Fortschritte bei psychologischer Sicherheit?

Verwenden Sie regelmäßige anonyme Pulse‑Umfragen mit 3–5 Fragen (z. B. „Ich traue mich, Risiken anzusprechen“) plus qualitative Retrospektiven.

Führt mehr Offenheit nicht zu Konflikten?

Nein. Richtig moderiert fördert Offenheit frühzeitige Konfliktlösung und verhindert verhärtete Probleme; klare Gesprächsregeln sind dabei wichtig.

Reicht ein Workshop aus, um psychologische Sicherheit zu schaffen?

Ein Workshop kann starten, aber nachhaltige Veränderung braucht kontinuierliche Praxis, Vorbildverhalten der Führung und Messung.

null Hilfreiche Tipps für entspannter Wechseljahre

Fröhliche Frau im mittleren Alter
Body & Soul

Von Brainfog bis Jobstress: Wechseljahre meistern

Die Wechseljahre sind ein großer Einschnitt im Leben einer Frau. Anna Kipp-Menke, systemische Beraterin, und Giannina Schmelling, zertifizierte Ernährungsberaterin haben hilfreiche Tipps für einen guten Umgang mit häufigen Beschwerden.

Was passiert im Körper während der Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind eine wichtige Lebensphase, die rund 9 Millionen Frauen in Deutschland betrifft. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich: Etwa ein Drittel spürt starke Beschwerden, ein weiteres Drittel mäßige und ein Drittel kaum Symptome.

Während dieser Phase verändert sich der Hormonhaushalt tiefgreifend. Das wirkt auf den ganzen Körper. Meist zeigen sich Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme und Gewichtszunahme.

Wichtiger Tipp: Regelmäßige Bewegung unterstützt den Körper und das Gehirn und kann Beschwerden mindern.

Wann beginnen die Wechseljahre und wie lange dauern sie?

Wechseljahre können schon Ende 30 mit ersten hormonellen Veränderungen beginnen – also lange vor dem Ausbleiben der Regelblutung (Menopause).

Die Symptome entstehen zunächst durch einen Mangel an Progesteron, dessen Spiegel in den Wechseljahren als erstes abnimmt. Erst im Anschluss daran sinkt auch der Östrogenspiegel.

Die hormonellen Veränderungen können sich dabei über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren erstrecken. Deshalb unterscheidet man zwischen Prämenopause, Perimenopause und Postmenopause.

Was bewirkt die Menopause im Gehirn?

Viele Frauen leiden während der Menopause unter Konzentrationsproblemen und „Brainfog“. Das Gehirn reagiert auf die sinkenden Östrogenspiegel und passt sich an. Dabei kommt es zu vorübergehenden Veränderungen.

Diese neurologischen Symptome ähneln denen in anderen Lebensphasen wie Pubertät oder Schwangerschaft. Das Gehirn macht quasi ein hormonelles „Update“ und baut neue Vernetzungen auf.

 Was ist die Menopause, was die Perimenopause?

Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Menstruation und damit das Ende der Fruchtbarkeit (Fortpflanzungsfähigkeit). Er wird rückwirkend festgestellt, nachdem eine Frau 12 Monat lang keine Monatsblutung mehr hatte. Durchschnittlich tritt die Menopause im Alter von 52 Jahren ein.

Die Perimenopause ist die Übergangsphase der Wechseljahre, die zur Menopause führt. In dieser Zeit beginnen die Eierstöcke allmählich weniger Östrogen und Progesteron zu produzieren, was zu körperlichen und emotionalen Veränderungen führen kann. Sie beginnt im Durchschnitt mit 47,5 Jahren und dauert im Schnitt 4 bis 7 Jahre. 

Warum sind die Wechseljahre evolutionär sinnvoll?

Die Menopause ist keine Krankheit oder Strafe. Viele Forschende vermuten, sie ist evolutionär sinnvoll. Denn „Großmütter spielen eine wichtige Rolle“, indem sie Familien unterstützen und Wissen weitergeben. Die Menopause bereitet Frauen auf diese neue Aufgabe vor.

So gelingt ein positives Mindset in den Wechseljahren

Wie Frauen die Wechseljahre erleben, hängt stark ihrer Einstellung ab. Wer diese Zeit als Chance statt als Krise sieht, erlebt oft mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein.

Diese Phase kann der Start für neue berufliche Wege, Beziehungen oder persönliche Ziele sein. Eine positive Haltung fördert das Wohlbefinden und hilft, Herausforderungen besser zu meistern.

6 Tipps für entspanntere Wechseljahre 

Das hilft gegen Konzentrationsprobleme und "Brainfog"

  • Akzeptieren Sie diese Symptome als vorübergehend.
  • Nutzen Sie Tracker für wichtige Dinge und ein festes Ablagesystem.
  • Legen Sie schwierige Aufgaben in Zeiten, in denen Sie sich gut konzentrieren können.
  • Atemübungen wie die 4-7-8-Übung bringen Klarheit in Ihre Gedanken.
  • Vermeiden Sie Multitasking. Erledigen Sie Aufgaben nacheinander.
  • To-do-Listen und Kalender bringen Struktur und Ruhe.

Bewegung: Eine Wunderwaffe gegen Wechseljahrsbeschwerden

Ausdauer- und Krafttraining, sowie Gleichgewichts- und Flexibilitätstraining wirken Wunder. Sie regulieren das Gewicht, senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verbessern Schlaf und Stimmung. Schon regelmäßige Spaziergänge steigern das Wohlbefinden.

Die richtige Ernährung für die Wechseljahre

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren Gewicht zu, vor allem am Bauch. Das erhöht Krankheitsrisiken. Eine ballaststoffreiche, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung hilft, den Stoffwechsel und die Gehirnfunktion zu unterstützen.

So vermeiden Sie Blutzuckerspitzen:

  • Bevorzugen Sie unverarbeitete Lebensmittel.
  • Essen Sie ausgewogen mit Proteinen, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten.
  • Machen Sie 4-5 Stunden Pausen zwischen den Mahlzeiten. Empfehlenswert: 3 Mahlzeiten täglich.

Empfehlenswerte Lebensmittel in den Wechseljahren

  • Omega-3-reiche Lebensmittel wie Leinöl, Chiasamen, fetter Fisch, Walnüsse und Avocado wirken entzündungshemmend.
  • Proteine in Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten und Milch helfen die Muskelmasse zu erhalten.
  • Gemüse, Vollkornprodukte und Nüsse fördern die Verdauung und stabilisieren den Blutzucker.
  • Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Vermeiden Sie Kaffee und Alkohol, da sie Hitzewallungen verstärken können.

So lindern Sie Hitzewallungen

  • Tragen Sie Kleidung aus Naturfasern wie Wolle, Seide oder Baumwolle.
  • Nutzen Sie die Zwiebeltechnik: Mehrere dünne Schichten statt einer dicken.
  • Bevorzugen Sie Kleidung, die Arme und Hals frei lässt, z. B. Westen.
  • Tragen Sie Stofftaschentücher, Erfrischungstücher oder ein Fläschchen Kölnisch Wasser bei sich.
  • Offenes Ansprechen im Job kann helfen, z. B. „Ich mache kurz eine Pause zum Frischmachen.
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Die Wechseljahre sind nicht das Ende, sondern eine wertvolle Chance für einen neuen Lebensabschnitt. Nehmen Sie die körperlichen Veränderungen liebevoll an und nutzen Sie die Zeit, um gut mit sich selbst in Kontakt zu kommen."
Anna Kipp-Menke, Systemische Beraterin

 

 


 

Wechseljahre und Job: Warum es wichtig ist, darüber zu reden 

Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden fallen am Arbeitsplatz oft durch das Raster. Während bei Grippe krankgemeldet wird, müssen Frauen Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Konzentrationsschwierigkeiten meist verschweigen und normal weiterarbeiten.

Die Studie „Menosupport“ (2023) zeigt, dass Beschwerden Karriereentscheidungen beeinflussen und Frauen teilweise Stundenzahl reduzieren oder früher in Rente gehen.
Fakten aus der Studie:

  • 68 % wünschen sich offenere Kommunikation.
  • 57 % wollen mehr Unterstützung von Arbeitgebern.
  • 24 % reduzieren wegen Beschwerden ihre Arbeitszeit.
  • 19 % planen einen vorzeitigen Ruhestand.

Wie Arbeitgeber Frauen in den Wechseljahren unterstützen können

Offene Kommunikation fördern

Ein offenes Klima hilft, Tabus abzubauen. Frauen können so besser über Beschwerden sprechen und Hilfen erhalten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement einbinden

Infos zu hormonellen Veränderungen, Ernährung und Prävention unterstützen Frauen gezielt.

Entlastung im Arbeitsalltag anbieten

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Homeoffice bei Belastung
  • Ruheräume für kurze Pausen
  • Einfache Krankmeldungen

Psychosoziale Unterstützung ermöglichen

  • Psychologische Beratung (Betriebspsychologen).
  • Coaching und Mentoring speziell für Frauen.
  • Kurse zu Stressbewältigung, Meditation, Yoga, Achtsamkeit.
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 Buchtipp: Das Gehirn in der Menopause von Dr. Lisa Mosconi

Dr. Mosconi regt ein neues Bewusstsein für die Menopause an. Sie betrachtet sie nicht als Ende, sondern als wichtigen Übergang mit Chancen für Wachstum.
dtv Verlag, München, 2025

 

FAQ – häufige Fragen zu den Wechseljahren

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Die Wechseljahre dauern etwa 4 bis 7 Jahre. Die Symptome treten meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf.

Hilft Bewegung wirklich gegen Beschwerden?

Ja. Sport verbessert die Stimmung, reguliert das Gewicht, fördert den Schlaf und kann Symptome wie Hitzewallungen lindern.

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren sinnvoll?

Eine ballaststoffreiche, vitaminreiche und ausgewogene Ernährung mit gesunden Fetten und Proteinen unterstützt den Stoffwechsel und das Gehirn.

Wie kann ich Hitzewallungen schnell lindern?

Tragen Sie leichte Kleidung, nutzen Sie wie empfohlen die Zwiebeltechnik, und kühlen Sie sich bei Bedarf mit Erfrischungstüchern oder einem Ventilator.

Kann der Arbeitgeber mich in den Wechseljahren unterstützen?

Ja. Offene Kommunikation, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Ruheräume und psychosoziale Unterstützung sind wichtige Hilfeangebote.