Carolin Kebekus Foto Ben Knabe
Body & Soul

Carolin Kebekus: „Mutterschaft ist eine andere Liga“

"Ich denke, unsere ganze Gesellschaft basiert darauf, dass Frauen den Großteil der Care-Arbeit übernehmen – ohne sich zu beschweren."

Wenn jemand weiß, wie sich Muttersein zwischen Glücksrausch, Schlafmangel und einer Karriere im Scheinwerferlicht anfühlt, dann ist das Carolin Kebekus. Die Comedienne und Moderatorin, die sonst mit scharfen Pointen über Politik, Kirche und Sexismus auffällt, richtet ihren Blick mit dem Bestseller „8000 Arten, als Mutter zu versagen“ auf etwas sehr Privates: ihr Leben als Mutter. 

Im Gespräch mit pme erzählt sie, warum sie die Realität nach der Geburt „kalt erwischt” hat, wieso man als Mutter viel schneller „schlecht“ und als Vater „gut“ ist – und warum Humor für sie kein Weglächeln, sondern eine Überlebensstrategie ist. Carolin Kebekus ist Speakerin auf dem Health Day 2026 im Oktober.

Interview: Sarah Raupach, Redaktion: Christin Müller, Foto: Ben Knabe

Dein Buch heißt „8000 Arten, als Mutter zu versagen“. Wann war dir klar, dass du darüber ein Buch schreiben willst?

Carolin Kebekus: Ich habe beim Schreiben meines neuen Bühnenprogramms gemerkt, dass ich wahnsinnig viel Material habe – Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, alles. Das hätte locker für einen vier-, fünfstündigen Abend gereicht, das kriegt man nie alles auf die Bühne.

Schon in der Schwangerschaft habe ich erfahren, wie vielen Regeln man plötzlich unterliegt – als Schwangere, als Mutter, als Frau sowieso. Und wie wahnsinnig schnell man eine „schlechte Mutter“ ist. Und wie wahnsinnig schnell man ein „guter Vater“ ist. Das hat mich echt überrascht.

Die Idee zum Buch war dann relativ schnell da. Ich habe beim Verlag angerufen, die haben sofort den Vibe gespürt und waren gleich dabei.

Wie viel Carolin Kebekus steckt in diesem Buch – und wo hast du überzeichnet?

Wenn ich auf der Bühne meine Nummer über das Wochenbett erzähle, sage ich am Ende immer: „Für alle, die gerade schwanger sind – das ist Comedy, ich übertreibe.“ Und hinterher rasten alle Mütter aus vor Lachen, weil sie genau wissen: Das ist überhaupt nicht übertrieben, ich habe es nur mal deutlich so ausgesprochen, wie es ist. Vielleicht habe ich hier und da ein bisschen überzeichnet – Comedy eben –, aber jedes Thema stimmt. Und dass Stillen ein Knochenjob ist, stimmt auch. 

Ich glaube, ich habe in diesem Buch viel verarbeitet. Ich musste irgendwie klarkommen mit dem Menschen, der ich geworden bin: Schlafmangel, ständige Überreizung, ständig angefasst werden, ständig abrufbar sein, keine Sekunde mehr für sich.

Bis dahin war ich ein anderer Mensch. Wenn ich etwas schaffen wollte, habe ich geschaut: Wie geht das, wo lerne ich das, wo kann ich das kaufen, was muss ich tun? Und plötzlich war meine einzige Möglichkeit, um Hilfe zu bitten. Es fiel mir wahnsinnig schwer zu sagen: „Ich kann nicht mehr“. Aber genau das wird von Müttern nicht erwartet. Eine Mutter kann immer. Eine Mutter sagt nicht: „Ich kann nicht mehr“.

Ich denke, unsere ganze Gesellschaft basiert darauf, dass Frauen den Großteil der Care-Arbeit übernehmen – ohne sich zu beschweren und ohne dafür Geld zu bekommen.

Viele Väter sehen sich als „moderne Väter“, gleichzeitig klagen viele Mütter über die unsichtbare Organisation im Hintergrund. Wo erlebst du dieses Spannungsfeld?

Der Klassiker ist: Man gibt das Kind mal ab, und der Partner sagt: „Jetzt leg dich doch mal eine halbe Stunde hin“. Da könnte ich aus der Haut fahren. Ja, ich könnte mich hinlegen – aber wer räumt dann die Spülmaschine aus, wer die Waschmaschine? Wer macht den Termin für die U7, wer besorgt neue Gummistiefel? Wann soll ich das sonst machen, wenn nicht jetzt, wo das Kind schläft oder mal woanders ist?

Es ist einfach wahnsinnig viel, was nicht gesehen wird.

Ich kenne aber auch meinen Anteil daran. Ich versuche oft, alles selbst zu machen, damit es „richtig“ ist. Dann fällt es mir schwer zu sagen: „Pack du doch mal die Tasche fürs Kind, und ich entspanne mich jetzt dabei“. Und gleichzeitig denke ich: „Packst du auch wirklich alles ein?“.

Viele moderne Väter sind anders als in meiner Kindheit. Früher war es Qualitätszeit, mit Papa zum Beispiel in den Baumarkt zu gehen. Heute kenne ich viele tolle Väter, die sehr engagiert mit ihren Kindern sind. Aber die Organisation des Überbaus – wer denkt an Termine, Geburtstage, wer hält das soziale Netz? – liegt oft noch bei den Müttern.

Wann hast du gemerkt: Das ist nicht nur viel, das ist ein strukturelles Problem?

Wer sich länger mit Gleichberechtigung und Feminismus beschäftigt, weiß: Es gibt eine grundsätzliche Ungerechtigkeit – in der Care-Arbeit, in der Bezahlung, überall. Ich mache seit Jahren Comedy zu Frauenthemen, Frauenhass, Frauenrechten und dachte irgendwann: „Ich habe doch schon alles mal angesprochen“.

Dann bin ich Mutter geworden und habe gemerkt: Das war nur die Spitze des Eisbergs. Mutterschaft ist eine andere Liga.

Ich weiß, wie privilegiert ich bin. Ich habe Geld, ich kann meinem Kind Klamotten, Spielsachen, Förderung, Betreuung kaufen. Ich habe eine Kita, in der das Kind frühstückt und Mittag isst – das habe ich vorher unterschätzt, was das an Arbeit abnimmt.

Was macht dieser Daueranspruch mit der mentalen Gesundheit bei dir und in deinem Umfeld?

Gesund ist das nicht. Und schwer in Worte zu fassen. Unter Frauen geht es, aber da ist trotzdem eine Scham, zuzugeben, dass man es nicht schafft.

Wenn ich sage: „Ich habe einen Kita-Platz, ich habe eine Nanny, ich arbeite – und ich bin trotzdem komplett am Ende“, dann denke ich sofort an meine Freundin mit vier Kindern, die vielleicht nicht arbeitet. Darf ich mich beschweren, wenn sie es auch „irgendwie“ schafft – oder es zumindest so aussieht?

Wir haben verinnerlicht, dass Frauen das aushalten. Das haben wir bei unseren Müttern und Großmüttern gesehen. Die ganze Gesellschaft basiert auf Frauen, die Dinge aushalten, ohne zu jammern.
Und wenn eine Frau mal sagt: „Ich kann nicht mehr“ oder wütend wird, wird diese weibliche Wut ganz anders wahrgenommen. Dann denkt man schnell: „Bin ich zu schwach? Müsste ich das doch aushalten können?“.

Wenn man sich vor Augen führt, was man an einem Tag alles gemacht hat und wie viel man wirklich geschlafen hat, ist klar, dass man überlastet ist. Aber mein Bild von mir ist: „Ich kann das alles. Ich bin die Person, bei der alle sagen: ‚Caro, wie schaffst du das eigentlich?‘“. Und manchmal denke ich: gar nicht.

Was kann Humor beim Thema “Mental Load und psychische Belastung”, was ein rein ernstes Statement nicht schafft?

Wenn man ein ernstes Thema humoristisch aufarbeitet, muss man immer genau zum Kern kommen: Was ist das Ding, was ist das Absurde an der Situation?

Beim Thema Frauenhass zum Beispiel gibt es viele absurde Momente. Wenn Menschen an der richtigen Stelle lachen, merkt man: Sie haben verstanden, worum es geht – es wird aufs Wesentliche runtergebrochen.

Im letzten Programm hatte ich viele Mütter im Publikum, die sich bei so vielen Themen gesehen gefühlt haben. Und alle anderen im Saal waren durch dieses gemeinsame Lachen mitgenommen. Humor holt Spannung raus, löst Blockaden und Frust.

Im Wochenbett habe ich mit einer Freundin, die gleichzeitig ein Kind bekommen hat, täglich Fotos ausgetauscht – von allem, was schieflief. Wir haben uns die hässlichsten Babyfotos geschickt und uns kaputtgelacht – mit Kaiserschnitt-Narbe. Humor hat sehr geholfen.

Was würdest du jemandem sagen, der gerade komplett im Mental Load steckt und das Gefühl hat, mit seinen „8000 Fehlern“ völlig allein zu sein?

Vielleicht muss man ein paar Ansprüche runterschrauben. Ich hatte am Anfang ein sehr klares Bild von mir als Mutter – wie ich bin und was ich alles schaffe. Von diesem Bild habe ich mich irgendwann verabschiedet. 

Man kann auch einfach mal Sachen liegenlassen. Die schönsten Tage sind die, an denen man nichts vorhat, nirgendwo sein muss und einfach nur mit dem Kind zusammen ist. Ohne den Anspruch, es muss pünktlich Mittagessen geben und es muss selbst gekocht sein. Dann geht man eben in den Zoo und isst Pommes.

Und dann würde ich sagen: sich Hilfe holen. Ein Netzwerk mit anderen Müttern oder Familie. Manchmal muss man Menschen direkt ansprechen, bei denen man sich eine engere Bindung fürs Kind wünscht: „Hättest du Lust, einmal die Woche einen Tantentag oder Onkeltag zu machen?“. Oft kommt Unterstützung aus einer Ecke, mit der man gar nicht rechnet.

Und dann sollte man auf jeden Fall dem Partner mitteilen, wie man sich fühlt. Ich glaube nicht, dass die meisten Väter sagen: „Stell dich nicht so an!“. Wenn man gemeinsam überlegt, was man schafft und was nicht, kann man Aufgaben besser verteilen. Dann muss man sie aber auch wirklich abgeben – das ist oft der schwerste Teil.

null Was macht ein gutes Team aus?

vier Personen im Blaumann posieren
Führung & HR

Was macht ein gutes Team aus?

Warum performen manche Teams mühelos, während andere auf der Stelle treten? pme-Akademie Leiterin Darina Doubravova erklärt, warum der Blick aufs Ganze entscheidend ist. Entdecken Sie die vier wichtigsten Stellschrauben und Praxis-Tipps für sofort mehr Zusammenhalt und Erfolg. 

 

Was heißt systemischer Ansatz bei Teams?

Kennen Sie das? Ein Team voller talentierter, engagierter Profis, aber die Ergebnisse bleiben aus. Die Stimmung ist angespannt, Projekte verlaufen im Sand. Man ist versucht, die Ursache bei einzelnen Personen zu suchen, doch das greift meist zu kurz. Eine aktuelle McKinsey-Studie widerlegt den Mythos, dass Talent allein ausreicht. Die wahre Ursache liegt selten bei den einzelnen Mitgliedern. Sie liegt im System. Darina Doubravova, Leiterin der pme Akademie, führt Sie durch die entscheidenden Faktoren, die aus einer Gruppe von Einzelkämpfern ein echtes Dream-Team formen.

"Ein Team, das aus ‚Superstars‘ besteht, ist nicht von Natur aus ein großartiges Team – tatsächlich kann es zu schlechterer Leistung führen.“ McKinsey, When teams get healthier, the whole organization benefits ​​​​​​​

Der erste und wichtigste Schritt zur Verbesserung ist ein Perspektivwechsel. Teams sind nicht als isolierte Inseln zu betrachten, sondern als Teil eines dynamischen Organisations-Ökosystems. „Weder einzelne Teammitglieder noch Teams kann man isoliert betrachten. Sie sind immer als Teil eines komplexen Öko-Systems in ständiger Wechselwirkung mit anderen Teams und den Dynamiken der gesamten Organisation“, erklärt Darina Doubravova, Leiterin der pme Akademie.

Dieser ganzheitliche Blick sei entscheidend, um die Zusammenarbeit im Unternehmen wirklich zu verstehen und nachhaltig zu verbessern.

Deshalb empfiehlt sie jedem Team, ganz bewusst den Austausch mit anderen Teams zu suchen und offen Fragen zu stellen wie: „Welche Erwartungen habt ihr eigentlich an uns? Wie nehmt ihr unsere Aufgaben und Beiträge wahr?“ Durch diesen Dialog können beide Seiten ihre Perspektiven offenlegen, abgleichen und gegebenenfalls anpassen – ein Prozess, der als echter Perspektivwechsel das gegenseitige Verständnis fördert. Nur wenn ein Team diesen systemischen Kontext erkennt und aktiv gestaltet, kann es sein volles Potenzial entfalten und wirklich effektiv zum Gesamterfolg beitragen.

"Mir ist in vielen Unternehmen aufgefallen, dass sich Abteilungen häufig über mangelnde Wertschätzung durch andere beschweren. Dabei lohnt es sich immer, auch selbstkritisch zu reflektieren: Wie schätze ich eigentlich die Arbeit der anderen Teams ein?", sagt Darina Doubravova. "Wenn Teams über den Tellerrand hinausblicken und den systemischen Kontext einbeziehen, entsteht nicht nur mehr Wertschätzung, sondern auch eine bessere Zusammenarbeit.

So wird aus einer guten Arbeitsbeziehung ein echter Erfolgsfaktor für das ganze Unternehmen." Wertschätzung ist keine Einbahnstraße, sondern entsteht nur im wechselseitigen Austausch und gegenseitigem Verständnis.

Fünf Stellschrauben für erfolgreiche Team-Performance 

Die Forschung zeigt, dass der Erfolg von Teams kein Zufall ist, sondern auf konkreten, erlernbaren Verhaltensweisen beruht. Studien belegen: Es sind nicht etwa zufällige Faktoren oder die Zusammensetzung allein, die ein Team erfolgreich machen, sondern gezielt gelebte Prinzipien im Arbeitsalltag.

"Unsere Forschung zeigt, dass insbesondere vier Treiber den größten Einfluss haben: Vertrauen, Kommunikation, innovatives Denken und Entscheidungsfindung." McKinsey, When teams get healthier, the whole organization benefits 

1. Vertrauen & Psychologische Sicherheit: Das Fundament 

Ohne Vertrauen ist alles nichts. Es ist die Basis, auf der Teammitglieder wagen, Risiken einzugehen, offen ihre Meinung zu sagen und Fehler zuzugeben. Nur wo Vertrauen herrscht, können Mitarbeitende ihre Ideen frei äußern, Fragen stellen und auch mal Unsicherheiten oder Zweifel ansprechen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben. So entsteht eine Umgebung, in der gemeinsames Lernen und kontinuierliche Verbesserung möglich werden.

Aktuelle Studien zeigen, dass Teams mit hoher Vertrauenskultur deutlich leistungsfähiger sind. Laut einer Untersuchung des Beratungshauses McKinsey sind solche Teams bis zu 3,3-mal produktiver als Teams mit geringerem Vertrauen. Sie erzielen bessere Ergebnisse, treffen schneller Entscheidungen und gehen kreativer mit Herausforderungen um.

Außerdem sinken Krankenstand und Fluktuation, weil die Mitarbeitenden sich gehört und wertgeschätzt fühlen. Kurz gesagt: Vertrauen ist der Nährboden für Innovation, Zusammenarbeit und nachhaltigen Erfolg in jedem Team.

 

Praxis-Tipps zum Sofort-Umsetzen: 

  • Persönliche Check-ins: ​​​​​​​Beginnen Sie Teammeetings mit einer kurzen, persönlichen Runde. So entsteht eine offene Atmosphäre, in der sich alle als Teil des Teams fühlen und Vertrauen wachsen kann.
  • Fehler als Lernchance: Fördere eine Fehlerkultur, in der Missgeschicke offen angesprochen und gemeinsam reflektiert werden. Das stärkt das gegenseitige Vertrauen und macht innovative Teamarbeit möglich.
  • Verlässlichkeit leben: Halten Sie Absprachen konsequent ein und informieren Sie Ihr Team proaktiv über Änderungen oder Herausforderungen. Damit zeigen Sie Verlässlichkeit und bauen ein stabiles Vertrauensverhältnis auf. 

Unsere Untersuchung ergab, dass Teams, die beim Thema Vertrauen überdurchschnittlich gut abschnitten, 3,3-mal effizienter waren und mit 5,1-mal höherer Wahrscheinlichkeit Ergebnisse lieferten als Teams mit unterdurchschnittlichem Vertrauen.
McKinsey, When teams get healthier, the whole organization benefits 

2. Offene Kommunikation & Feedback: Der Motor 

Klare, offene und wertschätzende Kommunikation ist der Motor, der das Team voranbringt und Konflikte löst, bevor sie eskalieren. Nur wenn alle Teammitglieder wissen, wie sie miteinander sprechen und Feedback geben können, entsteht eine vertrauensvolle Atmosphäre und produktive Zusammenarbeit.

Praxis-Tipps zum Sofort-Umsetzen: 

  • Regeln für Kommunikation festlegen: Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Team verbindliche Kommunikationsregeln fest. Bestimmen Sie beispielsweise, welches Kommunikationstool (z. B. E-Mail, Chat, persönliche Gespräche) in welcher Situation genutzt wird und wer bei wichtigen Themen informiert werden muss. So vermeiden Sie Missverständnisse und sorgen für Klarheit.​​​​​​​
  • Feedback-Routinen einführen: ​​​​​​​Etablieren Sie regelmäßige Feedback-Runden, zum Beispiel mit der einfachen und effektiven 5-Finger-Feedback-Methode. So erhalten alle Teammitglieder die Möglichkeit, Lob und Verbesserungsvorschläge konstruktiv zu äußern und kontinuierlich an ihrer Zusammenarbeit zu arbeiten.
  • Aktiv zuhören: Trainieren Sie echtes, wertschätzendes Zuhören. Signalisieren Sie Ihrem Gegenüber durch Nachfragen und Wiederholen, dass Sie wirklich verstehen wollen, was gemeint ist. Damit fördern Sie gegenseitigen Respekt und entlasten die Kommunikation im Team.

Arbeiten Sie an Ihrer Haltung zum Feedback: Konstruktives Feedback ist ein Geschenk und eröffnet die Möglichkeit, sich zu verbessern.
Darina Doubravova, Leiterin der pme Akademie 

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3. Innovatives Denken & Vielfalt: Der Treibstoff 

Teams, die offen für neue Ideen sind und unterschiedliche Perspektiven wertschätzen, sind nachweislich kreativer, flexibler und besser vorbereitet auf Veränderungen. Diversität bringt frische Lösungsansätze, fördert Innovationskraft und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist, dass jedes Teammitglied seine Stärken und Erfahrungen einbringen kann.

Praxis-Tipps zum Sofort-Umsetzen: 

  • Raum für Kreativität schaffen: Blocken Sie regelmäßig feste Zeiten für gemeinsames Brainstorming in Ihrem Kalender. Ermutigen Sie Ihr Team dazu, in diesen Sitzungen alle Ideen offen zu äußern – ganz ohne sofortige Bewertung oder Kritik. So entstehen neue Ansätze und kreative Lösungen.
  • Vielfalt bewusst nutzen: Fördern Sie den Austausch zwischen Teammitgliedern mit unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Hintergründen. Bitten Sie gezielt um verschiedene Sichtweisen und zeigen Sie Wertschätzung für unterschiedliche Meinungen. So profitieren Sie vom gesamten Erfahrungsschatz Ihres Teams.
  • Experimente erlauben: Schaffen Sie eine Teamkultur, in der Ausprobieren und „Fehlermachen“ ausdrücklich erwünscht sind. Bestärken Sie Ihre Mitarbeitenden darin, kleine Experimente oder Pilotprojekte zu starten. Feiern Sie gemeinsam Lernfortschritte – unabhängig davon, ob der Versuch sofort erfolgreich war.

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4. Klare Entscheidungsfindung: Das Steuerrad 

Unklare Prozesse bei Entscheidungen führen schnell zu Frust und lähmen die Zusammenarbeit. Effiziente Teams hingegen wissen genau, wer in welchen Situationen wie entscheidet. So werden Entscheidungen zügig getroffen, alle Beteiligten ziehen an einem Strang und das Team bleibt handlungsfähig.

Praxis-Tipps zum Sofort-Umsetzen: 

  • Rollen klären: Schaffen Sie Klarheit im Team, indem Sie gemeinsam festlegen, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist, wer beratend zur Seite steht, wer Vorschläge einbringt und wer letztlich die Umsetzung übernimmt. Diese Transparenz sorgt für Orientierung und steigert die Effizienz.
  • Qualität vor Perfektion: Treffen Sie Entscheidungen zügig. Ermutigen Sie das Team, Entscheidungen zügig und auf Basis der verfügbaren Informationen zu treffen, anstatt endlos nach der perfekten Lösung zu suchen. Ein pragmatischer Ansatz spart Zeit und ermöglicht direktes Handeln.
  • Aus Fehlern lernen: ​​​​​​​Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um Entscheidungen zu reflektieren – besonders dann, wenn das gewünschte Ergebnis ausbleibt. Analysieren Sie gemeinsam die Ursachen, ohne Schuldzuweisungen. So profitieren alle vom gemeinsamen Erfahrungswissen und entwickeln sich als Team kontinuierlich weiter.

"Es geht darum, nicht nur klare Rollen innerhalb des Teams zu klären, sondern auch zu betrachten, welche Erwartungen von außerhalb an die einzelnen Teammitglieder herangetragen werden. Auch das Thema ‚Silos durchbrechen‘ wird immer wichtiger.
Darina Doubravova, Leiterin der pme Akademie 

 

 


 

5. Nachhaltigkeit und der Blick von außen 

Selbstreflexion ist gut, aber oft reicht der Blick von innen nicht aus. Teams entwickeln schnell blinde Flecken für ihre eigenen Schwächen. Führungskräfte schätzen die Situation oft positiver ein als der Rest des Teams. Ein externer Impuls kann entscheidend sein, um die wahren Baustellen zu identifizieren.

Externe Teamentwicklung ist besonders dann sinnvoll, wenn ein neues Team startet, große Veränderungen anstehen oder Konflikte die Zusammenarbeit lähmen. Ein externer Coach kann helfen, festgefahrene Muster zu erkennen und dem Team neue Wege aufzuzeigen. 

Teams sind sich oft ihrer wichtigsten Lücken nicht bewusst und können gemeinsame blinde Flecken haben, was dazu führt, dass sie die falschen Dinge priorisieren.
McKinsey, When teams get healthier, the whole organization benefits ​​​​​​​

Fazit

Ein leistungsfähiges Team ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Prozesses, der beim Verständnis des großen Ganzen beginnt. Indem Teams ihre Rolle im organisationalen Ökosystem erkennen und aktiv an den Säulen Vertrauen, Kommunikation, Innovation und Entscheidungskraft arbeiten, legen sie den Grundstein für nachhaltigen Erfolg. 

FAQ: Team-Performance steigern 

Was macht ein gutes Team aus?

Erfolgreiche Teams zeichnen sich durch gegenseitiges Vertrauen, offene Kommunikation, vielfältige Perspektiven sowie klare Entscheidungsfindung aus. Gemeinsame Ziele, wertschätzender Umgang und eine konstruktive Fehlerkultur sind weitere Schlüssel zum Erfolg.

Wie kann Vertrauen im Team aufgebaut werden?

Vertrauen entsteht durch transparente Kommunikation, Zuverlässigkeit und eine offene Fehlerkultur. Regelmäßige persönliche Gespräche, gelebte Wertschätzung und das Einhalten von Zusagen fördern das gegenseitige Vertrauen im Team.

Was fördert eine gute Kommunikation im Team?

Klare Absprachen, aufmerksames Zuhören und ein respektvoller Umgang sind entscheidend. Feedback sollte regelmäßig und konstruktiv gegeben werden. Gemeinsame Regeln für die Nutzung von Kommunikationskanälen helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

Was versteht man unter systemischem Ansatz?

Der systemische Ansatz betrachtet Teams als Teil eines größeren organisationalen Systems. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen und Wechselwirkungen der Mitglieder. Ziel ist, Muster im Miteinander zu erkennen und so wertschätzende, lösungsorientierte Zusammenarbeit zu fördern.

Was hilft gegen Konflikte im Team?

Konflikte sollten frühzeitig angesprochen werden. Offene, wertschätzende Gespräche und neutrale Moderation helfen, Lösungen zu finden. Wichtig ist, Konflikte als Chance zur Weiterentwicklung zu sehen, statt Schuldzuweisungen zu machen.

Wann sollte externe Teamentwicklung eingesetzt werden?

Externe Teamentwicklung empfiehlt sich bei wiederkehrenden Konflikten, größeren Veränderungen im Team oder wenn die Zusammenarbeit langfristig verbessert werden soll. Ein neutraler Blick von außen kann festgefahrene Muster lösen.

Weiterführende Links

McKinsey Quarterly: "Go, teams: When teams get healthier, the whole organization benefits"
October 31, 2024