Schwangere schaut lächelnd ihren Bauch an und hält einen Teddy
Eltern & Kind

Neuer Hebammenhilfevertrag: Was Eltern wissen sollten!

Ab dem 1. November 2025 treten mit dem neuen Hebammenhilfevertrag wichtige Veränderungen für die Betreuung von Schwangeren, Eltern und Familien in Kraft. Was die neuen Regelungen bedeuten, welche Leistungen weiterhin garantiert sind und worauf Eltern jetzt achten sollten, erfahren Sie hier auf einen Blick. 

Fachexpertinnen: Sarah Sofia van Beek, Doula, Anthropologin M.A., und Kathrin Westphal, Sozialarbeiterin B.A., Erzieherin, Mütterpflegerin, Fachberaterin pme Familienservice.

Zusammengefasst: Was Eltern zum Hebammenhilfevertrag wissen sollten!

Der neue Hebammenhilfevertrag gilt ab 1. November 2025 und bringt ein einheitliches Abrechnungssystem sowie strengere Dokumentationspflichten für freiberufliche Hebammen. Die wichtigsten Leistungen – von Schwangerenvorsorge bis Rückbildung – bleiben erhalten.

Eltern sollten sich frühzeitig um eine Hebamme kümmern und auch digitale Angebote in Betracht ziehen, da die Verfügbarkeit vor Ort eingeschränkt sein kann.

Was besagt der neue Hebammenhilfevertrag? 

Der neue Hebammenhilfevertrag gilt ab dem 1. November 2025 für alle freiberuflichen Hebammen, die mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Ziel ist ein einheitliches, transparentes Abrechnungssystem. Festangestellte Hebammen in Kliniken oder Geburtshäusern sind nicht betroffen. 

Zentrale Neuerungen im Hebammenhilfevertrag:

  • Einführung eines 5-Minuten-Abrechnungsmodells: Leistungen wie Vorsorge, Nachsorge, Wochenbettbetreuung, Beratung und Kurse werden minutengenau erfasst und abgerechnet, statt bisher pauschal. 
  • Strenge Dokumentations- und Nachweispflicht: Jede Leistung muss genau bestätigt, häufig auch von den Versicherten unterschrieben werden.
  • Strikte Anforderungen an Qualitätsmanagement und Datenschutz
  • Neue Vergütungsstruktur für Geburtsbetreuung: 1:1‑Betreuung (eine Gebärende pro Hebamme) wird höher vergütet. Wenn eine Hebamme zwei oder drei Frauen gleichzeitig betreut, reduziert sich die Vergütung. Auf diesem Wege soll der Anreiz für eine individuelle, kontinuierliche Betreuung geschaffen werden. 

Ziel dieser Neuerungen ist es, eine zweckmäßige, wirtschaftliche und qualitativ gesicherte Versorgung zu ermöglichen. Gleichzeitig steigt der bürokratische Aufwand für Hebammen deutlich.

Welche Leistungen sind weiterhin garantiert laut neuem Hebammenhilfevertrag? 

Alle zentralen Leistungen der Hebammenhilfe bleiben erhalten: 

  • Schwangerenvorsorge
  • Geburtshilfe
  • Wochenbett und Nachsorge 
  • Stillberatung
  • Hilfe bei Beschwerden  
  • Geburtsvorbereitung 
  • Beratungen, z. B. zu Ernährung und Beikost.  


 

Was bedeutet der neue Hebammenhilfevertrag für werdende Eltern und junge Familien? 

  • Der gesetzliche Anspruch auf Hebammenhilfe bleibt uneingeschränkt bestehen.
  • Durch die 5‑Minuten-Abrechnung können Betreuungszeiten genauer abgerechnet und eine individuellere und bedarfsgerechte Betreuung ermöglicht werden. Das heißt auch, dass alle Leistungen dokumentiert, bestätigt und genau erfasst werden.
  • Es entsteht mehr Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand für Hebammen. Betreuungsangebote könnten deshalb regional eingeschränkt sein, gerade auf dem Land.
  • Eltern sollten künftig alle Leistungen sorgfältig bestätigen und dokumentieren lassen. 
Versorgung in ländlichen Gebieten ist betroffen!

Hebammenverbände weisen darauf hin, dass trotz mancher Vergütungsanpassungen der bürokratische Druck hoch bleibt. Dies kann regional die Versorgung beeinflussen — insbesondere in ländlichen Gebieten besteht das Risiko, dass Hebammen ihr Angebot reduzieren oder die Freiberuflichkeit aufgeben.  

Für Familien bedeutet das: Es kann schwieriger werden, eine Hebamme zu finden oder bestimmte Betreuungsformen (z.B. außerklinische Geburt) zuverlässig zu planen. 

Was können werdende Eltern jetzt tun? 

  • Frühzeitige Hebammensuche: Am besten gleich zu Beginn der Schwangerschaft Kontakt aufnehmen und einen Platz sichern. 
  • Geburtsort und Geburtsteam bewusst auswählen: Bei Wunsch nach 1:1‑Betreuung sollten Alternativen früh geprüft werden. 
  • Weitere Unterstützungsangebote nutzen: Vorsorge, Nachsorge, Rückbildung, Still- und Ernährungsberatung aktiv in Anspruch nehmen. 
  • Betreuungsnetzwerk aufbauen: Freunde, Familie oder weitere Fachleute (z.B. Doula, Mütterpflegerin) einbeziehen. 
Zusätzliche Betreuung durch Doulas und Mütterpflegerinnen 

Eine Doula oder Mütterpflegerin kann Mütter und Familien emotional und praktisch unterstützen, besonders wenn das soziale Umfeld begrenzt ist.

Die Begleitung kann das Wohlbefinden der Mutter stärken und hilft Eltern, Überforderung zu vermeiden. So kann die besondere Zeit rund um die Geburt entspannter und bewusst erlebt werden. 

pme Angebot: Hebammenservice vor und nach der Geburt

Der pme Familienservice bietet gemeinsam mit NotdienstHebamme flexible Online-Beratung und geprüfte Online-Kurse an. Eltern können per Videochat, Telefon oder E-Mail schnell Fragen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Säuglingspflege klären sowie an Online-Kursen zur Geburtsvorbereitung, Rückbildung oder Stillen teilnehmen. 

Das Angebot überbrückt Versorgungslücken, ersetzt aber nicht die persönliche Betreuung vor Ort, sondern ergänzt diese sinnvoll. 

Weitere Informationen zur Kooperation mit NotdienstHebamme finden Sie in unserem Serviceportal Mein Familienservice. Sie sind noch kein:e Kund:in des pme Familienservice? Kontaktieren Sie uns

null Mitarbeiterunterstützung erfolgreich gestalten | GIM-Forsight Studie

Grafik mit dem Text: Work-Life-Balance ist kein Selbstläufer
Führung & HR

Mitarbeiterunterstützung erfolgreich gestalten: EAP-Studie

Im Auftrag des pme Familienservice haben die Zukunftsforscher von GIM-Foresight die empirische Studie “EAP-Success-Factors” durchgeführt. Die Studie ergründet, wie Programme zur Mitarbeuterunterstützung (EAP) wahrgenommen werden und welche Bestandteile Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

Die neue empirische Studie “EAP-Success-Factors” von GIM-Foresight zeigt, worauf es für die Akzeptanz und Nutzung von Employee-Assistance-Programmen/Mitarbeiterunterstützung (EAP) ankommt. Die Studie ergründet, wie solche Programme wahrgenommen werden und welche Bestandteile Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

 

Viele Unternehmen sehen einen steigenden Bedarf an Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität, sowohl im Kontext der Ansprache neuer Mitarbeiter:innen, als auch für die Bindung Ihrer Beschäftigten.

Gerade junge Mitarbeiter:innen haben eine weitaus differenziertere Anspruchshaltung bei der Auswahl von Unternehmen. Organisationen sollen hierbei mehr Rücksicht auf das Privatleben der Mitarbeitenden nehmen, mehr Flexibilität im Kontext des mobilen Arbeitens anbieten und auch verstärkt auf eine nachhaltige Unternehmenskultur achten, die auch das physische und mentale Wohlbefinden der Mitarbeitenden beachtet.

​​​​​​​Die Merkmale von EAP-Programmen/Mitarbeiterunterstützung

Vor diesem Hintergrund bieten Unternehmen vermehrt Unterstützungsangebote an, die sich in besonderem Maße den beruflichen und privaten Fragestellungen der Mitarbeitenden widmen. In Deutschland steht hierbei steht oft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrund, jedoch wird auch immer häufiger ein umfassendes Gesundheitsmanagement angeboten, mit Sport und Entspannungsprogrammen, Gesundheitsberatung und auch psychosoziale Beratung und Coaching in schwierigen Lebenslagen.

Der Nutzen von Mitarbeiterunterstützung

Zahlreiche Studien belegen den Nutzen von EAP-Angeboten für Unternehmen und Mitarbeitende:

  • Erhalt von Personal: Es ergeben sich Einsparungen durch geringere Mitarbeiterfluktuation und den Erhalt von Mitarbeiterinnen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.
  • Personalgewinnung: Qualifiziertes Personal und Führungskräfte können gewonnen werden, da laut Umfragen Work-Life-Balance ein immer wichtigeres Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers darstellt.
  • Reduzierte Fehlzeiten: Die Krankheitstage der Mitarbeiter sinken, da familiärer Engpässe und gesundheitliche Schwierigkeiten minimiert werden.
  • Erhöhte Leistungsfähigkeit: Durch die Verringerung von Stressfaktoren können sich Mitarbeiter besser auf ihre Arbeit konzentrieren und zugleich gesundheitlichen Problemen vorbeugen.

So zeigt eine Meta-Studie der Unternehmensberatung Deloitte, dass der durchschnittliche Return on Investment (ROI) für Arbeitgeber die in Gesundheitsfördernde Maßnahmen investieren bei 1:5,3 liegt, d.h. für jeden Euro den Arbeitgebende in solche Maßnahmen investieren erzielen sie einen wirtschaftlichen Mehrwert von 5,30 Euro (Deloitte, 2022).

EAP-Programme sind keine Selbstläufer

Der Mehrwert von EAP-Programmen für Unternehmen ist heute weitgehend akzeptiert. Allerdings wird häufig unterschätzt, dass die Wirkung von Unterstützungsangeboten stark von der konkreten Ausgestaltung und Kommunikation solcher Maßnahmen abhängt . Es reicht also nicht irgendwelche Programme anzubieten. Deshalb erkundet die Studie “EAP-Success Factors” wie solche Programme wahrgenommen werden und welche Bestandteile einen weniger starken Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

Die Studienergebnisse werden am 14.11 im Detail vorgestellt (zum Livestream anmelden). Einige Erkenntnisse nehmen wir hier vorweg.

Studienerkenntnisse: eine Vorschau

Mitarbeiterunterstützung ist für Beschäftigte wichtig

Allgemein zeigt sich, dass Employee Assistance Programme für Beschäftigte eine hohe Relevanz haben, insbesondere wenn es um Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geht. Mehr als zwei Drittel (70%) der Befragten geben an, dass ihnen EAP-Angebote vom Unternehmen wichtig sind. Bei Führungskräften (77%) ist der Wert sogar noch höher als bei Mitarbeitenden (68%). ​​

Grafik zeigt wieviele Befragte geantwortet haben, dass Ihnen EAP wichtig ist.

Führungskräfte sind Hauptnutzer

Führungskräfte nehmen EAP-Angebote weit häufiger in Anspruch (87%) als die übrigen Mitarbeitenden (50%). Das deutet darauf hin, dass Führungskräfte besser über die Angebote informiert sind und zugleich viel selbstverständlicher solche Leistungen in Anspruch nehmen. Zu vermuten ist außerdem, dass High Potenzials inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Angebot von EAP-Dienstleistungen haben und solche Angebote zunehmend wichtig für die Gewinnung und Bindung von Führungskräften sind.

Grafik welche darstellt, wieviele Beschäftigte angeben, EAP zu nutzen bzw. bereits genutzt zu haben.

Welchen Fokus von EAP/Mitarbeiterunterstützung wünschen sich Beschäftigte?

Gefragt, welchen Fokus die Befragungsteilnehmenden beim Ausbau von EAP-Angeboten setzen würden, verteilt sich der Fokus relativ gleichmäßig auf mentale (35%), körperliche (35%) und Work-Life (30%) Angebote. Je nach Alter, Geschlecht und der Präsenz oder Abwesenheit von Kindern variieren diese Präferenzen allerdings substanziell. So ist es wenig erstaunlich, dass Frauen (36%) und Männer (38%) mit Kindern sehr viel mehr Wert auf Vereinbarkeitsangebote legen als Frauen (22%) und Männer (24%) ohne Kinder.

Zudem zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter die Bedeutung von körperlichen Gesundheitsangeboten zunimmt. In der Altersgruppe 18-29 legen nur 25% den Fokus auf den Ausbau solcher Angebote, während der Anteil bei den Befragten über 60 Jahre bei 54% liegt. Umgekehrt sind für jüngere Beschäftigte unter 40 Jahren Angebote für die mentale Gesundheit und die Work-Life-Balance von höherer Bedeutung.

Grafik die zeigt welche Schwerpunkte sich Befragte bei EAP wünschen.

Fazit

EAP bzw. Programme zur Mitarbeiterunterstützung können sich sowohl auf die Mitarbeitenden als auch auf das Image des Unternehmens positiv auswirken: Von der Reduktion von Stress und Fehlzeiten, über die Förderung von Spaß an der Arbeit und Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber, bis hin zur Unterstützung des Images als fortschrittlich, innovativ und mitarbeiterorientiert.

Die Nutzung von EAP ist bei Führungskräften sehr ausgeprägt, während befragte Mitarbeitende nur zu 50 Prozent EAP genutzt haben. Gerade für die Nutzung von Mitarbeitenden sind Folgende Faktoren wichtig: Kostenübernahme durch Arbeitgeber , vielfältige Angebote, individuelle und flexible Zugangs- und Nutzungsoptionen, sowie schneller Zugriff.

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Das Studiendesign

Von Ende Mai bis Anfang Juni 2023 wurde von dem Marktforschungsinstitut GIM-Foresight in Deutschland eine quantitative Online-Umfrage durchgeführt, deren Teilnahme durchschnittlich 15 Minuten dauerte. Die Stichprobe umfasst insgesamt 1.000 Arbeitnehmer:innen, darunter 382 Führungskräfte. Alle Teilnehmer:innen mussten zum Zeitpunkt der Befragung in Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitenden beschäftigt sein. Die Stichprobengröße wurde bewusst gewählt, um eine umfassende und vielschichtige Datengrundlage für die Bewertung der Auswirkungen von EAPs auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden in deutschen Unternehmen zu gewährleisten. Die Recruitierung der Teilnehmer:innen erfolgte via Online-Access-Panels.

Quellenangaben

Deloitte (2022), Mental health and employers. The case for investment – pandemic and beyond, London, UK.