Spendenprojekt Nadine Oesterle
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pme spendet: Chancen für Mädchen und Familien in Uganda

"Wir wollen Menschen nicht in eine Abhängigkeit bringen, sondern sie zur Selbständigkeit fördern." (Nadine Oesterle) 

Dass Mädchen wegen ihrer Periode nicht zur Schule gehen können, ist für viele Menschen in Deutschland kaum vorstellbar. In Uganda ist das für zahlreiche Mädchen Realität: Sie bleiben dem Unterricht fern, verpassen Lernstoff – und manche verlieren irgendwann ganz den Anschluss. Nadine Oesterle möchte das ändern. Mit Yeshanah Mission klärt sie Mädchen über Menstruation auf. Doch das ist nur ein Teil der Arbeit: Durch Patenschaften ermöglicht die Initiative Kindern den Schulbesuch und stärkt Familien mit Bildungsangeboten und Trainings, die Wege in die Selbstständigkeit eröffnen. Der pme Familienservice hat Yeshanah Mission mit 6.250 Euro unterstützt.

Was war für Sie der persönliche Auslöser, in Uganda das Familienzentrum „Yeshanah Mission“ aufzubauen?

Nadine Oesterle: Yeshanah Mission soll ein Familienzentrum werden, in dem Familien aus- und zugerüstet werden mit Fähigkeiten, die sie in ihrer Selbständigkeit unterstützen und an dem auch eine Klinik angeschlossen werden soll. 

Im Familienzentrum wird es z.B. Computerkurse geben, die den Menschen vor Ort ermöglicht, den rapiden voranschreitenden Entwicklungen der Zeit schrittzuhalten.

Der Auslöser war, der enge Kontakt mit den Familien der Kinder aus unserem Patenschaftsprogramm, der und tiefere Einblicke in die Sorgen und Nöte dieser Familien gewährt. Durch das Familienzentrum wollen wir weiter blicken, nicht bei der Bildung stehen bleiben, sondern Familien langfristig in die Lage bringen, selbständig den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen zu können. 


Nadine Oesterle (2. von links) und ihr Team setzen sich für ugandische Familien ein.

Wie genau unterstützen Sie die Kinder? Welche konkreten Projekte haben Sie bereits umgesetzt und welche sind noch geplant?

Wir unterstützen die Kinder durch Patenschaften, damit sie wieder, oder zum ersten Mal in die Schule gehen können. Dabei werden die Schulgebühren von Paten übernommen, aber z.B. Schulmaterialien wie Uniform und Bücher werden von den Familien selbst übernommen, um sie mit in die Verantwortung der Bildung ihrer Kinder einzubeziehen. 

Mittlerweile haben wir 35 Kinder im Patenschaftsprogramm, davon sogar einen jungen Mann in der Universität. Wir begleiten die Kinder, sind in Kontakt mit den Schulen vor Ort und mit den Angehörigen/Familien der Kinder. 

Mit den Einsätzen von Patenschaft+ erreichen und ermutigen wir Mädchen und junge Frauen in Schulen und Dörfern. Unser Aufklärungsprogramm soll heranwachsende Frauen über ihren Körper aufklären und selbstbestimmtes Handeln ermöglichen.

Ganz neu bieten wir auch Trainings für Frauen an. In den Trainings lernen sie, wie man selber waschbare Hygienesets nähen kann, mit einfachen und vor Ort verfügbaren Materialen. Damit können sie selbst helfen und werden gleichzeitig ausgerüstet, durch den Verkauf von Hygienesets, selber ein Business zu starten. Diesen Bereich möchten wir verstärkt ausbauen, um die Selbständigkeit zu fördern, unseren Wirkungsradius zu erweitern und einen langfristigen Effekt zu erzielen.

Außerdem wird es in Zukunft auch einen Bereich geben für Start-ups, um Familien finanzielle Starthilfe zu geben. Dazu gehört auch ein Training wie man z.B. ein Business startet und führt, wie man einen Businessplan schreibt oder wie man Einkommen und Ausgaben berechnen kann.

Können Sie uns mehr über das Projekt „Patenschaft +“ erzählen?

Angefangen hat es damit, dass Kinder durch Patenschaften in die Schule gehen können. Aber wenn man tiefer blickt, haben wir festgestellt, dass nur ein Bruchteil der Kinder die weiterführende Schule besucht und ein noch kleinerer Teil die Grundschule überhaupt fertig macht. Und das betrifft vor allem Mädchen.

Ein Grund ist, dass Mädchen, sobald sie ihre Periode bekommen, oft aus dem System fallen, und ein anderer Grund ist die extrem hohe Rate an Teenagerschwangerschaften. Es ist ein großes Tabuthema und nur wenige Mädchen sind aufgeklärt oder wissen über ihre Periode und den richtigen Umgang Bescheid.


Aufklärung in Uganda: Die Mädchen erhalten waschbare Hygienesets.

Oft fehlen sie dann an den Tagen ihrer Periode, verpassen viel vom Unterricht und hören dann irgendwann auf in die Schule zu gehen, weil sie so viel verpasst haben. Und genau da setzt Patenschaft+ an.

Wir wollen nicht nur Kinder unterstützen, dass sie in die Schule gehen können, sondern auch einen Beitrag leisten, dass sie in der Schule bleiben können. Mit Patenschaft+ gehen wir deshalb in die Schulen, machen Aufklärungsarbeit über Sexualität und Menstruation, ermutigen die Mädchen und haben ein offenes Ohr für Fragen.

Außerdem bekommt jedes Mädchen ein waschbares Hygieneset, damit sie trotz Periode in die Schule gehen können.

Mit Outreaches in Dörfern und Schulen möchten Sie Menschen direkt vor Ort erreichen. Welche Bedürfnisse begegnen Sie dabei besonders häufig?

Der Altersdurchschnitt in Uganda beträgt ca. 15 Jahre. Das bedeutet, es gibt extrem viele junge Menschen, mit geringer Zukunftsperspektive und geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das trägt sich bereits auf die Situation in den Schulen aus. Der Druck auf die Schüler ist enorm hoch. Schon im Kindergarten lernen die Kinder lesen, schreiben Arbeiten und bekommen ein Zeugnis. Es wird viel Wert auf Leistung gelegt. 

Was bedeutet nachhaltige Hilfe für Sie in einem Land, das mit Armut, Arbeitslosigkeit und eingeschränktem Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung konfrontiert ist?

Das ist eine sehr wichtige Frage und auch mit der Grund, warum wir Yeshanah Mission gründen. „Einfach Geld geben“ ist nicht die Lösung des Problems, sondern verschlimmert es noch. Wir wollen Menschen nicht in eine Abhängigkeit bringen, sondern sie zur Selbständigkeit fördern.

Bei den Kindern fängt das schon mit Bildung an. Die Chance in die Schule zu gehen, schreiben und lesen zu lernen ist so vielen Kindern nicht möglich. Durch Bildung kann ein Bruch des Armutskreises stattfinden.

Eltern mit einer Fähigkeit auszurüsten, damit sie irgendwann wieder selber in die Lage zu kommen, für ihre Familien zu sorgen, ist die nachhaltigste Form der Hilfe.

Wie unterstützt die Organisation MT:28 Sie bei der konkreten Umsetzung Ihrer Ideen?

MT:28 ist unser Ratgeber in allen Bereichen. Mit ihrem reichen und langen Erfahrungsschatz durch die Arbeit mit Missionaren weltweit stehen sie uns mit Rat und Tat zur Seite. MT:28 unterstützt uns auch durch die Organisation von Spendengeldern, sodass diese auch garantiert ankommen.

Ein Jahr danach – Welche Projekte konnten Sie mit der Spende vom pme Familienservice umsetzen?

In diesem Jahr konnten wir dank der großartigen Unterstützung von pme Familienservice 549 waschbare Hygienesets bei Einsätzen ausgeben und außerdem 7 Frauen schulen, selbst Hygienesets zu nähen.

Außerdem steht im Oktober ein großer Einsatz im Westen Ugandas an, an dem wir zwei Schulen, mit jeweils 80 Schülerinnen besuchen und mit Hygienesets versorgen. Zusätzlich werden 11 weitere Frauen ausgebildet, Hygienesets zu nähen.


Frauen werden geschult, Hygieneartikel selbst zu nähen.

Weitere Informationen zum Projekt "Patenschaft+" gibt es auf der Webseite der Organisation: MT:28.

Soziales Engagement des pme Familienservice

Seit fünf Jahren gibt es die Spendenaktion „pme spendet“, bei der pme-Teammitglieder die Möglichkeit haben, gemeinnützige Vereine aus den Bereichen „Internationale Entwicklungshilfe“, „Soziale Arbeit“, „Klima- und Tierschutz“ und „Kultur“ für eine Spende vorzuschlagen, die sie aktiv unterstützen. Alle Teammitglieder stimmen anschließend über die Organisationen ab, die sie fördern wollen. Die Vereine mit den meisten Stimmen erhalten eine Spende vom pme Familienservice.

2025 erhielten fünf nationale und internationale Organisationen insgesamt 50.000 Euro Spendengelder – ein gemeinsames Zeichen dafür, dass gesellschaftliches Engagement ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur bei pme ist.

null Gesundheitstag der Extraklasse: Das war der Health Day 2022

Speakerin Bastienne Neumann auf dem Health Day
Veranstaltung

Das war der Health Day 2022: Gesundheitstag der Extraklasse

Sechs Stunden Programm, 16 Top-Speaker:innen und 6.000 Zuschauer:innen – der Health Day bildet den fulminanten Abschluss zum 30-jährigen Geburtstag des pme Familienservice.

Gesundheit für jeden Geschmack

Die Mischung macht’s: Unterhaltsame und informative Vorträge von Top-Speaker:innen wie Frédéric Letzner, Dr. Matthias Manke, Gaby Köster und Michael „Curse“ Kurth zu den Themen körperliche Gesundheit, Mental Health, Achtsamkeit, Ernährung und Trends im Gesundheitsmanagement boten ein großartiges und abwechslungsreiches Programm für jeden Gesundheitsgeschmack. 

Pünktlich um 14 Uhr begrüßten pme-CEO Alexa Ahmad und Moderatorin Jessica Mina-Knopp die Zuschauer:innen live aus der pme Akademie in der Hamburger Hafencity. Was folgte war ein Gesundheitstag mit neuen Impulsen, spannendem Fachwissen und großartiger Unterhaltung. 

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Frédéric Letzner: Gesundheit geht auch sexy

Redner und Autor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie Frédéric Letzner startete mit seinem Vortrag zum Thema “Gesundheit geht auch sexy” und erörterte dabei die Frage, warum eigentlich so viele Menschen keine Lust auf das Thema Gesundheit haben und was man dagegen tun kann. Der Ernährungswissenschaftler, Buchautor und Speaker Letzner gab in seinem Vortrag interessante Einblicke in unsere kindlichen Prägungen und Ängste, wenn es etwa um gesunde Ernährung geht.

Mit seinem anschaulichen Plädoyer gegen das „Superheldentum“ am Arbeitsplatz rüttelte er die Teilnehmenden wach: „Die teuersten Mitarbeitenden sind die Superhelden, denn sie laufen irgendwann gegen die Wand“, so Letzner. Der Effizienzgedanke lässt sich ihm zufolge nicht mit der Gesundheit vereinbaren.

Wo es nur um das Funktionieren geht, sei keine Zeit für gesundes Essen und guten Schlaf. Als Mittel für ein gesünderes Leben präsentierte er die „4 G“: Geduld, Genuss, Genügsamkeit, Gelassenheit: Weg von Selbstoptimierung und Challenges, Schluss mit Multitasking, stattdessen Wertschätzung für sich selbst und die eigenen Prioritäten.


Der Opener: Frédéric Letzner gibt Vollgas.

Bastienne Neumann: Die Psyche isst mit

Ernährungswissenschaftlerin Bastienne Neumann folgte ihrem Vorredner auf dem Fuß. Bastienne Neumann hat selbst erlebt, wie Essen zu etwas werden kann, dass das Dasein bestimmt.

Als ehemalige Judoka hat sie es selbst erlebt: Um in ihrem Sport erfolgreich zu sein, musste sie gezielt zu- und abnehmen, Wettkampfphasen waren von Verzicht geprägt. Als verletzungsbedingt Schluss mit dem Sport war, gab es für sie kein Halten mehr. Sie kompensierte durch Essen und nahm insgesamt 25 Kilo zu. Um zu verstehen, was dahintersteckt, studierte sie Ernährungwissenschaften.

Der Gamechanger, wie sie es selbst bezeichnet, war aber die Ernährungspsychologie, also die Frage, warum wir essen, was wir essen. In ihren Vortrag beim Health Day regte sie die Teilnehmenden an, genau hinzuschauen: Warum greifen wir in stressigen Situationen zum Schokoriegel?

Warum gehen wir Punkt mittags in die Kantine, auch wenn wir keinen Hunger haben? Die Antwort: Essen ist mehr als Nahrung, es ist zum Beispiel Trostspender, Belohnung, verschafft uns eine Auszeit und dient dem Austausch mit anderen. Unvermeidlich im stressigen Alltag? Nein. In ihrem Vortrag stellte sie einen Koffer mit Ressourcen vor, die an die Stelle des Essens treten können. 

"Wenn Hunger nicht das Problem ist, dann ist Essen nicht die Lösung.“ (Bastienne Neumann)

 


Bastienne Neumann im Gespräch mit Moderatorin Jessica Mina-Knopp.

"Revierdoc" Matthias Manke: Wenn der Orthopäde Rücken hat

In seinem Vortrag stellte Revierdoc Dr. Matthias Manke auf dem Pott dar, wie wichtig Bewegung für den Körper ist. „Bewegen heißt Leben“ - das ist das Credo von „Revierdoc“ Matthias Manke. „Uns fehlt im Alltag der Bewegungsausgleich“, so Manke. Wo man nicht mehr das Haus verlassen muss, um einkaufen zu gehen oder Menschen kennenzulernen, kommt die Bewegung zu kurz.

Ganz praktisch widmete er sich den wichtigsten Problemzonen vieler Menschen, zum Beispiel dem Nacken, der oft überdehnt und verkrampft sei. Oder dem Beckenboden, um den sich entgegen landläufiger Meinung nicht nur Frauen nach einer Geburt kümmern müssten. „Beckenbodentraining ist die Lösung für eine stabile Körpermitte“, so Manke. Seinen unterhaltsamen Vortrag reicherte er durch Live-Übungen an, so etwa eine einfache Übung für einen starken Nacken oder eine Beckenbodenübung, die sich problemlos am Arbeitsplatz durchführen lässt.

"Uns fehlt im Alltag der Bewegungsausgleich.“ (Dr. Matthias Manke)


Revierdoc Dr. Mathias Manke ist einer der bekanntesten Orthopäden Deutschlands.

Trends im digitalen BGM - mit Pia Grocholl und Michèle Penz

Anschließend folgte eine echte Premiere. Pia Grocholl und Michèle Penz, die die neue Säule „Health“ des pme Familienservice in Doppelspitze leiten, stellten im Talk mit Moderatorin Jessica Mina-Knopp das neue BGM-Angebot des pme Familienservice vor und erläuterten, wo die Reise im digitalen BGM hingeht.

Gesundheit im Unternehmen sei ein riesiger Trend, so die Gesundheitsexpertinnen. Bei steigender Arbeitsbelastung und dem Fachkräftemangel biete ein BGM vielerlei Ansatzpunkte. Im Talk präsentierten sie die Kombination aus Verhältnisprävention und Verhaltensprävention, die den pme Health-Angeboten zugrundeliegt. Sich die Rahmenbedingungen und Strukturen anzuschauen ist ebenso wichtig wie die Frage, was der einzelne Mensch tun kann, um gesund zu bleiben bzw. zu werden.

Der Königsweg dabei sei der Blended-Ansatz: Via E-Learnings, Podcasts oder Artikel können sich Beschäftigte flexibel Inhalte aneignen, kombinierte Live-Interventionen wie Coachings sorgen für die nötige Verbindlichkeit. Ein interessanter Einblick, der mit dem Anspruch endete: Gesundheit soll Spaß machen!


Michèle Penz (links) und Pia Grocholl (Mitte) reden mit Moderatorin Jessica Mina-Knopp über Trends im digitalen BGM.

Trend-Talk: Gender im Gesundheitsmanagement

Drei Talkgäste, ein Ziel: Der nachfolgende Trend-Talk zum Thema Diversität im Betrieblichen Gesundheitsmanagement sollte ein Bewusstsein für Zielgruppen schaffen, die bisher noch unter dem Radar sind. Fee Reinoso, Gründerin von Vision Period , möchte Unternehmen dafür sensibilisieren, wie viel Potenzial und welche Ressource im weiblichen Zyklus steckt - ein  "Asset für die Wirtschaft", so Reinoso. Bisher würden die Bedürfnisse menstruierender Frauen komplett ignoriert. Sie wünscht sich von Unternehmen eine „mentrual Awareness“, also Akzeptanz und eine Infrastruktur, die auf die Bedürfnisse der Frauen eingeht.

Auch die Wechseljahre seien ein wichtiger „Businesscase“, ist Silke Burmester überzeugt. Die Journalistin und Buchautorin möchte ein neues Bild vom Altern etablieren. Burmester stellte fest, dass Wechseljahre vor allem mit einem Mangel in Verbindung gebracht werden. Dabei biete die Zeit oft ein unterschätztes Potenzial. „Da ist viel Power“, so Burmester. Oft hätten Frauen in dieser Phase mehr Zeit, weil die Kinder größer werden, sie wollen ihre Karriere fortsetzen und haben Lust, zu arbeiten. Mit ihrem Online Magazin “Palais Fluxx” bietet sie ein Informationsportal für Frauen ab 47 Jahren, die sich in Rausch, Revolte und Wechseljahren befinden.

Die Männer hatte schließlich Volker Baisch im Blick. Er ist Experte für das Thema Vereinbarkeit aus Vätersicht und findet, dass das Thema Männergesundheit auf den Radar von Unternehmen gehört. „Männer reden weniger über ihre Gesundheit oder psychische Belastungen als Frauen“, so Volker Baisch. Sie bräuchten zum einen andere Angebote, zum anderen müsse auch die Form und die Ansprache so verändert werden, dass Männer sich angesprochen fühlen.


Silke Burmester (links), Volker Baisch (Mitte) und Fee Reinoso (rechts) diskutieren angeregt über Diversität im BGM.

Gaby Köster: Mein Leben nach dem Schlaganfall

Manchmal liegen Freud und Leid nah beieinander. Wie im Fall von Gaby Köster. Im Interview mit Jessica Mina-Knopp erzählte die bekannteste Frau in der deutschen Comedy-Landschaft, wie sie einen schweren Schlaganfall auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erlitt – mit 46 Jahren. Sie musste alles wieder lernen: Gehen, Sprechen, Autofahren, Weinen.

Noch heute, nach fast 15 Jahren, beeinträchtigen sie die Folgen des „Schlags“, wie sie ihn selbst nennt. Beim Health Day am 8. November 2022 sprach Gaby Köster darüber, wie sie durch den Schlaganfall ausgeknockt wurde – und wie sie sich Stück für Stück wieder zurück ins Leben und auf die Bühne gearbeitet hat. Was ihr dabei geholfen hat, ist ihr Humor: "Ich sehe auch im größten Chaos noch den Witz", sagt sie.

Auch wenn ihr heutiges Leben anders ist als das vor dem Schlaganfall, hat sie sich viele Freiheiten zurückerobert, zum Beispiel wieder alleine zu reisen. Ein inspirierender Beitrag von einer der humorvollsten Frauen Deutschlands, der nicht nur für spannende 30 Minuten sorgte, sondern auch für viele heitere Momente.


Comedy-Ikone Gaby Köster brachte gute Stimmung mit.

Diana Doko: Depressionen - Reden rettet Leben

Psychische Erkrankungen sind aufgrund der hohen Fehlzeiten in Unternehmen ein Thema, das bei einem Health Day selbstverständlich Beachtung finden muss. Diana Doko, Gründerin des „Freunde fürs Leben e.V.“ und Benthe Untiedt, Geschäftsführerin von Shit Show – Agentur für psychische Gesundheit klären über Depressionen auf.

Diana Dokos Motto lautet "Über Depressionen sprechen, rettet Leben!" Der Trägerin des Bundestverdienstkreuzes fehlen in Deutschland Aufklärungskampagnen zu Depressionen. Sie fordert daher, psychische Erkrankungen auf die gesundheitspolitische Agenda zu bringen und zu vermitteln, dass wir als Gesellschaft endlich offener über Depressionen und Suizid sprechen müssen – das kann Leben retten. Ziel ist, dass Signale besser erkannt und verstanden und Suizide verhindert werden. 

"Je mehr wir über das Thema Depression wissen und je mehr wir über Suizid wissen, desto besser können wir uns gegenseitig helfen." (Diana Doko)

 


Über Depressionen reden, rettet Leben", ist Diana Dokos Leitspruch.

Benthe Untiedt: Mentale Gesundheit zum Anfassen

Benthe Untiedt zeigte, wie es sich anfühlt, wenn Depressionen jemanden „niederdrücken“. Und warum der vermeintlich gut gemeinte Ratschlag „Kopf hoch“ alles nur noch schlimmer macht. 

Die Diplom-Psychologin brachte zum Health Day ihre „Moodsuits“ mit, die psychische Belastungen erfahrbar machen. Da gibt es den „Beuger“, eine Art Rucksack, mit dem der Kopf nach unten gedrückt wird, so dass sich die Trägerin klein und bedrückt fühlt. Oder die „Glocke“, die aussieht, wie ein Taucherhelm und den Kontakt mit anderen erschwert. Und schließlich den „Würger“, der das Gefühl erzeugt, einen Kloß im Hals zu haben. Unsere Moodsuits sind „Symptome zum Anziehen“, so Bethe Untiedt. Sie helfen dabei, eine Brücke zu Menschen zu schlagen, die solche Gefühle erleben und machen dieses schwierige Thema erzählbar.


Benthe Untiedt zeigt ihre Mood Suits an unserer Kollegin Susanna.

Carola Kleinschmidt: Surf your Energy: Mit deinem Biorhythmus im Einklang

Mit viel Power ging es weiter mit Bestseller-Autorin Carola Kleinschmidt. In ihrem Vortrag „Surf your Energy: Mit deinem Biorhythmus im Einklang“ erzählte sie, wie man erfolgreich die eigene Energiewelle surft. Denn wenn wir in unserem Biorhythmus schwingen, sind wir zufriedener, arbeiten besser und sind kreativer.

Energie schwingt in einer Welle durch den Tag, so Carola Kleinschmidt, es gibt Energiehochs und Energietiefs. Im Energiehoch fällt uns alles leichter, Sport, Verhandlungen, Konflikte in der Familie. Doch auch das Energietief hat seine Berechtigung, so Carola Kleinschmidt: Es sei perfekt, um Dinge zu verarbeiten, die wir im Energiehoch gelernt haben. „Ohne Energietief kein Lernen“, so ihr Fazit.

Auch auf die Unterschiede zwischen Morgenmenschen und Abendmenschen ging sie ein und regte dazu an, kleine Stellschrauben zu verändern, um dem eigenen Biorhythmus gerecht zu werden. Schon eine halbe Stunde länger schlafen könne einen riesigen Unterschied machen, so Kleinschmidt.

"Ohne Energietief kein Lernen." (Carola Kleinschmidt)


Carola Kleinschmidt erklärt wie der Biorhythmus funktioniert.

Michael "Curse" Kurth: Easy, Anti-Eso und für alle: So entspannst du richtig!

Den krönenden Abschluss bildete der Vortrag „Easy, Anti-Eso und für alle: So entspannst du richtig!“ von Michael „Curse“ Kurth. Der Rapper und systemische Coach nahm das Publikum mit in sein eigenes Leben, das geprägt war von frühem Willen zum Erfolg  - und einem jähen Umbruch, als er merkte, dass Erfolg nicht die Garantie für Glück ist. Er stelle ein 3-Phasen Rezept vor, um ohne Esoterik ganz einfach zu entspannen. Was dazugehört? Tief durchatmen, das Problem und sich selbst zu hinterfragen und schließlich, „das Geheimnis der Wasserflasche“ zu ergründen.


Vom Rapper zum Systemischen Coach - Michael Kurth zeigt wie Entspannung richtig geht.

Bewegte Pausen mit Yogalehrer Fjodor Kendzierski und Entspannungseinheiten mit der App Mindance rundeten das abwechslungsreiche und hochaktuelle Programm ab.

Gisela Erler und Alexa Ahmad: Das waren 30 Jahre pme

Am Ende holte Moderatorin Jessice Mina-Knopp noch einmal die pme CEO Alexa Ahmad und Überraschungsgast Gisela Erler, die Gründerin des pme Familienservice, auf die Bühne. Alexa Ahmad betonte, wie wichtig das Thema Gesundheit für alle ist: „Was uns alle eint: Health ist von der Wiege bis zur Bahre wichtig“ und bedankte sich bei allen Referent:innen, die viel Mut gemacht und zahlreiche Tipps gegeben haben.

pme-Gründerin und Staatsrätin a.D. Gisela Erler ließ den Wandel des Unternehmens in den vergangenen 30 Jahren Revue passieren und schlussfolgerte: „Für mich ist Gesundheit nicht nur Achtsamkeit und Kein-Stress, es kommen unglaubliche Krisen und plötzlich machen die Firmen unglaubliche Dinge, die man vorher nicht für möglich gehalten hatte.“


Gisela Erler (links) und Alexa Ahmad (rechts) haben sichtlich Spaß.
 

Health Day 2022: Vielen Dank an unsere Partner

pme health: Effektives BGM im Blended Learning Format 

Organisationsberatung, GBU Psyche, BEM: Unsere Angebote zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zeichnen sich durch Ganzheitlichkeit und Individualität aus. Von der Strategieentwicklung über die Bedarfsanalyse und Maßnahmenplanung bis hin zur Evaluation etablieren, ergänzen und optimieren wir das BGM-Portfolio von Unternehmen, um ihre Belegschaft gesund, leistungsstark und motiviert zu halten. 

Die persönliche Betreuung von Mitarbeitenden nach einem neuen ganzheitlichen Mind-Body & Soul-Ansatz ist eines unserer Schlüsselfaktoren und geht Hand in Hand mit unserem Blended Learning Konzept. Wir kombinieren digitale und Live-Formate zur Bewegungsförderung, Ernährung, Stressprävention und Achtsamkeit und stellen unser Wissen orts- und zeitunabhängig zur Verfügung.