Dynamisch, jung, männlich: Traumberuf Kita-Erzieher

Traumberuf Kita-Erzieher – pme Familienservice Blog

11.08.2017
Sabrina Ludwig
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Text: Cedric Teubl | Redaktion: Gabriele Strasser

Cedric Teubl hat einen fast schon außergewöhnlichen Beruf. Er gehört zu den wenigen männlichen Erziehern, die Kinder unter sechs Jahren betreuen. Seit 2013 ist er in der Kölner pme-Kita Lumiland tätig und fühlt sich in seinem Job pudelwohl.

Als ich mit 19 mit der Schule fertig war, habe ich mich von meiner sozialen Ader leiten lassen und ein Praktikum in einem Wohnheim für Obdachlose gemacht. Schon bald stand für mich fest, dass ich Erzieher werden und mit Jugendlichen arbeiten möchte. Dass ich mich dann doch für den Elementarbereich entschieden habe, verdanke ich den guten Lehrern in meiner Erzieherausbildung. Sie haben dieses Arbeitsfeld sehr spannend dargestellt und mich bestärkt, in eine Kita zu gehen.

Seit 2013 arbeite ich nun in der pme-Kita Lumiland. Für mich genau der richtige Ort: Ich finde es interessant, die ersten Lebensjahre der Kinder zu begleiten, ihnen bei neu Erlerntem beizustehen und neue Impulse zu geben. Das fängt bei kleinen Dingen an, etwa wenn ein Kind mir seinen selbstgebauten Turm zeigt, und geht bis zu Diskussionen mit Vorschulkindern, warum Tiger nicht gejagt werden sollen.

Auch wenn ich hier zu einer Minderheit gehöre, fühle ich mich im pme Familienservice und im Lumiland als Mann super aufgehoben. Ganz alleine bin ich auch nicht, zwei weitere männliche Kollegen arbeiten hier – eine vergleichsweise gute Quote.

Was mir beim pme Familienservice gut gefällt, ist die Professionalität als Arbeitgeber. Besonders der Diversity-Gedanke ist hier sehr verinnerlicht. Männer und Frauen werden gleich behandelt und gefördert. Ich denke, dadurch ist pme gerade für männliche Erzieher sehr attraktiv.
 

Kitas brauchen beides – Männer und Frauen

Je diverser wir aufgestellt sind, desto mehr können die Kinder davon profitieren. Die Kita-Arbeit ist genauso wenig Frauensache, wie die Führung eines Unternehmens Männern vorbehalten sein sollte. Bei der Arbeit in der Kita haben wir die Chance, althergebrachte Rollenbilder zu durchbrechen. Wenn wir für Kleinkinder den Alltag begleiten und gestalten, unterstützen wir sie bei der Identitätsfindung und vermitteln ihnen Werte – so wie die Vollwertigkeit beider Geschlechter. Gelegentlich kommt es vor, dass einzelne Eltern Vorbehalte gegenüber männlichen Erziehern haben – die meisten freuen sich aber, dass auch Männer ihre Kinder betreuen.


"Ich koche sehr gerne mit den Kindern – und immer wieder kommt meine Gitarre zum Einsatz"

Im Zusammenhang mit Männern in der Kita gibt es immer noch Klischees wie: „Die können dann mit den Kindern Fußball spielen“. Doch die Unterschiede basieren eher auf unseren Persönlichkeiten und Charaktern als auf dem Geschlecht. Die Frauen in unserem Team spielen genauso gut mit den Vorschulkindern Fußball, wie die Männer mit ihnen weben. Ich zum Beispiel koche und backe sehr gerne mit den Kindern, ich bastele und werke mit ihnen, und immer wieder kommt meine Gitarre zum Einsatz. Besondere Freude bereitet mir die tiergestützte Pädagogik, ein Schwerpunkt meiner Arbeit. Im Umgang mit unseren beiden Bartagamen können die Kinder vieles lernen, unter anderem Achtsamkeit, Respekt und Verantwortungsgefühl. Sie dabei zu begleiten ist eine schöne Aufgabe: Ich freue mich immer wieder, wie behutsam die Kinder mit den Tieren umgehen und wie begeistert sie sich an der Pflege beteiligen.


"Wir sind stolz auf unseren hohen Männeranteil!"
 

"An unseren Standorten und in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen spielt das Thema Diversity eine große Rolle. Von Anfang an, seit wir 1999 unsere erste Kita eröffneten, haben wir ganz selbstverständlich Männer eingestellt und jenseits von Rollenklischees in der Kinderbetreuung eingesetzt. Durch unsere unbefangene Haltung konnten sich Männer von Anfang an voll bei uns einbringen und die Kita mitgestalten. Heute haben wir in unseren Kitas einen überdurchschnittlich hohen Männeranteil: Während der Männeranteil in Kinderkrippen und Kitas deutschlandweit 4,7 Prozent beträgt (Stand 2015), liegt er bei uns bei 11 Prozent. Darauf sind wir stolz, zeigt es doch, dass unsere Diversity-Strategie Früchte trägt.

Wir schätzen die Einzigartigkeit einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters und sind davon überzeugt, dass in Zukunft alle von der Vielfalt profitieren werden: die Kinder, ihre Eltern und auch die Teams. Darum werden wir uns auch in Zukunft aktiv für eine stärkere Einbindung von Männern in sozialen Berufsfeldern einsetzen."

Alexa Ahmad, Geschäftsführerin der pme Familienservice Gruppe

 

Der Artikel erschien in der klecks-Ausgabe 02/2016 (S. 40 - 41). Alle Ausgaben des klecks-Magazin finden Sie hier zum Lesen und kostenfreien Download.