Digital genial: Daddeln war gestern

Medienpädagogik - pme Familienservice Blog

19.07.2017
Gabriele Strasser
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Das Tablet am Küchentisch, das Smartphone in der Hand der Eltern: Kinder wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Medien auf und sind fasziniert davon. Während sich manche Eltern die Kita als medienfreien Schonraum wünschen, sind Experten davon überzeugt, dass Tablets und Co. richtig eingesetzt wichtig sind, um Medienkompetenz zu erlernen. Eine Haltung, die wir in unseren Lernwelten unterstützen.


Experten fordern frühe Medienpädagogik

Keine Frage: Unkontrollierter Medienkonsum birgt Risiken. So offenbarte die „BLIKK-Studie“ einen Zusammenhang zwischen intensiver Mediennutzung und Entwicklungsstörungen. Das Fazit der Studie: der richtige Umgang mit den digitalen Medien soll frühzeitig kontrolliert geübt werden. Dabei müssen soziale und ethische Werte wie Verantwortung, reale Kommunikation, Teamgeist und Freundschaft gefördert werden.

Für eine kindgerechte Medienpädagogik von Anfang an setzt sich die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur ein, die seit mehr als 30 Jahren im Bereich frühkindlicher Medienbildung und Medienpädagogik aktiv ist. In ihrem Positionspapier „Kinder im Mittelpunkt: Frühe Bildung und Medien gehören zusammen“ fordert sie dazu auf, den Bildungsbereich Medien in die Bildungsprogramme aller Bundesländer und die Trägerkonzeptionen aufzunehmen.


Kindgerecht, kreativ, spielerisch: Auf das Wie kommt es an

Wie aber Kindern Medienkompetenz vermitteln? Die GMK hat dazu konkrete Vorschläge:

  • Im Mittelpunkt der medienpädagogischen Arbeit stehen die Kinder, nicht einzelne Medien oder Techniken.
  • Medienpädagogik soll die medialen Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder aufgreifen.
  • Kinder lernen, Medien als Werkzeuge zum kreativen Ausdruck, zum Experimentieren und Erforschen zu nutzen, verknüpft mit anderen frühkindlichen Bildungsaufgaben.
  • Medien sollen die Fantasie der Kinder anregen, zum Beispiel mit medial vermittelten Geschichten (Bilderbuch, digitales Bilderbuch, Hörmedien, Kurzfilme) die sie im Gespräch und Spiel weiterverarbeiten können.


Medienpädagogik in den pme-Lernwelten: digital und kreativ

In den pme Lernwelten wollen wir Kinder im kompetenten Umgang mit modernen Medien stärken. Einen medienfreien Kindergarten halten wir für eine Illusion. In unseren Kindertageseinrichtungen bieten wir Kindern einen pädagogischen Lern- und Erfahrungsraum, in dem sie unterschiedlichen Medien erkunden und erfahren können – bezogen auf ihre Lebenswelt und als aktive Gestalter. So führen wir Kinder an einen aktiven, verantwortungsbewussten, kompetenten und mündigen Umgang mit Medien heran.

In unseren Kitas kommen vor allem iPads zum Einsatz. Sie sind einfach zu bedienende Multifunktionswerkzeug, die Kinder auf vielseitig und kreativ nutzen können:

  • Die Kinder fotografieren und gestalten daraus eine Collage
  • Aus selbst gemalten Bildern werden digitale Bilderbücher oder Trickfilme
  • Ein Bilderbuch wird zum Hörspiel mit verteilten Rollen und Geräuschen
  • Mit Hilfe von Fotos entstehen Bilderrätsel oder Memory-Spiele
  • Bei einem Ausflug in die Natur können Tiere und Pflanzen dank iPad und digitalem Mikroskop noch genauer erforscht werden.

Digitale Medien werden andere pädagogische Schwerpunkte nicht verdrängen, sondern ergänzen und optimieren. Die Kinder bleiben aktive Gestalter, die nicht einfach nur konsumieren, sondern Medien ebenso aktiv nutzen wie Bücher oder Spielzeug. Wichtig ist uns beim Thema Medienpädagogik die enge Kommunikation mit den Eltern: In Elternabenden führen wir in das Thema und stellen die Ergebnisse unserer medienpädagogischen Projekte vor.

„Die Zukunft ist digital: In unseren Lernwelten möchten wir Kinder befähigen, sich in dieser digitalen Welt aktiv und selbstbestimmt zu bewegen. Unter anderem lernen sie iPads als kreative Werkzeuge zu nutzen und werden bei der Realisierung ihrer (digitalen) Ideen gefördert und unterstützt. Wichtig sind uns die achtsame Begleitung der Kinder und der Blick auf jedes einzelne Kind mit seinen Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen.“
Andrea Funke, zentrale Kita-Koordination, pme Familienservice