10 Jahre „Perspektive Wiedereinstieg“

10 Jahre „Perspektive Wiedereinstieg“

08.03.2018
Gabriele Strasser
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Gegründet wurde es am Internationalen Tag der Frau im Jahr 2008, heute feiert es Jubiläum: Am 8. März 2008 wurde das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ als Kooperation von Bundesfamilienministerium und der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen. Der pme Familienservice war als Service- und Vernetzungsstelle von Anfang an beteiligt. Vieles wurde in den vergangenen 10 Jahren für einen wiedereinstiegsfreundlichen Arbeitsmarkt erreicht.

Instrument für Gleichberechtigung und gegen Fachkräftemangel

Als das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ im März 2008 an den Start ging, bedeutete eine mehrjährige Erwerbsunterbrechung – zum Beispiel wegen Kinderbetreuung – oft das Ende der Karriere. Gleichzeitig war zu dieser Zeit der Fachkräftemangel schon Thema. Warum also nicht gut ausgebildete Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger mit Arbeitgebern zusammenbringen? Aus dieser Idee heraus entstand das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“. Dessen Ziel ist es, sowohl Frauen als auch Männer nach mehrjähriger familienbedingter Erwerbsunterbrechung bei einer perspektivreichen Rückkehr in das Berufsleben zu unterstützen sowie Arbeitgeber für das Potenzial der Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zu sensibilisieren. 
 
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden vielfältige Angebote und Initiativen unter einem Dach vereinigt:
  • Das Lotsenportal www.perspektive-wiedereinstieg.de, das vielfältige Informationen rund um das Thema Wiedereinstieg für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, ihre Partnerinnen und Partner sowie  auch für Unternehmen bietet.
  • Das mit Mitteln des ESF (Europäischer Sozialfonds) geförderte Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“, das mit 22 lokalen Projektträgern in 14 Bundesländern Frauen und Männer intensiv beim Wiedereinstieg in das Berufsleben berät und begleitet. 
  • Die XING-Gruppe „Perspektive Wiedereinstieg“, in der sich über 1.400 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, Personalverantwortliche und Experten der Bundesstandorte zum Thema Wiedereinstieg austauschen. Das Spektrum der Beiträge reicht von praktischen Tipps über Veranstaltungshinweise bis hin zu Stellenangeboten.
  • Das vielfach  ausgezeichnete virtuelle Fortbildungsangebot „Perspektive Wiedereinstieg“–Online, das Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger mit modernen Methoden fit für den Wiedereinstieg in eine digitalisierte Arbeitswelt macht. 

 

Service- und Vernetzungsstelle für ein Erfolgsprogramm

Zwei starke Kooperationspartner, viele gleichstellungspolitische Akteurinnen und Akteure in Bund und Ländern, dazu ein umfangreiches Internetportal sowie zahlreiche Messeauftritte und Konferenzen: Die Fäden zu all dem zusammenzuhalten, ist von Beginn an die Aufgabe des pme Familienservice. So sind wir für die Organisation von Workshops und Konferenzen zuständig, bringen alle am Netzwerk beteiligten Akteure zusammen und prägen die Öffentlichkeitsarbeit für das Aktionsprogramm. Bei zahlreichen Messen und Veranstaltungen wie etwa der Messe Personal Nord, dem Karrierekongress women & work oder dem Deutschen Arbeitgebertag suchen Vertreterinnen der Service- und Vernetzungsstelle aktiv das Gespräch mit Wiedereinsteigerinnen und Arbeitgebern und informieren individuell über die Möglichkeiten des Programms. 
 
„10 Jahre Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" – als Geschäftsführerin eines konsequent wiedereinstiegsfreundlichen Unternehmens freut mich dieses Jubiläum besonders. Wir beim pme Familienservice sind schon immer offen für Wiedereinsteigerinnen und wären ohne deren Tatkraft, Flexibilität und Einsatzfreude nicht da, wo wir heute sind. Denn schon unsere Mitarbeiterinnen der ersten Stunde waren Wiedereinsteigerinnen und haben den Charakter unseres Unternehmens maßgeblich geprägt. Ich kann jedem Arbeitgeber nur raten: Blicken Sie über den Tellerrand und nutzen Sie dabei auch die vielfältigen Unterstützungsangebote des Aktionsprogramms ‚Perspektive Wiedereinstieg’. 
Alexa Ahmad, Geschäftsführerin der pme Familienservice Gruppe
 

Das Thema Wiedereinstieg auf der Agenda

Viel hat sich in den 10 Jahren seit Bestehen des Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ getan: Hunderte Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger haben dank der Unterstützung des Aktionsprogramms den Wiedereinstieg erfolgreich gemeistert, ihre Arbeitgeber haben bestens ausgebildete und motivierte Beschäftigte gewonnen. Nicht zuletzt durch das Aktionsprogramm haben Arbeitgeber  das Thema Wiedereinstieg zunehmend auf der Agenda. Und so kommt es immer häufiger vor, dass Personalverantwortliche auf Messen direkt an den „Perspektive Wiedereinstieg“-Stand kommen und nach Personal aus der sogenannten „Stillen Reserve“ fragen. Auch an den 22 Standorten im ESF-Bundesprogramm nehmen die Beratung von Arbeitgebern und der Vermittlungsservice einen immer höheren Stellenwert ein. Zahlreiche Erfolgsgeschichten und zufriedene Personalverantwortliche sind dafür ein gutes Beispiel. 
 

Wiedereinsteigerinnen punkten mit vielfältigen Qualifikationen

Und doch gibt es noch viel zu tun: „Für die nächsten 10 Jahre wünschen wir uns weitere Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so dass lange Erwerbspausen gar nicht erst entstehen. Gehen Frauen und Männer in eine familienbedingte Erwerbsunterbrechung, wünschen wir uns eine transparente Planung von allen am Wiedereinstieg beteiligten Parteien: Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Familienangehörige. Wir wünschen allen am Wiedereinstieg interessierten Personen Mut, eine existenzsichernde Beschäftigung anzustreben, bei der sie sich nicht unter Wert verkaufen. Zugleich wünschen wir uns von Arbeitgebern, dass sie noch offener werden für die vielfältigen Qualifikationen von Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern – auch für solche, die in der Familienzeit erworben werden. Denn eine berufliche Unterbrechung ist nicht einem Stopp in der persönlichen Weiterentwicklung gleichzusetzen und bedeutet auch nicht, dass diese Frauen und Männer nicht mehr an einer Karriere interessiert sind“, so Alexandra Stieper, Projektleiterin der Service- und Vernetzungsstelle für das Aktionsprogramm.