Selbstbestimmt Wohnen im Alter

Selbstbestimmt Wohnen im Alter

15.05.2019
Gabriele Strasser
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Die Lebensqualität unserer späteren Jahre hängt auch von unserem Wohnumfeld ab. Das eigene Zuhause steht wie kaum etwas anderes für Lebensqualität – und das in jedem Alter.

Fühlen wir uns in unserem Wohnumfeld sozial erwünscht und eingebunden, können wir uns sicher fühlen und nicht zuletzt unseren Alltag erfolgreich bewältigen – und damit auch unsere Vorstellungen eines erfüllten Alters verwirklichen. Deshalb ist es wichtig, sich beizeiten Gedanken zu machen, wie und wo man bis ins hohe Alter leben und wohnen möchte.

Die meisten Menschen möchten gerne in den gewohnten Räumen autonom und selbstbestimmt leben. Nachdem sich zuvor bereits große Veränderungen – das Ende der Berufstätigkeit, der Auszug der Kinder – vollzogen haben, kann im Alter die Beweglichkeit nachlassen, die Mobilität abnehmen und dafür die Hilfsbedürftigkeit steigen.

 

Mehr Lebensqualität im gewohnten Umfeld

Hier ist das bisherige Wohnumfeld eine sichere Konstante. Diese Lebensqualität wollen wir uns so lange wie möglich erhalten. Für viele Menschen ist es deshalb eine unangenehme Vorstellung, die gewohnte Umgebung gegen eine Senioreneinrichtung tauschen zu müssen.

Was bedeutet „altersgerechter Wohnraum“ eigentlich? Zunächst ist damit die Ausstattung der Wohnung bzw. des Hauses gemeint. Hier steht insbesondere die Barrierefreiheit im Vordergrund. Beispielsweise kann frühzeitig ein seniorengerechtes Bad eingebaut oder das Schlafzimmer vom ersten Stock in das Erdgeschoss verlegt werden. 

 

Wohnraum altersgerecht ausstatten: Das gehört dazu

Altersgerecht ausgestattet sind Immobilien, die über einen ebenerdigen Zugang oder geeignete Hilfsmittel verfügen, die auch bewegungseingeschränkten Personen den Zutritt über Rampen, Treppenlifte oder Ähnliches ermöglichen. Außerdem wichtig sind eine ausreichende Breite der Türen, um etwa mit Hilfe eines Rollators oder Rollstuhls problemlos Räume wechseln zu können, rutschhemmende Fliesen, ein leicht bedienbares WC mit idealer Sitzhöhe, ein unterfahrbarer Waschtisch sowie Haltegriffe im Bad, individuell verstellbare unterfahrbare Arbeitsflächen sowie leicht zugängliche Schränke in der Küche. Neben verschiedenen anderen Ko-Finanzierungsmöglichkeiten gewährt die KfW-Bank spezielle Kredite und Zuschüsse für den altersgerechten Umbau und die Sanierung von Wohneigentum.

 

Unterstützung durch moderne Technik

Auch der Einsatz von Produkten des Ambient Assisted Living (AAL), also digitalen technischen Hilfsmitteln, kann Komfort und Sicherheit erhöhen und die Kommunikation erleichtern. Neben der geeigneten technischen AAL-Ausstattung lässt sich gegebenenfalls eine Anbindung an einen lokalen Pflegedienst vereinbaren, der im Notfall schnell und einfach verständigt werden kann. Im Internet sind Musterwohnungen zu sehen, die sehr anschaulich zeigen, wie sich AAL-Hilfemittel auf die Alltagsgestaltung auswirken.

In den letzten Jahren wurden in diesem Zusammenhang zusätzlich interessante Möglichkeiten entwickelt, die Bedürfnisse nach menschlicher Begegnung zu verbessern. Allem voran ist hier das Projekt „Wohnen für Hilfe“ zu nennen. Ebenfalls gibt es das Betreute Wohnen zu Hause oder die Möglichkeit für bereits Pflegebedürftige, in den eigenen Räumen eine Wohngruppe zu initiieren.

Der pme Familienservice berät Beschäftigte seiner Vertragsunternehmen zu diesen Themen umfassend und kann bei der Verwirklichung der individuellen Pläne tatkräftig unterstützen.