"Wir ticken noch wie ein Startup"

Gertraud Heidt ist vor allem eins: vielseitig. Die 61-Jährige ist Projektmanagerin, Personalerin und Ausbilderin beim pme Familienservice in München. Sie hat das Unternehmen vor über zwanzig Jahren mit aufgebaut. „Ich empfinde uns immer noch als Startup, weil jeder seine Ideen bei uns einbringen kann".

Liebe Gertraud, deine Bereiche sind sehr vielfältig. Kannst du uns kurz erklären, was deine Aufgaben sind?

Gertraud: Ich bin zum einen zuständig für die Personalarbeit des Standortes München – das ist ein Überbleibsel aus meiner Zeit als Standortleitung, die ich vor sechs Jahren abgegeben habe. Zusätzlich habe ich noch die Verantwortung für die Bereichsleitung Empfang, IT-Bereich und Buchhaltung in München.

Einen tollen Ausgleich zur Verwaltungsarbeit schafft meine Projektarbeit im Team der Unternehmenssoftware FileMaker. Seit Anfang des Jahres bauen wir den E-Learning-Bereich der pme Akademie aus, um Schulungen und andere Lerninhalte online – zum Beispiel als Video-Tutorials – anbieten zu können. Ich bin gewissermaßen der „Hardcore-User", der dem Team Input gibt und berichtet, wo es Schwierigkeiten und Verbesserungspotenzial gibt.

Außerdem habe ich mich in diesem Jahr entschlossen, noch einmal junge Menschen auszubilden. Ich werde einen unserer Praktikanten zum Kaufmann für Büromanagement ausbilden. Ich käme ja in den Genuss, mit 63 Jahren in Rente zu gehen – bisher kommt mir das aber nicht in den Sinn, auch wenn ich dafür von meinen Freunden öfters verständnislos angeguckt werde.

Was macht deine Arbeit nach so vielen Jahren immer noch spannend?

Im Team der FileMaker-IT zu arbeiten ist wirklich spannend. Ich muss mich in die Technik „einfuchsen", muss schauen, dass ich am Computer fit bleibe – das ist etwas, was mich fordert, mir aber auch unheimlichen Spaß macht. Meine jüngeren Kolleginnen und Kollegen können mich natürlich dabei unterstützen. Sie haben aber wiederum den Vorteil, dass ich ein „Urgestein" bin und das Unternehmen in- und auswendig kenne.

Was macht den Familienservice als Arbeitgeber aus?

Ich empfinde uns von der Art und Weise immer noch ein wenig wie ein Startup-Unternehmen, obwohl wir es natürlich nicht sind. Das liegt daran, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer noch und immer wieder selbst neue spannende Aufgabenfelder suchen können. Natürlich muss der- oder diejenige für seine Ideen gute Argumente haben und Anhänger finden. Hat man diese aber gefunden, steht dem eigenen Projekt nichts mehr im Wege. Das schätze ich an uns.

Welchen Tipp kannst du neuen Mitarbeitern geben?

Bleib ganz locker, schau dir zunächst alles in Ruhe an und frage. Und vor allem: Bring dich ein, halte nicht hinterm Berg  und bleib authentisch. Ich denke, wenn man gerne eigenverantwortlich und gewissenhaft arbeitet und ein Teamplayer ist, dann fühlt man sich bei uns hier sehr schnell wohl.