5 Tricks gegen Winterblues

20.11.2017
Christin Müller
1349

Das alte Jahr verabschiedet sich in die letzte Runde. Zu roten Schniefnasen und grippalen Infekten gesellen sich Müdigkeitserscheinungen, die in der dunklen Jahreszeit einfach nicht abreißen möchten. Und auch der Vorweihnachtsstress macht es einem nicht leicht, frisch, vital und gesund zu bleiben.

Die hormonelle Balance ist aus dem Gleichgewicht

Durch das Tageslichtdefizit im Winter wird die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin reduziert. Die zunehmende Dunkelheit sorgt außerdem für eine vermehrte Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Und so kommt es, dass wir uns – trotz ausreichenden Schlafs – antriebslos und lustlos fühlen. Im Allgemeinen spricht man daher vom Winterblues.

Hier finden Sie die 5 besten Tipps, wie Sie den Winterblues garantiert schnell überwinden.

 

1. Tageslicht gegen den Winterblues

Auch wenn wir in den Wintermonaten wenig davon haben, so ist Sonnen- bzw. Tageslicht der Glückmacher Nummer Eins. Wenn die Stimmung drückt, packen Sie sich warm ein und gehen raus an die Luft. Die Biologie erledigt den Rest.

Trifft Sonnenlicht auf die Haut des Menschen, schüttet der Körper Glückshormone oder auch Endorphine aus. Eines dieser Glückshormone heißt Serotonin.

Es sorgt z.B. dafür, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Produziert wird Serotonin mithilfe von Vitamin D, dass gebildet wird, wenn z.B. Sonnenlicht auf unsere Haut trifft. Daher ist es ratsam, schon in den wärmeren, sonnenreicheren Monaten den Vitamin D-Speicher zu füllen. Bereits 20 Minuten Sonne täglich reichen nach Expertenmeinungen in Nord-Europa in der Regel aus.

Achtung: Wer jetzt glaubt, dass der Gang ins Solarium genügt, den muss ich leider enttäuschen. Die Sonnenbank wärmt zwar unseren Körper, wirkt sich aber nicht auf die Serotoninproduktion aus. Nur mit geöffneten Augen kann bei Lichteinfall das gewünschte Hormon produziert werden. Die UV-Strahlen der Sonnenbank schädigen aber die Augen, und somit ist von diesem Versuch des Lichtmangelausgleichs dringend abzuraten.

 

2. Auf die richtige Ernährung kommt es an

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung hilft beim Glücklichmachen mehr als Sie denken – und damit meine ich nicht nur Schokolade. Unser Gehirn muss Serotonin selbst bilden. Dafür benötigt es die Aminosäure Trytophan. Wahre Glücklichmacher mit einem hohen Tryptophan-Anteil sind beispielsweise Datteln, Feigen, Cashewkerne und Bitterschokolade.

Auch der Mangel an Omega-3-Settsäuren (die dafür zuständig sind, Tryptophan ins Gehirn zu schleusen) kann den Winterblues fördern. Vor allem viele Fischsorten, Leinsamen, Fleisch und Milchprodukte und Walnüsse sind gute Omega 3-Fettsäure-Lieferanten.

Traurige Stimmung kann aber auch aufgrund fehlender Vitamin-B-Reserven auftreten. Diese Lebensmittel enthalten Vitamin B und stärken Ihre Nerven: Vollkornprodukte, Sesam, Spinat oder Brokkoli.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die wach machen und gute Laune verbreiten. Diese enthalten den Eiweißbaustein Tyrosin. Er ist z.B. enthalten in Linsen, Käse (Parmesan, Camembert), Hühner- und Rinderfleisch und Cashewkernen.

Achtung: Auch wenn es nicht schadet, Lebensmittel zu essen, die selber Serotonin enthalten (wie Bananen) reicht es nicht, nur diese zu verzehren. Glücklich macht nur das in unserem Hirn selbst gebildete Serotonin.

 

3. Sport macht aktiv und hebt die Stimmung

Die kalte Jahreszeit eignet sich hervorragend, um mit einer neuen Sportart anzufangen – zum Beispiel Eisskaten oder Snowboarden. Wer keine Lust auf die Piste hat, kann z.B. einen Salsa-Tanzkurs besuchen, eine neuen Fitnesskurs testen oder Hula Hoopen. Mit der richtigen Musik geht alles besser – auch das Glücklichsein.

Achtung: Testen Sie sich, bevor Sie sich binden. Lassen Sie sich in dieser Phase keinen langfristigen Studiovertrag aufdrücken, wenn Sie nicht hundertprozentig von Ihrem Durchhaltevermögen überzeugt sind. Am besten holen Sie sich eine Zehnerkarte für einen Tanzkurs oder nehmen an einem Kurs teil, der Ihre Anwesenheit erfordert. Das hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.

 

4. Farbe für mehr Lebensqualität

Wer sagt denn, dass der Frühjahrsputz erst im Frühjahr erledigt werden muss? Schauen Sie sich ihre Wohnung an. Gibt es Verbesserungsbedarf? Wenn ja, welche kleineren Änderungen können Sie vornehmen, um sich wohler zu fühlen? Braucht die Küche einen neuen Anstrich oder benötigen Ihre Sofakissen neue Bezüge? Auch wenn Sie nur ganz kleine Dinge ändern, kann das schon helfen, Ihre Stimmung zu heben. Sortieren Sie aus. Nehmen Sie sich vor, für jeden neu gekauften Artikel, einen alten zu opfern.

Achtung: Vermeiden Sie Änderungen, nur um des Änderns willen. Das steigert die Gefahr des schnellen Missfallens. Gehen Sie daher lieber kleine Schritte als zu große.

 

5. Von den Kindern lernen

Der Schnupfen meines Kindes hat mir in diesem Winter einen meiner glücklichsten Tage beschert. Zwar durfte mein Sohn nicht in die Kita, weil das Wetter aber so schön war, sind wir mit dem Laufrad losgezogen. Er durfte bestimmen, wo es langgeht und hatte sichtlich Spaß dabei. So ließen wir uns bei strahlendem Sonnenschein durch die Stadt treiben und ich entdeckte alte und neue Dinge, an denen ich normalerweise nur schnell vorbei laufe.

Während wir von Termin zu Termin hetzen, vergessen wir häufig die einfachen, und doch so schönen Dinge in unserem Leben. Kinder kennen diesen Druck noch nicht und machen, worauf Sie Lust haben. Warum also dem nicht ab und zu nachgeben, wenn es die Zeit zulässt und die Welt durch Kinderaugen betrachten. Sie werden neue Dinge erleben – garantiert.

Achtung: Im Gegensatz dazu hilft es im normalen Alltag übrigens auch einen Zeitplan zu erstellen. Die Struktur hilft Ihnen, sich nicht zu sehr in Trübsinnigkeiten zu verlieren. Nehmen Sie sich jeden Tag eine Kleinigkeit vor, die erledigt werden muss. Das steigert Ihre Zufriedenheit und Ihr Wohlbefinden.