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Homeoffice mit Kindern wegen Corona: So sieht das bei uns zuhause aus!

24.03.2020
Sabrina Ludwig
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Für viele Eltern hat die zweite Woche Corona-Home Office mit Kind begonnen. Ein selbstständiger Vater und eine angestellte Mutter erzählen, wie sie die Arbeit von zuhause bei gleichzeitiger Kinderbetreuung meistern.

 

„Mein Sohn und ich haben feste Zeiten vereinbart“

Thomas, selbstständiger Grafiker, alleinerziehend mit Sohn (5. Klasse)

 

Leider gibt es bei uns keinen Online-Unterricht für Schüler*innen wie zum Beispiel in Italien. Das würde einiges erleichtern. Stattdessen hat mein Sohn Ben von seinen Lehrern einen ganzen Packen an Hausaufgaben und Lernstoff mitbekommen, und muss mehrere Stunden am Tag lernen. Der Lernstoff wird in der Schule auch nicht nachgeholt. Was er jetzt nicht lernt, hat er verpasst.

Meinen Sohn kann ich damit nicht alleine lassen. Ich schaue ihm zwar nicht den ganzen Tag über die Schulter und sitze direkt neben ihm. Aber natürlich muss ich kontrollieren, ob er lernt, mit ihm gemeinsam seine Hausaufgaben durchgehen und für ihn da sein, wenn er Fragen hat.

Meine Arbeit bleibt deshalb an manchen Stellen liegen. Statt Pixel zu schieben, erkläre ich meinem Sohn gerade, was Personalpronomen sind und versuche mir selbst noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie schriftliches dividieren eigentlich noch mal ging.

Um ein wenig Struktur und Routine für uns zu schaffen, haben wir feste Zeiten eingeführt. Wir starten morgens um 9 Uhr, haben feste Pausen, am Nachmittag kontrolliere ich dann seine Hausaufgaben. Bisher funktioniert das sehr gut. Wir machen das aber auch erst seit einer Woche.

Es ist Fakt, dass ich momentan weniger arbeiten kann. Ich habe aber das Glück zwei kulante Auftraggeber zu haben, die für meine Situation Verständnis haben. Einer davon ist pme. Mit meinem dritten Auftraggeber werde ich telefonieren und besprechen müssen, wie wir das in den nächsten Wochen organisieren können.

 

„Ich arbeite am Tag weniger und verlagere es in die Abendstunden“

Isabel, Unternehmenskommunikation, mit Mann und zwei Kindern (4 und 7 Jahre)

 

Mein Mann ist selbstständiger Veranstaltungstechniker und durch die Corona-Krise über Nacht arbeitslos geworden. Alle Veranstaltungen sind abgesagt, Aufträge storniert. Deshalb kümmert er sich jetzt um unsere beiden Kinder. Ich arbeite weiter wie bisher – nur eben ausschließlich im daheim.

Für die Home Office-Situation klingt das einfach. Ich arbeite zuhause, die Kinder sind zwar da, aber mein Mann passt auf sie auf. So einfach ist es dann doch nicht. Denn auch er braucht seinen Freiraum und Zeit, sich mit der aktuellen Situation auseinander zu setzen. Sein Gehalt fällt komplett aus, deswegen beobachten wir sehr genau, welche Hilfen die Politik für Selbstständige aus dem Boden stampft. Auch er braucht Zeit, um diese Hilfen zu beantragen und seine Büroarbeiten voran zu treiben. Außerdem schlägt ihm die plötzliche Arbeitslosigkeit hier und da aufs Gemüt. Da hilft es, mal etwas nur für sich zu tun, z.B. eine kurze Tour mit dem Rad. Wir entwickeln aber auch neue Ideen: Die Krise fordert die Kreativität und das ist gut so!

Für die Betreuung der Kinder haben wir eine Art Stundenplan aufgestellt. Meistens übernehme die frühen Stunden des Tages. Am Morgen sage ich mir bewusst: Jetzt ist Kinderzeit. Wir backen Pfannkuchen, lesen oder spielen schon ein Spiel. Außerdem achte ich darauf, das keiner im Schlafanzug bleibt, damit die Kinder auch schnell mal in den Garten können und nicht so ein Sonntagsgefühl entsteht.  Um 10 Uhr setze ich mich an meinen Schreibtisch und arbeite. Ich habe einen eigenen Raum dafür, den die Kinder dann nicht betreten sollen. Manchmal schleichen sie sich durch und verschwinden dann grinsend wieder. Ich bin positiv überrascht, wie gut das klappt! Zwischen 13 und 14 Uhr machen wir gemeinsam Mittagspause. Die Kinder dürfen natürlich jeden Tag ein bisschen daddeln und fernsehen, das teilt mein Mann ein. Um 16.30 Uhr versuche ich den Laptop zuzuklappen, um dann auch ganz bewusst etwas mit meinen Kindern zu machen. Wir haben zum Glück den Garten, so dass wir auch hier Platz zum Spielen haben. Wenn die Kinder dann abends im Bett sind, arbeite ich ab, was liegen geblieben ist uns wozu ich komplett Ruhe brauche.   

Natürlich klappt das mit dem Plan nicht immer reibungslos. Meine Tochter macht ihre Hausaufgaben z.B. dann doch mal zu einer anderen Zeit als vereinbart (manchmal auch gar nicht). Wir werden also flexibel sein müssen.