Zeugnisfrust: So unterstützen Sie Ihr Kind

Halbjahreszeugnis

02.02.2017
Gabriele Strasser
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Schlechte Noten, Stress vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule: Christian Keller von der pme-Elternberatung gibt Tipps, wie Sie Ihr Kind unterstützen und das Familienleben entspannen können.

Die Halbjahreszeugnisse sorgen in vielen Familien für angespannte Stimmung. Wenn die Noten nicht so gut sind wie erhofft oder der Wechsel auf eine weiterführende Schule unsicher ist, ist Druck allerdings kontraproduktiv. Besser ist es in Ruhe mit dem Kind zu reden, die Situation zu analysieren und nach vorne zu schauen.
 

Konstruktive Gespräche

Auch wenn Sie sich über schlechte Noten ärgern, sollte sich das nicht in Druck und Strafen äußern. Gerade jetzt ist es wichtig, eine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Schauen Sie im Gespräch auch, was gut lief im vergangenen Halbjahr: In welchen Fächern hat das Kind gute Noten bekommen oder sich sogar verbessert? Warum hat es das geschafft? Erkennen Sie diese Leistungen an und überlegen Sie dann, wie die Noten in den anderen Fächern verbessert werden können.
 

Ursachen ergründen

Haben sich die schulischen Leistungen Ihres Kindes insgesamt verschlechtert? Dann könnte das daran liegen, dass es dem Kind in der Schule nicht gut geht. Vielleicht ist es in der Klassengemeinschaft nicht anerkannt? Oder es kommt mit den erhöhten Anforderungen einer weiterführenden Schule nicht zurecht? Einer solchen Ursache auf die Spur zu kommen, ist oft der erste Schritt zu einer Lösung der Probleme. Nehmen Sie auch die Hausaufgaben- und Lernsituation unter die Lupe: Finden die Hausaufgaben in einer ruhigen Atmosphäre statt? Ist der Zeitpunkt gut gewählt – z. B. vor oder nach Spiel oder Bewegung? Braucht das Kind zwischendurch eine Pause?
 

Externe Unterstützung suchen

Sie haben schon vieles ausprobiert und sind mit Ihrem Latein am Ende? Ein guter Nachhilfelehrer könnte die häusliche Hausaufgabensituation vielleicht entkrampfen und neue Freude am Lernen wecken. Auch ein Gespräch mit den Lehrern kann manchmal Wunder wirken und neue Perspektiven eröffnen. Und schließlich gibt es noch zahlreiche Elternberatungsstellen, die Sie mit Ihrem Kind gemeinsam aufsuchen können. Haben Sie keine falsche Scheu! In unserer pme Elternberatung haben wir die Erfahrungen gemacht, dass kleine Maßnahmen oft große Wirkung entfalten.
 

Nach vorne schauen

Ein schlechtes Halbjahreszeugnis bedeutet nicht, dass das Schuljahr schon verloren ist. Oft gelingen Schülern in der zweiten Jahreshälfte noch erstaunliche Fortschritte. Nehmen Sie das Zeugnis deshalb als Zwischenbilanz und überlegen Sie gemeinsam, wie es weitergehen kann. Einigen Sie sich auf realistische Ziele und legen Sie kleine Schritte fest.
 

Die passende weiterführende Schule wählen

Ein Schulwechsel steht an? Berücksichtigen Sie bei der Wahl einer weiterführenden Schule die Persönlichkeit des Kindes, seine Lern- und Leistungsentwicklung sowie seine Begabungen und Talente. Wählen Sie eine Schulform, die Erfolgserlebnisse verspricht, ohne das Kind zu unterfordern. Und bedenken Sie: Ein Wechsel zwischen den Schularten ist auch später noch möglich. Die erste Schulwahl nach der Grundschule ist keine endgültige Entscheidung über die weitere Karriere des Kindes.


Schulfreie Inseln schaffen

Die Schule sollte nicht das ganze Familienleben bestimmten. Versuchen Sie bestimmte Zeiten wie Ferien oder Wochenende vom Schulstress freizuhalten und zusammen mit dem Kind immer wieder schöne Dinge zu unternehmen. Hier können Kinder auftanken und Kraft für die Schule sammeln.

 

Christian Keller, Produktverantwortlicher Elternberatung,
pme Familienservice