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„Bodyshaming ist Bullshit“

01.07.2019
Christin Müller
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Sönke ist Lebenslagencoach beim pme Familienservice. Er berät und unterstützt Beschäftigte von Firmen in belastenden Situationen und Führungskräfte, die Unterstützung im beruflichen oder familiären Bereich benötigen. Der psychosoziale Fachberater supported die Kampagne „Dick im Geschäft“ seines Arbeitgebers.

Sönke findet, dass es völlig egal ist wie man aussieht oder welche Figur man hat. Letztendlich gehe es um Kompetenzen und um das wofür „das Herz wirklich pocht“.

Gerade im Jobkontext, findet er, solle mehr über das Thema Gewicht und Körpermaße gesprochen werden, weil es „de facto Diskriminierungen gibt. „Mir wurde selber im Rahmen eines Bewerbungsgespräches gesagt, dass ich bei Arbeitsbeginn einen Coach an die Seite gestellt bekommen müsse, der mit mir über Ernährung und Gewicht spricht“, berichtet Sönke.

 

Diskriminierung ist Alltag

Ähnliche Erlebnisse teilen andere Menschen mit Übergewicht. Eine Leserin antwortet auf einen Instagram-Post von Influencerin Kurvenrausch zum Thema Selbstliebe, dass sie sich nach Aussage einer Mitarbeiters der Arbeitsagentur erst gar nicht auf einen Empfangsjob bewerben bräuchte. Eine andere Nutzerin schreibt, dass sie schon viele Erfahrungen mit Diskriminierung machen musste. So wurde ihr beispielsweise gesagt, dass es für sie „mit ihrer Statur keinen Platz im Unternehmen“ gäbe. Sie schreibt weiter: „Das zermürbt. Gerade weil ich so kämpfe und so viel für meine Anerkennung getan habe.“

Schubladendenken gibt es überall. Eine dritte Followerin schreibt: „Dicksein bedeutet für manche „dick=bequem=faul. Damit ist man immer gezwungen mehr zu tun als andere.“

In einem Artikel von Zeit Online beschreibt eine übergewichtige Anwältin, dass sie seit ihrem Berufseinstieg vor über zehn Jahren ständig unangenehme Blicke zugeworfen bekomme, gemobbt werde oder von vielen Arbeitgebern nichts mehr höre, sobald sie wissen, wie sie aussehe.

 

"Jemand mit so einer Figur kann doch nicht im Gesundheitsmanagement arbeiten."

Und auch Sönke ist immer wieder auf Vorurteile gestoßen: „Ich bin nicht nur einmal auf mein Gewicht im Berufsleben angesprochen worden. Teilweise hieß es: ‚Jemand mit so einer Figur kann doch im Gesundheitsmanagement nicht arbeiten. Das passt doch nicht zusammen’. Oder: Kann der sich nicht disziplinieren? Der soll sich mehr bewegen“, erzählt der Coach. „Aber, es kommt doch darauf an, was man reinbringt. Ich denke, ich mache einen sehr guten Job. Das mache ich wirklich mit vollem Herzblut. Ich berate viele Menschen, die sehr dankbar sind, dass ich sie unterstütze.“

Die Themen #Bodylove oder #Bodyshaming, die in den letzten Jahren durch die Medien kursieren, sind ein wichtiger Bestandteil der sozialen Kanäle und enorm bedeutsam im Kampf für ein gesundes Körperbild. Diversität ist darüberhinaus das Wort der Stunde, wenn es um die Akzeptanz verschiedener menschlicher Facetten geht: „Ich finde es wichtig, dass man sich nicht nur nach den sozialen Medien richtet, sondern dass man darauf schaut, was man kann, welche Kompetenzen man hat“, sagt Sönke. Das Komplettpaket müsse stimmen.

 

 

 

Die Kampagne #dickimgeschäft macht Mut

Der pme-Lebenslagencoach findet, dass die Kampagne Mut macht. „Schon allein aus dem Grund, dass in Deutschland Fachkräftemangel herrscht, der sich in den kommenden Jahren noch zuspitzen wird. Man kann sich einfach nicht mehr erlauben, Menschen nicht nach ihren Kompetenzen zu beurteilen.“ Und auch deshalb steht er Pate dafür..“

Viele Übergewichtige wurden bereits mit Mobbing konfrontiert – zum Teil schon im Kindesalter. Die psychischen Folgen sind gravierend. Die Anwältin aus dem Zeit Online-Artikel berichtet:
 „Wenn man ständig schlecht behandelt wird, fühlt man sich minderwertig. Teilweise hat mich das so belastet, dass ich den ganzen Tag nichts außer einem Apfel gegessen und auch mal über Selbstmord nachgedacht habe. Jeden Morgen bin ich mit Angst aufgewacht und wollte nicht ins Büro. Aber die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen. Nicht immer hat es geklappt, die Kommentare zu verdrängen“,

Sönke, der ebenfalls von Kindesalter an sich mit Mobbing konfrontiert sah, weiß Rat: „Menschen, die diskriminiert oder gemobbt werden, rate ich, so authentisch zu sein, wie es irgendwie geht. Macht euch keine Gedanken, was die anderen über euch denken könnten, sondern bleibt ganz bei euch. Wenn es zu viel wird, solltet ihr ganz deutlich Grenzen setzen und Stopp sagen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass in dem Moment, in dem ich voll und ganz zu mir und meiner Meinung stehen konnte, durchaus Kritik oder blöde Worte gut wegstecken konnte.

Sönke ist froh, mit dem pme Familienservice einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der das Thema ernsthaft zur Sprache bringt: „Ich schätze es sehr hier zu arbeiten, weil man hier an mich als Person und meine Kompetenzen glaubt. Ich werde gefördert, damit ich genau das machen kann, wofür ich brenne. Und das finde ich richtig super.“

 

Weitere Informationen gibt es unter:

Homepage: www.familienservice.de/dickimgeschaeft
Facebook (pme Familienservice): www.facebook.de/familienservice
Facebook (Familienservice Lernwelten): www.facebook.de/familienservicelernwelten
Instagram: www.instagram.com/pme_familienservice
 

Du möchtest dich beim pme Familienservice bewerben? Alle Stellenangebote findest du direkt unter: www.familienservice.de/karriere.

 

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