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Diversity Interview

24.04.2017
Isabel Hempel
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Workflow im Generationenmix: Katrin Josten (25), Sonja Schmidt (42) und Petra Nenning (56) sind das Team der roten Gruppe der Düsseldorfer "Locomotion Kids".

Der Generationenmix wird als Geheimwaffe für ein gutes Teamklima beschworen. Stimmt das? Wir fragen ein pme-Team, das es wissen muss: Katrin Josten (25) Sonja Schmidt (42) und Petra Nenning (56) sind das Erzieherinnen-Gespann der „roten Gruppe“ der Locomotion Kids in Düsseldorf. Im Interview sprechen sie über ihren „Workflow“ und gestehen, in welchen Momenten sie sich wirklich alt fühlen.


Fühlst du dich einer Generation angehörig? Wenn ja, wie würdest diese definieren?

Petra: Ich bin 1960 geboren und gehöre zu den Babyboomern, das sind die geburtenstarken Jahre. Es gab und gibt viele Gleichaltrige. Unser Motto ist von daher: „Leben und leben lassen“. Unabhängigkeit, Bildung und Verantwortung gehört für mich dazu.

Sonja: Ich bin 1974 geboren und gehöre zur Generation X. Ich mag es, dass ich meine Ideen in den Arbeitsalltag mit einbringen kann und bin sehr flexibel und spontan.

Katrin: Ich kann mich nicht hundertprozentig der Generation Y zuordnen, aber ich glaube, dass die neuen Kommunikationssysteme eine wichtige Rolle in meiner Altersgruppe spielen. Auch ich bin da ziemlich aktiv. Aber es gibt genauso Aspekte, die anderen Generationen zugeordnet werden und die ich auch lebe.

 

Was ist eure Aufgabe als Team bzw. wo findet ihr Berührungspunkte in eurer Tätigkeit?

Petra: Unsere gemeinsame Aufgabe ist die lebendige Gestaltung des Kita-Alltags.

Sonja: Außerdem arbeiten wir kontinuierlich daran,  unser Team zu stärken und offen und vertrauensvoll miteinander umzugehen.

 

 

Spielt euer Altersunterschied dabei eine Rolle?

Katrin: Eigentlich weniger. Ich denke, da bringt jeder seine eigenen Fähigkeiten mit ein. Wir ergänzen uns ziemlich gut!

Sonja: Ich würde auch sagen, dass der Charakter wichtiger ist als das Alter. Es ist wichtig, dass man als Team gut eingespielt ist! Durch die lange Zusammenarbeit funktioniert das bei uns sehr gut. Manchmal verstehen wir uns auch ohne Worte. Wir arbeiten sehr harmonisch miteinander. Und das Wichtigste ist, wir vertrauen uns in persönlicher und auch in fachlicher Sicht. Die Kinder fühlen das und können sich somit frei entfalten. Rundum, wir sind ein tolles Team!  


Kommunikation, Werte, Einstellungen, Lebenserfahrung – bemerkt ihr Unterschiede zwischen euch?

Petra: Nein, ich denke, wir leben alle drei die Werte Respekt und Rücksichtnahme. Bei mir als Älteste im Team kommt noch die längere Lebenserfahrung dazu. Doch wir bringen alle unsere Erfahrungen mit ein und ergänzen uns.

Katrin: Ich glaube, die Kinder wissen genau, dass wir unterschiedliche Lebenserfahrungen haben. Wir Jüngeren trauen ihnen vielleicht andere Sachen zu und sind wagnisreicher in manchen Situationen. Ich glaube, auch da ist ein guter Mix da.

Sonja: Ich stehe altersmäßig dazwischen. Ich kann mich gut in Petra und Katrin hinein fühlen. Für mich spielt das Alter nicht so eine große Rolle.

 

Was schätzt ihr am anderen im Hinblick auf Euren Altersunterschied?

Petra: Was ich schätze, sind die vielen neuen Ideen meiner jüngeren Mitarbeiterinnen und neue Methoden, die sie einführen.  Ganz wichtig finde ich das Zusammenbringen der Generationen und das keine Ausgrenzung stattfindet.

Katrin: Ich schätze, die Vielfalt unserer Erfahrung, zum Beispiel dass Petra alte Reime und Lieder mit einbringen kann. Ich bringe aus der Ausbildung ganz andere Spiele und Texte mit ein – ein schöner Mix aus alt und neu!


Was fordert euch heraus?

Petra: Ich habe bemerkt, dass meine jüngeren Kolleginnen sich schneller an neue Situationen anpassen können. Die Technikkenntnisse am PC sind bei ihnen besser. Für mich stellt sich die Herausforderung: Nicht stehen bleiben und weiter daran arbeiten.

Sonja: Im Gegenzug ist Petra eher der Ruhepol. An Petra können wir uns wenden wenn der Schuh mal drückt.

 

 

Petra und Sonja, erinnert ihr euch daran, wie ihr mit 25 das Leben gesehen habt?

Petra: Als ich 25 war, hatte ich meine kaufmännische Umschulung hinter mir und die berufliche Herausforderung stand für mich im Vordergrund:  Eine gute Position mit finanzieller Absicherung, von der ich mittlerweile abgewichen bin. Viel reisen war mir wichtig.

Sonja: Mit 25 hat sich mein ganzes Leben verändert: Ich habe geheiratet und ein Kind bekommen. Das war eine 180 Grad Drehung in dem Alter.

 

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Katrin: Ich sehe mich da ähnlich wie Sonja. Ich möchte mein Studium beendet haben und schauen, wie ich mich im Beruf weiterentwickle und Beruf und Familie in Einklang bringe. 

Petra: Ich hoffe, dass ich in zehn Jahren noch bei guter Gesundheit bin. Dann möchte ich weiter mit Kindern arbeiten. Vielleicht bin ich dann immer noch bei den Locomotion Kids. Wer weiß? Wichtig erscheint mir auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

 

 

Wann fühlt ihr euch besonders alt oder jung?

Sonja: Ich bin jetzt 42 und fühle mich manchmal alt in Bezug auf meine Tochter. Sie ist jetzt 15 Jahre alt. In manchen Situationen höre ich von ihr: „Mama, du verstehst das nicht!“

Petra: Alt fühle ich mich frühesten mit 90 Jahren. Heute, mit 56 Jahren, empfinde ich mich noch gar nicht alt. Die Arbeit mit den Kindern und den jungen Kolleginnen hält mich jung.

Katrin: Besonders alt fühle ich mich, wenn ich die Jugend um mich herum sehe. Ach, die waren doch gerade noch Kinder und jetzt machen sie schon ihren Führerschein! So richtig alt fühle ich mich erst mit Ende 30. In anderen Situationen, denke ich, auch im Vergleich bin ich noch relativ jung im Team.  

 

Am 30. Mai ist Diversity-Tag. Bis dahin lesen Sie wöchentlich einen Beitrag zum Thema "Arbeiten im Generationenmix" auf unserem Blog!