Ann-Cathrin öffnet die Tür zur Zahlenwelt

Ein Berg bunter Wäscheklammern und Knöpfe wird nach Farben sortiert. Unterschiedlich große Cremedosen liegen auf kleinen Tischen neben verschiedenen Deckeln. Dann und wann hört man ein freudiges Lachen, wenn eines der Kinder es geschafft hat, den Deckel der richtigen Dose zuzuordnen.

Die Kinder der Kölner Krippe "Stadtwaldkinder" sind mitten in einem Spiel, das ihnen die Welt der Formen und Muster näherbringt. Mithilfe von einfachen Materialien erleben sie Mathematik im Alltag. „Durch das Spielen bekommen die zwei- bis dreijährigen Kinder ein Gefühl für Zahlen, Formen und Raum: beim Sortieren, beim Erfinden einer Reihenfolge, beim Einschätzen von viel und wenig", erklärt Ann-Cathrin Paul. Die 25-jährige Kindheitspädagogin absolviert seit September 2014 ihr Anerkennungsjahr bei den Stadtwaldkindern in Köln.

 

Formen und Muster lassen sich überall entdecken

Die Spiele mit Formen, Mengen und Mustern in der Krippe auszuprobieren, war Ann-Cathrins Idee. „Mein Schwerpunkt im Bachelorstudium war die mathematische und sprachliche Frühförderung von Kleinkindern. Es hat mich beeindruckt, dass man schon bei Kleinkindern mit einfachen sprachlichen Fördermaßnahmen die gesprochene und geschriebene Sprache deutlich verbessern kann – aber eben auch die mathematischen Fähigkeiten".

Um den Kindern Mathematik erlebbar zu machen, brauchen die Erzieherinnen nicht viel. Formen, Figuren und Muster lassen sich in der Kita überall entdecken: Bälle sind rund, Tapeten folgen einem Muster, und eine Scheibe Brot ist größer als die andere. „In ihrem Alltag – zum Beispiel beim Treppenlaufen – machen die Kinder schon unbewusst Erfahrungen mit Raum und Längen. Oder sie lernen Mengen einzuschätzen, zum Beispiel bei Schüttversuchen mit viel und wenig Wasser im Glas", erklärt die Pädagogin.


Wichtig sei aber, dass die Erzieherinnen die mathematischen Spiele sprachlich begleiten. „Nur so lernen die Kinder dann auch Zahlenwörter oder Relationen wie oben und unten", erläutert Ann-Cathrin.

 

„Mein Projekt stieß sofort auf offene Ohren"

Von der Idee, das Projekt bei den Stadtwaldkindern umzusetzen, sei die Kita-Leiterin gleich begeistert gewesen. „Ich bin mit meinem Projekt bei meiner Leitung sofort auf offene Ohren gestoßen", sagt Ann-Cathrin. Großen Spaß mache es ihr vor allem, ihr Wissen aus dem Studium bei der täglichen Arbeit mit den Kindern einbringen zu können. Auch das Interesse der anderen Erzieherinnen habe sie schnell für  das Thema wecken können. Diese stehen aber Neuerungen sowieso offen gegenüber. „Wir haben ein tolles Arbeitsklima und vertiefen unser Fachwissen in diversen Fortbildungen". Deshalb sei es auch nichts Ungewöhnliches, dass neue Ideen eingebracht und umgesetzt werden.