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Das Erfolgsrezept für die Fachkräftegewinnung

Das Erfolgsrezept für die Fachkräftegewinnung Perspektive Wiedereinstieg

29.01.2020
Gabriele Strasser
2773

Minijobs erscheinen sehr praktisch. Für die überwiegend weiblichen Beschäftigten erweisen sie sich allerdings oft als Sackgasse. Was viele nicht wissen: Auch für Arbeitgeber haben Minijobs Nachteile.

Minijobs sind in vielen Branchen beliebt. Wo nur in geringem Maß gearbeitet wird und der Verwaltungsaufwand niedriggehalten werden soll, wird oft die sogenannte geringfügige Beschäftigung gewählt. Es klingt ja auch zu einfach: Der Verdienst ist klar geregelt (maximal 450 Euro im Monat), und für Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden lediglich Pauschalbeiträge fällig. 

Und so ist ein Minijob oft nicht nur die erste Wahl bei einem Nebenjob oder wenn Rentner etwas dazuverdienen wollen. Auch Frauen erhoffen sich nach der Familienphase durch einen Minijob einen sanften Wiedereinstieg in den Beruf, und Arbeitgeber möchten damit unkompliziert ihren Personalbedarf decken. 

 

Keine Entwicklungschancen, teuer für Arbeitgeber

Der genauere Blick zeigt jedoch die Nachteile für beide Seiten: Zwei Drittel der Frauen, die mit einem Minijob wieder einsteigen, bleiben darin hängen. Nicht nur ihnen entgehen damit Entwicklungschancen, sondern auch den Arbeitgebern, die oft händeringend nach Fachkräften für eine Voll- oder Teilzeitstelle suchen.  

Wenn das Arbeitsrecht eingehalten wird, sind Minijobs für Arbeitgeber teurer als Teil- und Vollzeitjobs. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fördert außerdem bei den Beschäftigten die Motivation und sorgt für mehr Kontinuität. In Minijobs dagegen ist die Fluktuation besonders hoch. 


Vom Minijob zum Superjob: Tipps vom Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“

Für Arbeitgeber lohnt sich also, die Gruppe der Minijobber unter die Lupe zu nehmen. Alexandra Stieper vom Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ rät:

Nehmen Sie Minijobber*innen wahr.
Wissen Sie genau, wer bei Ihnen geringfügig beschäftigt ist? Und was diese Menschen können? Verschaffen Sie sich einen Überblick und beteiligen Sie auch Beschäftigte im Minijob am Leben im Betrieb – zum Beispiel mit Zugang zu Informationen und Teilhabe an Fortbildungen, Betriebsfesten und Ähnlichem. 

Seien Sie offen für Veränderungen.
Vielleicht war ein Minijob einmal die passende Beschäftigungsform – zum Beispiel als Einstieg in den Betrieb. Aber Verhältnisse und Kompetenzen ändern sich. Sprechen Sie deshalb auch mit Beschäftigten im Minijob über Entwicklungsmöglichkeiten. 

Bieten Sie mehr.
Es muss nicht immer die Vollzeitstelle sein, auch eine Teilzeitstelle ist für beide Seiten oft besser als ein Minijob. Das bindet die Arbeitskräfte enger an das Unternehmen und bietet mehr Flexibilität für eine spätere Aufstockung der Arbeitszeit. 

Lassen Sie sich beraten.
Die Standorte des ESF-Bundesprogramms „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ als wesentlicher Bestandteil des Aktionsprogramms beraten Arbeitgeber, wie sie die Potenziale von Minijobberinnen optimal einsetzen können, und sind bei der Personalsuche behilflich. Alle Standorte finden Sie hier:

 

Uta Galle-Hahn: Aufstockung wird oft abgelehnt

Uta Galle-Hahn ist Projektleiterin am ESF-Standort Mainz, der insbesondere mit den Netzwerkpartnern bei der Aufklärung über die Möglichkeiten, Risiken und Chancen eines Minijobs eng zusammenarbeitet und regelmäßig Veranstaltungen zu diesem Thema durchführt. Sie berichtet: 

„Unsere Projektteilnehmerinnen, die in Minijobs arbeiten, sind in der Regel hoch qualifiziert. Oft haben sie einen Minijob angenommen, um sanft in den Beruf einzusteigen. Wenn nun beispielsweise die Familienpflichten weniger geworden sind oder sie nach einiger Zeit eine ausbildungsadäquate Tätigkeit mit entsprechendem Gehalt suchen, versuchen Sie beim Arbeitgeber eine Aufstockung zu erreichen. Das bleibt jedoch mit Hinweis auf betriebsinterne Gründe allzu häufig ohne Erfolg.
Wir unterstützen diese Frauen auf vielfältige Art: Wir besprechen mit ihnen im Coaching die Verhandlungsstrategie sowie die Verhandlungsführung, falls sie noch einmal mit ihrem Arbeitgeber sprechen möchten. Ist eine Aufstockung beim aktuellen Arbeitgeber nicht möglich oder nicht gewünscht, unterstützen wir sie bei einer beruflichen Neu- oder Umorientierung und beim kompletten Bewerbungsprozess“. 


Die ESF-Standorte des Aktionsprogramms unterstützen

Menschen im Minijob, die gerne mehr arbeiten möchten und den Weg in eine eigenständige und nachhaltig existenzsichernde Beschäftigung suchen, können sich hierzu beraten und unterstützen lassen. Zum Beispiel bieten bundesweit 19 Standorte im Rahmen des ESF-Bundesprogramms "Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen" kostenlose Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an. Auch für Personalverantwortliche gibt es Beratung. 

 

Wiedereinstieg: Das Potenzial heben

Mit dem Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ haben Frauen und Männer nach einer längeren familienbedingten Unterbrechung eine Anlaufstelle, die sie tatkräftig beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützt. Für Arbeitgeber erschließt sich damit eine Zielgruppe, die lange im Verborgenen war: die sogenannte „Stille Reserve“, Frauen und Männer, die nach einer Familienpause wieder in den Beruf zurückkehren. 

Wiedereinsteigerinnen sind oft Top-Arbeitskräfte. Nicht nur ist die überwiegende Zahl von ihnen hervorragend ausgebildet. Sie haben sich auch während ihrer beruflichen Unterbrechung vielfältige Soft Skills erworben, die zusammen mit ihrer guten Ausbildung die Grundlage dafür sind, dass sie auch komplexen Herausforderungen im Arbeitsalltag mit Lebenserfahrung lösungsorientiert begegnen können. Und sie haben durch die sechsmonatige Begleitung im ESF*-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“, das ein wichtiger Baustein im Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ ist, den letzten Feinschliff bekommen, um motiviert und gut gewappnet durchzustarten. „Berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger verfügen häufig über eine routinierte Gelassenheit – besonders dann, wenn es hektisch wird. Daher werden sie sowohl im Team als auch von Kundinnen und Kunden ernst genommen und geschätzt“, sagt Alexandra Stieper, Projektmanagerin im Aktionsprogramm Perspektive Wiedereinstieg. 

 

Den Wiedereinstieg unterstützen

Wie können Arbeitgeber die Potenziale von Wiedereinsteigerinnen heben? Durch Offenheit und Flexibilität. Das beginnt schon bei Stellenanzeigen. Hier empfiehlt es sich, Wiedereinsteigerinnen explizit zu einer Bewerbung einzuladen. Offenheit empfiehlt sich auch, wenn eine Bewerberin nicht 100 Prozent der geforderten Qualifikationen hat. „Fachkompetenzen kann man nachschulen,“ weiß Alexandra Stieper.

*ESF – Europäischer Sozialfonds

 

Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“

Offenheit für entsprechende Bewerbungen ist ein Weg zum Ziel. Ein anderer Weg: Sprechen Sie direkt die ESF-Standorte des Aktionsprogramms an. „Sie können aus ihrem Pool an Teilnehmerinnen die richtige Fachkraft für Sie finden und bieten auch Matching und Veranstaltungen an“, empfiehlt Alexandra Stieper. 

Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ bietet ein umfangreiches Angebot für Arbeitgeber und Personalverantwortliche: Auf dem Portal www.perspektive-wiedereinstieg.de finden sich hilfreiche Informationen, wie Gute-Praxis-Beispiele oder Tipps zu Fördermöglichkeiten. In der XING-Gruppe „Perspektive Wiedereinstieg“ tauschen sich über 1.500 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, Personalverantwortliche und Experten der Bundesstandorte zum Thema Wiedereinstieg aus. Hier können Arbeitgeber auch konkret Stellen anbieten. 

19 lokale Projektträger in 11 Bundesländern unterstützen Unternehmen gezielt bei der Gewinnung von Fachkräften aus der „Stillen Reserve“.

Was macht dabei der pme Familienservice? Er berät das Bundesfrauenministerium inhaltlich und repräsentiert das komplexe Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ mit all seinen bunten Bausteinen nach außen. Das schließt die Betreuung des Lotsenportals perspektive-wiedereinstieg.de und die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit ebenso ein wie die Netzwerkarbeit zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren auf Bundesebene. Bei Fragen rund um den Wiedereinstieg ist pme zudem zuverlässiger Partner und Experte und unterstützt Sie auch gerne beim Recruiting von Arbeitskräften nach längerer Erwerbspause. Sprechen Sie uns einfach an!

 

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