Zuversicht in Zeiten von Corona: So bleiben Sie optimistisch

31.03.2020
Christin Müller
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März 2020: Das Corona-Virus hat die gesamte Weltbevölkerung innerhalb kürzester Zeit getroffen. Nicht nur in Deutschland herrscht Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben steht still. Für viele Menschen ein beängstigendes Szenario mit ungewissem Ausgang. Wie Sie in dieser Krisenzeit dennoch zuversichtlich bleiben, sagt Ihnen Supervisorin Ute Ehlers.

Akzeptanz

Damit fängt es an: Akzeptieren Sie einfach mal, dass es jetzt so ist. Das ist schon schwer genug, schließlich gibt es viele Belastungen, z. B. die Sorge um den Arbeitsplatz.

Ein guter Tipp, den Selbsthilfegruppen immer empfehlen: Sagen Sie sich „Nur für heute schaffe ich das!“. Damit teilen Sie die Herausforderung in überschaubare Etappen. Beispielsweise wissen wir alle, dass wir den momentanen Zustand bis Ostern durchhalten. Das ist eine überschaubare Zeit. Es hilft auch sich klarzumachen, dass sich die Dinge auch wieder ändern werden.

 

  Optimismus

„Das wird auch wieder besser“. Diese innere Zuversicht hilft. Wer gläubig ist, sagt dazu Gottvertrauen. Wenn man die Fähigkeit zur Dankbarkeit einübt, wird man optimistischer. Dazu gibt es einen hilfreichen Trick: Stecken Sie morgens 10 dicke Bohnen links in die Hosentasche. Immer wenn etwas Kleines, Gutes passiert, kommt eine Bohne in die rechte Tasche. Am Abend schauen Sie: Sind alle 10 Bohnen in der rechten Hosentasche angekommen? Falls nicht, nehmen Sie sich vor, am nächsten Tag etwas aufmerksamer zu sein. Das erfordert etwas Übung, aber Sie werden sehen, dass es wirkt.

 

  Selbstwirksamkeit

Schauen Sie auch in dieser Situation: Was kann ich denn machen? Was passt zu mir, was tut mir jetzt gerade gut? Zum Beispiel Atemmasken für andere nähen, Briefe schreiben an Menschen, die nicht aus dem Haus kommen, gemeinsam kochen. Ganz oft haben Menschen im Moment das Bedürfnis, anderen etwas Gutes zu tun. Das stärkt die Selbstwirksamkeit und bringt sie aus der Opferrolle.

Wichtig auch: Schauen Sie nicht ständig Nachrichten. Einmal am Tag sollte reichen. Es tut Ihrer Eigenverantwortung gut, selbst zu entscheiden und auch mal zu sagen: „Das mache ich nicht, das tut mir nicht gut“.

 

  Hilfen nutzen

Es gibt Menschen, die Hilfe brauchen. Und die Hilfesysteme funktionieren und haben zum Teil sogar aufgestockt. Auch da können Sie etwas machen, wenn Sie betroffen sind. Zögern Sie nicht lange, nehmen Sie die Hilfesysteme, die da sind, in Anspruch. Auch in vielen Betrieben gibt es längst schon Netzwerke, um den Mitarbeiter*innen zu helfen. Oft können diese jetzt virtuell oder per Telefon genutzt werden.


  Kleine Etappen

Teilen Sie die Strecke in einzelne Teile auf, damit sie nicht so lang wird. Für heute können wir fühlen und uns vorstellen, dass wir das hinbekommen. Alles, was wir uns in Etappen aufteilen, wird leichter, weil es kleiner ist.


Als kleiner Zusatztipp: Mutmacher-Artikel lesen

Zukunftsforscher Matthias Horx hat sich Gedanken gemacht, was wir uns wohl im Herbst über diese Zeit erzählen und was wir gelernt haben werden. Der Artikel über die Welt nach Corona ist wunderbar zuversichtlich und voller Optimismus.

 

Ute Ehlers

Ute Ehlers ist Supervisorin für Notfallmanagement und Krisenintervention, Informatikerin, Schiffsköchin. Als erfahrene Expertin weiß sie genau, wie Sie in der Krise optimistisch bleiben.