Zusammenarbeit nach Corona: Homeoffice oder Büro?

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Ende der Homeoffice-Pflicht: zurück ins Büro?

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Asset-Herausgeber

18.03.2022
Isabel Hempel
4598

Am 20. März 2022 endet trotz immer noch steigender Inzidenzen die pandemiebedingte Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Was bedeutet das für Unternehmen und Angestellte? Kommt jetzt die Präsenzpflicht zurück, obwohl die Angst vor Ansteckung bei vielen Menschen bleibt?

Auch Hunde kehren zurück ins Büro

Am 20. März entfällt nicht nur die Homeoffice-Pflicht, auch viele weitere vorgeschriebene Maßnahmen zum Corona-Schutz am Arbeitsplatz fallen weg. Angesichts der hohen Inzidenzen macht diese Tatsache vielen Arbeitnehmer:innen den Weg zurück ins Büro schwer. Die Angst, sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin zu infizieren, ist noch immer groß.

 

Viele haben Angst vor Infektion

Die Befürchtung, sich zu infizieren, hängt nicht nur vom Impfstatus ab, sondern auch davon, ob man schon eine Infektion durchlaufen hat. Viele Genesene fühlen sich durch ihren Status gut geschützt, während andere aus Angst vor einer Infektion noch immer Kontakte meiden.

Der schnurgerade Weg zurück zur Präsenzkultur ist für die meisten Angestellten also nicht denkbar. Viele Arbeitnehmer:innen haben zudem festgestellt, dass sie im Homeoffice produktiver arbeiten und Beruf und Privatleben besser vereinbaren können.

Eine "One fits all"-Lösung wird es also nicht geben. Unternehmen sind gefordert, flexibel zu agieren, um den individuellen Bedürfnissen aller Arbeitnehmer:innen gerecht zu werden.

 

Barmer-Studie belegt: Viele Arbeitnehmer:innen wünschen sich mobiles Arbeiten

In der Studie „Social health@work: Was macht mobiles Arbeiten mit unserer Gesundheit?“ (Barmer/Universität St. Gallen, 2021) gaben rund zwei Drittel der ca. 8.000 Befragten an, dass sie sich vorstellen können, auch künftig mobil zu arbeiten.

74,9 Prozent der Beschäftigten sind der Ansicht, dass ihre Tätigkeit für mobile Arbeit geeignet ist. Viele können sich eine hybride Arbeitsform im Verhältnis 2:3 (Büroarbeit zu mobiler Arbeit) als realistisches Zukunftsszenario vorstellen. Für ca. 25 Prozent der Beschäftigten scheint mobile Arbeit in Zukunft möglich, wird heute aber noch nicht praktiziert, was die Studienmacher als einen Hinweis darauf verstehen, dass in einem relevanten Anteil der Firmen immer noch Präsenzkultur vorherrscht.

 

Wie sieht der Arbeitsplatz von morgen aus?

Führungskräfte haben jetzt die Chance, ihre Teams erfolgreich in die Post-Corona-Zeit zu begleiten. Dabei sollten sie überlegt und geduldig vorgehen. Denn nach einem Jahr stetiger Lockdowns, Homeoffice und Homeschooling wollen die meisten Beschäftigten nicht in alte Muster der Arbeitsorganisation zurückkehren. Wie finden Unternehmen den passenden Weg in die hybride Arbeitsorganisation zwischen Homeoffice und Bürogebäude?

 

5 Tipps, wie Teams zu einer guten Post-Corona-Zusammenarbeit finden

Meike Bukowski, Leiterin der Personalentwicklung, und Mario Müller, Führungskräftetrainer beim pme Familienservice, geben Tipps, wie Führungskräfte und ihre Teams jetzt zu einer effektiven Zusammenarbeit finden, die alle Beteiligten erfüllt.
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1. Homeoffice oder Büro: Finden Sie Ihr eigenes Best-Practice-Model

Stellen Sie NICHT die Frage: Wie kriegen wir unsere Leute wieder ins Büro? Oder: Wie viel Homeoffice wollen wir erlauben? Der Fokus sollte vielmehr darauf liegen, welche Form den Workflow und das soziale Miteinander befördert. Jedes Team muss sein eigenes Best-Practice-Modell finden. Ein kleines Start-up wird dabei andere Erfahrungen machen als ein großer Konzern, in dem in Vor-Corona-Zeiten eine starke Präsenzkultur herrschte.

Wichtig: Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter:innen von Anfang an in Ihre Planungen ein, zum Beispiel indem Sie eine Umfrage zu den Bedürfnissen und Wünschen zur Arbeitsorganisation durchführen. Alleingänge erzeugen Unmut und Unverständnis!

2. Stellen Sie Fragen, anstatt Antworten zu suchen!

Da es keine pauschalen Antworten darauf gibt, wie ein Unternehmen die künftige Zusammenarbeit organisieren sollte, sollte jede Führungskraft mit ihrem Team in den Austausch gehen.

Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Team folgende Überlegungen an, um zu entscheiden, wie viele Präsenztage im Büro nötig sind:

  • Für welche Themen und Aufgaben ist es bindend, dass wir als Team zusammenkommen?
  • In welcher Arbeitsform – Homeoffice oder Büro – arbeiten wir besonders effektiv? Wo schaffen wir eher kreative Ergebnisse?
  • Muss immer unser gesamtes Team zusammenkommen, um bestimmte Aufgaben zu besprechen?  Wann wäre ein Austausch in Kleingruppen produktiver?
  • Wie informieren wir das gesamte Team über Arbeitsergebnisse in Kleingruppen?
  • An welchen Stellen erleben wir es als positiv, dass wir vor Ort zusammenarbeiten? Was motiviert das Team, ins Büro zu kommen? Wann arbeiten einzelne Mitarbeiter:innen bevorzugt zu Hause?

3. Seien Sie geduldig: Veränderungen in der Zusammenarbeit brauchen Zeit

Menschen sind Gewohnheitstiere. Veränderungen fallen oft schwer. Möchten Sie, dass Ihre Beschäftigten wieder öfter zum Arbeiten ins Büro kommen, dann geben Sie ihnen Zeit. Nachdem die meisten über ein Jahr lang im Homeoffice gearbeitet haben, wollen viele zunächst so weitermachen. Bleiben Sie geduldig, und vertrauen Sie darauf, dass Ihre Beschäftigten den Wert des sozialen Miteinanders wieder zu schätzen lernen. Regen Sie dazu an, verschiedene Arbeitsmodelle auszuprobieren, und werten Sie diese im Team gemeinsam aus. Dazu eignet sich das Format der Retrospektive.

4. Führen Sie die Retrospektive ein: ausprobieren und darüber sprechen!

In vielen Führungsetagen herrscht zurzeit große Offenheit gegenüber Veränderungen. Als Führungskraft können Sie mutig neue Schritte mit Ihrem Team wagen und gemeinsam erfahren, wie sich bestimmte Maßnahmen auswirken. Empfehlenswert ist es, in kurzen Abständen in die Retrospektive zu gehen – also immer wieder gemeinsam auf die zurückliegenden Wochen zu blicken.

Dabei ist es auch wichtig zu fragen, welche Bedürfnisse nach persönlichem Austausch und Kontakt einzelne Beschäftigte haben, und die Form der Zusammenarbeit dementsprechend auszutarieren.

Gehen Sie mit folgenden Fragestellungen in die Retrospektive:

  • Wie haben wir die zurückliegenden Wochen unserer Zusammenarbeit erlebt?
  • Was hat sich bewährt? Was behalten wir bei?
  • Was lassen wir los?
  • Was nehmen wir neu auf?

5. Schaffen Sie eine Policy für das "New Normal"

Kommunizieren Sie offen über Ihre Strategie, eine neue Form der Arbeitsorganisation zu finden. Machen Sie den Prozess so transparent wie möglich.

Wenn Sie einen Weg für die künftige Zusammenarbeit für sich und Ihr Team gefunden haben, stellen Sie gemeinsam Regeln dafür auf und halten Sie Ihre Beschlüsse in einer Policy fest. Benennen Sie die Gründe für die Entscheidungen.

Je transparenter Sie sind, desto mehr Verständnis werden Ihre Beschäftigten Ihnen entgegenbringen. Kommunizieren Sie anderen Teams, wie Ihre Mannschaft sich in Zukunft organisiert und wie die Erreichbarkeit Ihres Teams ist.

 

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