Was entlastet pflegende Angehörige?

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Überlastungsfalle häusliche Pflege

Asset-Herausgeber

18.05.2022
Gabriele Strasser
1369

Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, sind oft überlastet und leiden unter gesundheitlichen Problemen. Gleichzeitig nutzen sie die vorhandenen Entlastungsmöglichkeiten nicht. Woran das liegt, erhellt eine Studie des Sozialverbandes VdK.

Häusliche Pflege zuhause

Im Alter ins Altersheim? Das ist für immer weniger Menschen vorstellbar. Derzeit werden 80 Prozent (3,3 Millionen) der 4,1 Millionen pflegebedürftigen Menschen von nahestehenden Menschen in ihrem gewohnten Umfeld gepflegt. Meist sind es Frauen, die pflegen (72 Prozent).

Doch die häusliche Pflege geht häufig mit Überlastung einher, wie eine Studie des Sozialverbands VdK zeigt.

Laut einer Online-Befragung von 56.000 Menschen ist jede zweite pflegende Person selbst bereits im Rentenalter und körperlich nicht mehr fit. 63 Prozent gaben an, täglich körperliche Beschwerden zu haben, 59 Prozent sagten, dass sie wegen der Pflege ihre eigene Gesundheit vernachlässigen. 

 

Das Dilemma: Unterstützung wird zu wenig genutzt

Nun gibt es verschiedene Entlastungsangebote, die genau für Menschen, die zu Hause pflegen, gedacht sind. Dazu gehören Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege. Doch obwohl sich ein Großteil der Befragten mehr von solchen Angeboten wünscht, werden 62 bis 93 Prozent der vorhandenen Leistungen von ihnen nicht in Anspruch genommen. 

Laut der Befragung sind die Gründe dafür: 

  • Zu wenige Kapazitäten, etwa bei Tagespflege- und Kurzzeitpflegeplätzen
  • Hohe Zuzahlungen für Pflegedienste, Tagespflege, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege schrecken etwa die Hälfte der Befragten ab.
  • Komplizierte und aufwendige Antragsverfahren hindern jeden fünften daran, Entlastung zu beantragen.

Der VdK fordert einen Anspruch auf einen Tagespflegeplatz, ähnlich dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Außerdem setzt sich der Verband für eine grundlegende Reform der Unterstützungsleistungen ein. Dazu gehöre ein einheitliches Budget, in das alle Ansprüche einfließen und bei dem nicht genutzte Leistungen nicht mehr verfallen. Ebenso müsse es möglich sein, damit auch Nachbarinnen, Freunde oder Ehrenamtliche zu bezahlen, die sich bei der Pflege einbringen. 

 

Bessere Beratung zu Entlastungsleistungen erhöht Nutzung

Die Studie zeigt auch, wie wichtig für Pflegende eine unabhängige Beratung ist. Pflegende Angehörige, die keine Beratung erhalten, nehmen deutlich weniger Pflegeleistungen in Anspruch. Mit Beratung steige die Wahrscheinlichkeit, eine Pflegeleistung zu nutzen, um ein Vielfaches – etwa bei der Tagespflege von 17 auf 83 Prozent. 

 

Betriebliche Pflegelotsen unterstützen berufstätige Pflegende

Von den 4,8 Millionen Menschen, die zu Hause pflegen, sind etwa 2,5 Millionen erwerbstätig. Sie haben eine besonders herausfordernde Doppelbelastung, denn die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist in vielen Firmen noch ein blinder Fleck. Als familienfreundlich versteht man häufig noch einen Arbeitgeber, der vor allem Mütter und Väter unterstützt.

Der pme Familienservice unterstützt Arbeitgeber mit der Ausbildung von betrieblichen Pflegelotsen, um pflegenden Beschäftigten die nötige Hilfe und Entlastung zu geben.

Betriebliche Pflegelotsen sind Ansprechpartner für pflegende Beschäftigte. Sie hören ihnen zu, entlasten sie in ihrer Situation und geben ihnen konkrete Informationen an die Hand, um die Pflegesituation und ihren Beruf bestmöglich zu vereinbaren.

 

Entlastungsmöglichkeiten im Überblick

Angehörige von Pflegebedürftigen können verschiedene Entlastungsmöglichkeiten nutzen, darunter:

  • Kurzzeitpflege
  • Tagespflege
  • Verhinderungspflege
  • Leistungen über den Entlastungsbeitrag
  • Ambulante Dienste
  • Private Seniorenbetreuung über die Geldleistung 

Neben diesen Leistungen der Pflegeversicherung gibt es noch weitere Ansatzpunkte:

  • Beim Modell „Wohnen für Hilfe“ unterstützen Studierende ältere Menschen im Alltag. 
  • Es besteht die Möglichkeit, eine (betreute) Wohngruppe zu gründen, für die es einen besonderen Wohngruppenzuschlag gibt. 
  • Generell kann der Einsatz von Hilfsmitteln sinnvoll sein – insbesondere aus dem Bereich Ambient Assisted Living. 
  • Es ist empfehlenswert, beizeiten über alternative Wohnformen wie Betreutes Wohnen, Beschütztes Wohnen oder Mehrgenerationenwohnen nachzudenken.  


Quellen:

Sozialverband VdK Deutschland

BMFSFJ

 

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Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können. Mehr über die pme Familienservice Gruppe erfahren Sie hier: www.familienservice.de/wer-wir-sind

 

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