Konfliktreiche Weihnachten mit der Familie

Konfliktreiche Weihnachten mit der Familie- pme Familienservice Blog

19.12.2017
Christin Müller
2041

Alle Jahre wieder hängen die Erwartungen hoch zum Fest der Liebe. Alles soll perfekt sein: vom gerade gewachsenen Tannenbaum über den festlich gedeckten Tisch mit Schwiegermutters Hochzeitsgeschenk-Porzellan und dem knusprig gegarten Gänsebraten bis hin zu den liebevoll ausgesuchten Last-Minute-Geschenken. Schon Tage vor dem Fest dreht sich alles um das Highlight des Jahres und treibt so manch einem Schweißperlen auf die Stirn bei dem Gedanken, es könnte etwas schief gehen.

Wird sich Onkel Heinz mit dem Magenbitter zurückhalten? Wird Oma Anneliese wieder ihre Giftpfeile Richtung Schwiegertochter schießen und werden die Zwillinge sich einmal nicht hinterm Weihnachtsbaum prügeln? So leicht ist es vorbei mit der Besinnlichkeit – stattdessen machen sich Hektik und unfeierliches Chaos breit.

Das Alternativ-Programm für den Gastgeber oder die Gastgeberin könnte die Flucht aus dem heimatlichen Weihnachtsstress an ein Traumziel sein - in ein 5-Sterne-Hotel mit Verwöhnprogramm oder in eine urige einsame Berghütte in unberührter Natur. Aber auch diejenigen, die die Weihnachtstage dann doch lieber in den eigenen vier Wänden verbringen möchten, können eine ganze Menge zur Minimierung des Konfliktpotentials tun:

 

Wohlbefinden geht über Stress mit den Verwandten

Einfach mal das eigene Pflichtgefühl hinterfragen: Muss die verbitterte, ständig nörgelnde Tante zwangsläufig an den Feiertagen eingeladen oder besucht werden, nur weil es immer so war - mit dem vorhersehbaren Ende, dass die Stimmung ziemlich schnell und regelmäßig im Eimer ist? Traditionen dürfen und sollten gebrochen werden, wenn es für das eigene Wohlbefinden wichtig ist!
 

Heikle Themen meiden

Nur weil Weihnachten ist, lösen sich vorhandene Konflikte mit den lieben Verwandten und Bekannten leider nicht in Wohlgefallen auf. Auch wenn sich alle zu Beginn sehr viel Mühe geben, ein lächelndes Gesicht aufzusetzen und die Contenance zu wahren, brechen die alten Muster doch irgendwann durch und die gute Laune ist dahin. Am besten legt man sich ein kleines neutrales Ersatzthemen-Programm zurecht, falls beim Weihnachtsessen heikle Themen und unbedachte Bemerkungen aufgetischt werden. Ignorieren und auf ein unverfängliches Thema umlenken, kann definitiv die Stimmung retten!
 

Freude und Harmonie durch klare Ansagen und Auszeiten erreichen

Statistisch gesehen bergen die Weihnachtsfeiertage ein großes Konfliktpotenzial. Wir fühlen uns verpflichtet, fast pausenlos mit dem erweiterten Familienkreis sehr eng beieinander zu sein und dabei auch noch endlos Freude und Harmonie auszustrahlen. So viel Nähe auszuhalten will gelernt sein, vor allem wenn man sich im normalen Alltag problemlos aus dem Weg gehen kann.

Besonders an Feiertagen ist es sinnvoll, sich kleine und größere Auszeiten zu gönnen - allein, zu zweit oder mit den Kindern etwas zu tun, das entspannt und Freude macht. Am besten bereitet man die Weihnachtsgäste darauf vor, indem man von vornherein klare Ansagen über den Ablauf und das Ende der Feier macht. Dann können wir der erwähnten Statistik ein Schnippchen schlagen und Weihnachten in vollen Zügen genießen.
 

Wenn nichts mehr hilft

Und wer noch mehr hilfreiche Tipps für ein mehr oder weniger gelingendes Weihnachtsfest sucht, dem sei Loriots Klassiker „Weihnachten bei Hoppenstedts“ ans Herz gelegt. Schon uralt, aber immer aktuell – finde ich.

In diesem Sinne unvergessliche zauberhafte Weihnachten mit den lieben Verwandten!
Ihre Dagmar Cassiers

 

 
Autorin Dagmar Cassiers
Dagmar Cassiers arbeitet seit 20 Jahren als Therapeutin, psychologische Beraterin und Coach, davon seit 10 Jahren beim pme Familienservice als Fachberaterin u.a. im Bereich Lebenslagen-Coaching. Ihre Spezialdisziplin ist das Coaching- und Therapieangebot für Paare. Dazu hat sie ein Buch mit dem Titel „Sex-Pass“ veröffentlicht. Außerdem schreibt sie regelmäßig u.a. für das Online-Magazin Freundin.de.
Dagmars Weihnachtsfest wird garantiert konfliktfrei, weil sie die Feiertage bei ganz lieben Menschen verbringen wird, die sie eingeladen haben.
 

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