Bosch und der DFB setzen auf mentales Training

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15.11.2021
Isabel Hempel
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Wie schafft es das Technikunternehmen Bosch, krisenfest und innovativ zu bleiben? Wie gelingt es Profifußballern, wenn es darauf ankommt, punktgenau ihre Leistung abzurufen? Wie kann jeder Einzelne von uns unter dem wachsenden Arbeitsdruck und der schwindenden Abgrenzung von Privat- und Arbeitsleben fokussiert und ausgeglichen bleiben? Mentales Training scheint ein wichtiger Baustein zu sein.

Vor ca. zehn Jahren erhielt Petra Martin, Leiterin des Centers of Competence „Führung“ bei Robert Bosch Automotive Electronics, den Auftrag, für den Technikriesen ein Programm zu entwickeln, das der internen Führungsriege das Rüstzeug an die Hand geben sollte, die Transformation von einem Industriezulieferer hin zu einem Softwareunternehmen zu gestalten. Führungskräfte sollten den Wandel in den Teams vorantreiben.

Bei der Arbeit am Konzept bemerkte die Personalentwicklerin, dass noch ein entscheidender Aspekt fehlte: „Wir brauchten neben den theoretischen Inhalten noch einen linking pin vom Kennen zum Können“, erklärt Petra Martin. „Ich dachte an einen Aspekt, der stark aufs Erleben geht. Dann habe ich in Manager Seminare einen Artikel darüber gelesen, wie das Thema Mindfulness in ein Führungskräftetraining integriert wurde. Und das hat mich überzeugt“. (Lesen Sie hier das Interview mit Petra Martin in voller Länge.)

Was bedeutet Mindfulness?

Mindfulness, zu deutsch Achtsamkeit, bezeichnet „einen Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne sich von Gedanken oder Emotionen ablenken zu lassen und ohne diese zu bewerten“. (1)

Das Prinzip kommt aus der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis und wird seit Jahren intensiv wissenschaftlich erforscht. Angeregt durch den 14. Dalai Lama, begannen Wissenschaftler vor etwa 15 Jahren, im MRT die Hirnströme von Mönchen auszuwerten, die täglich meditierten. Auf den Bildern war deutlich zu erkennen, wie die langjährige Meditation die Struktur des Gehirns der Mönche verändert hatte. Unbestritten ist seitdem, dass regelmäßige Meditation unsere kognitiven und emotionalen Prozesse positiv beeinflussen kann. (2) Seitdem erlebt das Thema Mindfulness viel positive Resonanz – auch in der Unternehmenswelt.

 

 

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iga Report 45: Mentales Training wirkt positiv auf das individuelle Stresserleben

Einen ausführlichen Einblick, welche Wirkungen verschiedene Formen von Achtsamkeitstrainings im Arbeitskontext haben können, gibt der iga Report 45 aus 2021.(3) Die Auswertung von 105 relevanten Studien zum Thema zeigt, dass nahezu alle Programme – von MBSR-Kursen (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), Meditationskursen, Atemtrainings und Yoga bis zu Qi Gong – eine „deutliche Wirkung auf Aspekte der psychischen Gesundheit“ haben. Vor allem das individuelle Stresserleben wird durch Achtsamkeitstraining stark gesenkt. Eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden, die Erholungsfähigkeit, die Selbstreferenz und auch auf arbeitsbezogene Faktoren wie z. B. die Konzentrationsfähigkeit und die Motivation haben laut iga Report vor allem MBSR-Kurse.

Bei Bosch haben 2500 Führungskräfte das mentale Trainingsprogramm durchlaufen

Die Wirkungsmechanismen unterschiedlichster Achtsamkeitstrainings nutzen immer mehr Unternehmen im Rahmen ihrer Weiterbildungs- und BGM-Konzepte. In Petra Martins Geschäftsbereich bei Bosch haben inzwischen 2500 Führungskräfte das mentale Trainingsprogramm durchlaufen. „Mindfulness ist heute bei uns total etabliert. Viele unserer Führungskräfte haben erkannt: Wenn ich leistungsfähig sein will, muss ich auch eine Art Psychohygiene für mich etablieren. Ich muss wissen, wie ich meinen Geist beruhigen und Konzentration finden kann“, erklärt Martin. „Das mentale Training vermittelt nicht ein 'Weg vom Stress', sondern eher ein 'Hin zu' – zu mehr Fokus und mehr Gelassenheit“. 

Auch für Profisportler:innen sind Fokussierung und Gelassenheit entscheidende Eigenschaften, zum Beispiel wenn es darum geht, Höchstleistung punktgenau abrufen zu können. "Ein Vorteil von mentalem Training ist, dass es überall und zu jeder Zeit durchführbar ist“, erklärt Christoph Herr, Koordinator für Sportpsychologie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Man kann in Situationen, die anspruchsvoll sind, auch kurze Atemtechniken oder das Schließen der Augen und eine kurze Visualisierung einbauen. Zur Wettkampfvorbereitung oder als Trainingsvorbereitung können 10- bis 15-minütige Einheiten am Abend helfen, sich auf die bevorstehenden Situationen vorzubereiten oder bestimmte Abläufe zu festigen“, sagt Herr. (Lesen Sie hier das Interview mit Christoph Herr in voller Länge)

Für das Erlernen verschiedener Entspannungstechniken setzte der DFB bei zwei U-Nationalmannschaften die Mindance-App für mentale Gesundheit ein. „Mit der App konnten unsere Spieler ihre kognitive Flexibilität im Hinblick auf ihre Wahrnehmung und ihr Entscheidungsverhalten trainieren“, erklärt der Sportpsychologe. „Außerdem kann die Mindance-App dabei unterstützen, Techniken zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion zu erlernen und eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden“.

Beschäftigte bei Bosch trainieren mentale Stärke mit der Mindance-App

Die Entwicklung von mentaler Stärke ist aber längst nicht mehr ein Thema, das nur Führungskräfte und Profisportler betrifft. „Die vergangenen eineinhalb Jahre haben zahlreiche Veränderungen in den Lebenswelten der Menschen hervorgerufen. Neben der neuen Situation des Dauer-Homeoffice brachte auch (…) das Homeschooling eine große Umstellung im Alltag mit sich, die an den Kräften vieler Menschen gezehrt hat“, kommentiert Professor Dr. Ingo Froböse den von ihm vorgelegten „DKV-Report 2021 – Wie gesund lebt Deutschland?“. (4) „Wir müssen als Individuum, aber auch als Gesellschaft lernen, wie wir Stress vermeiden und wie wir ihn kompensieren können“.

Auch hier investiert Bosch in die Weiterbildung seiner Beschäftigten und hat unter der Leitung von Petra Martin das zehnwöchige Trainingsprogramm Mindfriends entwickelt, das ein intensives Meditationstraining mit der Mindance-App vorsieht. „Als Teilnehmer:in hat man seine body group, das heißt, wir matchen Leute, die gut zusammenpassen oder an einem Standort arbeiten. Diese Gruppe bekommt von uns ein work book und die Mindance-App an die Hand“, erklärt Martin das Konzept. „Wir haben tatsächlich eine sehr gute 'Durchkommer-Quote' von über 80 Prozent. In der Coronazeit lag diese Quote sogar noch höher, weil das Bedürfnis der Menschen nach mehr me time und mentaler Stärke – man kann dafür bestimmt auch andere Begriffe wählen – gestiegen war“.


Der iga Report 45 bestätigt die Herangehensweise, die Petra Martin für Bosch gewählt hat: Gruppenbasierte Formate sind – so zeigt es der Report – gegenüber individuell durchzuführenden Achtsamkeitstrainings deutlich erfolgreicher. „Das Setting einer Gruppe lädt aufgrund des sozialen Charakters in den meisten Betrieben (…) dazu ein, Achtsamkeitstraining auch dazu zu nutzen, zwischenmenschliche Fähigkeiten wie Empathie (…) zu üben“, berichten die Autor:innen des Reports. Das Training in einer Gruppe scheint sich außerdem positiv auf das Durchhaltevermögen der Teilnehmer:innen auszuwirken. Wer mit Kolleginnen und Kollegen übt, bleibt länger am Ball.

Unser Gehirn ist wie ein Muskel, den man trainieren kann

Doch was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir mental trainieren, also zum Beispiel eine Achtsamkeitsmeditation durchführen? “Mentales Training ist für unser Gehirn ähnlich wie das physische Training für unseren Körper“, erläutert Lukas Stenzel, Head of Product bei Mindance. „Mit einem systematischen und zielgerichteten Mentaltraining können wir die Arbeitsweise und Fähigkeiten unseres Geistes besser wahrnehmen und langfristig zum Positiven verändern – zum Beispiel unsere Konzentration oder die emotionale Intelligenz verbessern“.

In der Alltagspraxis kann das bedeuten: Wer regelmäßig seine Achtsamkeit und seine mentale Stärke trainiert, ist nicht nur fokussierter, sondern verhält sich auch anders gegenüber seinen Mitmenschen. Eine spannende Beobachtung dazu hat Petra Martin in den Fabrikhallen an ihrem Bosch-Standort in Salzgitter gemacht: „Viele hatten hier einen ziemlich rauen Ton, der ja nicht böse gemeint war. Da brüllte ein Meister schon mal in die Mannschaft, und dann sollte alles laufen. Dort bemerke ich eine Veränderung: Jetzt habe ich oft mit Meistern zu tun, die ganz bewusst einen Perspektivwechsel machen und verstehen: Wie kommt das, was ich sage, bei meinem Gegenüber an? Wie tickt dieser Mensch? Wie schaffe ich das jetzt, ihn zu überzeugen?“.

Mentales Training: Bewusstsein für Überlastung wächst

Genau auf solche zwischenmenschlichen Komponenten kommt es an, ist sich Petra Martin sicher. „Die Herausforderungen der Zukunft werden wir nur hinkriegen, wenn wir diese mit den Menschen gemeinsam angehen. Das können wir nicht über neue Strukturen oder Prozesse regeln. Ich glaube, das Bewusstsein dafür ist bei vielen inzwischen gewachsen.“ Außerdem brauche Führung oder Leadership, wie es Petra Martin nennt, einen starken Beziehungsmoment. „Ich als Führungskraft kann nur führen, wenn meine Leute sich für mich entscheiden. Das tun sie nur, wenn wir eine Beziehung zueinander haben“.

Dass Führungskräfte, die geübt sind in Achtsamkeit und mentalem Training, besser in der Lage sind, Beziehungen zu ihren Mitarbeiter:innen aufzubauen, zeigten zwei große Mitarbeiterbefragungen, die in der gesamten Bosch-Gruppe durchgeführt wurden. „Die Führungskräfte, die unser mentales Training durchlaufen hatten, erhielten die besten Zustimmungswerte von den Mitarbeiter:innen. Diese Führungskräfte sind einfach geübter im Reflektieren, viele haben die mindfulness wahrscheinlich auch beibehalten. Vielleicht kann man sagen, es sind reifere Führungskräfte. Das Verhalten, das wir uns von Führungskräften wünschen, ist bei diesen Leuten spürbar“.

Ob Führungskräfte, die sich in Achtsamkeit üben, auch glücklicher und gesünder sind, wagt Petra Martin nicht zu beurteilen. „Aber es kam bei all unseren begleitenden Befragungen immer wieder heraus, dass das Bewusstsein von Überlastung bei Führungskräften, die mit mentalem Training vertraut sind, deutlich höher ist. Sie merken viel früher: Oh, jetzt wird es zu viel. Jetzt muss ich eine Pause machen“.

Quellen:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(mindfulness

(2) https://www.spektrum.de/magazin/meditation-veraendert-das-gehirn/1335995

(3) https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igareporte/igareport-45/

 (4) https://www.ergo.com/de/Newsroom/Reports-Studien/DKV-Report

 

 

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Mindance-App für mentale Gesundheit

Die Mindance-App für mentale Gesundheit bietet Audio-Übungen zu Achtsamkeit, Stressabbau, progressiver Muskelentspannung, gesundem Schlaf und vielem mehr. Die App erstellt ihren Nutzer:innen einen Trainingsplan auf Basis eines wissenschaflich fundierten Gesundheitschecks. Namhafte Unternehmen wie BOSCH oder die AOK PLUS bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, mit der Mindance-App zu trainieren. Seit 2021 gehört die Mindance GmbH zur pme Familienservice Gruppe, um das Beste aus der digitalen und der analogen psychischen Gesundheitsförderung zu kombinieren.

 

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