Ferienjobs: Das ist zu beachten

Ferienjobs: Das ist zu beachten

04.07.2018
Gabriele Strasser
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Wer darf in einem Ferienjob arbeiten?

Zuerst eine Definition: Als Kind gilt im Sinne des Gesetzes, wer noch keine 15 Jahre alt ist. Kinder dürfen frühestens ab 13 Jahren arbeiten – aber nur in einem eng begrenzten Rahmen. Wer zwischen 15 und 18 Jahre alt ist, ist Jugendlicher und darf offiziell im Rahmen eines Ferienjobs arbeiten. 

 

Wie viel darf gearbeitet werden?

Kinder ab 13 dürfen mit Zustimmung der Eltern täglich bis zu zwei Stunden arbeiten, in der Landwirtschaft auch drei Stunden. Erlaubt sind aber nur leichtere Tätigkeiten wie Zeitungen austragen oder Gartenarbeit. Zudem muss die Arbeitszeit zwischen 8 Uhr und 18 Uhr liegen.

Jugendliche dürfen an fünf Tagen pro Woche maximal 40 Stunden arbeiten, und der Arbeitstag darf nicht länger als acht Stunden sein. Insgesamt dürfen Schulpflichtige ab 15 Jahren höchstens vier Wochen im Jahr in einem Ferienjob arbeiten. Eine Ausnahme gilt für die Landwirtschaft. Hier dürfen Jugendliche über 16 Jahre zur Erntezeit bis zu neun Stunden täglich und bis zu 85 Stunden pro Doppelwoche beschäftigt werden.

 

Welche Tätigkeiten und Arbeitszeiten sind erlaubt?

Bei Ferienjobs muss es sich um leichte Tätigkeiten handeln. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten. Auch mit Gefahrenstoffen zu hantieren oder Akkord zu arbeiten ist untersagt.

Der Samstag ist generell arbeitsfrei, ebenso Sonn- und Feiertage. Allerdings gibt es Ausnahmen für bestimmte Branchen wie etwa Krankenhäuser, Altersheime, Verkaufsstellen, Privathaushalte, Gaststätten, Landwirtschaft und Verkehrswesen. Hier darf am Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden, dafür haben die Jugendlichen Anspruch auf einen anderen freien Tag derselben Woche. 

Grundsätzlich dürfen Jugendliche nur in der Zeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr beschäftigt werden. Aber auch hier gibt es Ausnahmen:

  • Im Bäckerhandwerk und in Konditoreien dürfen 16-Jährige um 5 Uhr beginnen, 17-Jährige in Bäckereien um 4 Uhr (nicht in Konditoreien).
  • In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr tätig sein.
  • Im Gaststätten- und Schaustellergewerbe ist ab 16 Jahren das Arbeiten bis 22 Uhr erlaubt.

Jugendliche ab 16 Jahre dürfen auch im Schichtbetrieb eingesetzt werden und können dann bis 23 Uhr arbeiten. Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen zwölf freie Stunden liegen.

Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb Stunden müssen Pausen von insgesamt 30 Minuten genommen werden. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.

 

Was ist in puncto Bezahlung und bei Steuern und Sozialversicherungen zu beachten?

Für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt der gesetzliche Mindestlohn leider nicht. Dennoch sollten Schüler und Eltern auf eine faire Bezahlung achten. 

Sozialversicherungsbeiträge fallen bei einem Ferienjob nicht an. Steuern werden nur dann einbehalten, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 750 Euro brutto liegt“. Dabei werden die Steuern normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn man beim Finanzamt einen Antrag stellt. 

 

Welche Beschäftigungsverhältnisse sind üblich?

Viele Ferienjobs werden als "geringfügige Beschäftigung" (450-Euro-Jobs) ausgeübt. Schüler können aber auch als "kurzfristig Beschäftigte" arbeiten. Dann ist die Höhe des Einkommens nicht begrenzt. 

Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein schriftlicher Vertrag, in dem die Arbeitszeiten und Aufgaben sowie die Bezahlung festgehalten sind. 

Übrigens sind Schülerinnen und Schüler während des Ferienjobs bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert. Der Versicherungsschutz gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

 

Was tun bei Problemen?


Wenn Arbeitgeber Vereinbarungen oder Gesetze nicht einhalten, können sich Schüler zusammen mit ihren Eltern an die Aufsichtsbehörden wenden. In der Regel ist dies das örtliche Gewerbeaufsichtsamt oder das Amt für Arbeitsschutz. Arbeitgeber, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, müssen mit heftigen Geldbußen rechnen.


Quellen: 
Jugendhilfeportal

Deutscher Gewerkschaftsbund