DAK-Studie: Dreimal mehr Fehltage wegen Psyche

DAK-Studie Dreimal mehr Fehltage wegen Psyche

29.07.2019
Sabrina Ludwig
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In den letzten 20 Jahren lassen sich deutlich mehr Arbeitnehmer*innen wegen psychischer Probleme krankschreiben. Das zeigt eine Langzeitstudie der DAK. Depression sei die häufigste Ursache.

Im Jahr 2017 erreichten die Krankschreibungen wegen psychischer Belastungen ihren Höchststand. Im Schnitt fiel jeder Versicherte der DAK wegen psychischer Probleme für 2,5 Tage auf der Arbeit aus. Zwanzig Jahre vorher waren es im Schnitt nur 0,7 Krankheitstage. In ihrem „Psychoreport 2019“ wertete die Krankenkasse die Fehltage ihrer Versicherten seit 1997 aus.

2018 gingen die Fehltage wegen psychischer Belastungen erstmals wieder leicht zurück. Dennoch reichte im vergangenen jeder 18. Arbeitnehmer*innen eine Krankschreibung wegen psychischer Leiden ein. Damit liegen Seelenleiden in Deutschland auf Rang drei der Krankheitsarten.

Quelle: Psychoreport 2019, Daten der DAK-Gesundheit 1997-2018

 

Diagnose Depression sorgt für die meisten Fehlzeiten

Am häufigsten fehlen Arbeitnehmer*innen über den Zeitraum der DAK-Untersuchung wegen der Diagnose Depression. Auf Platz zwei folgen sogenannte Anpassungsstörungen, die beispielsweise nach schweren Schicksalsschlägen erfolgen können. Danach kommen neurotische Störungen und Angststörungen. Der Studie zufolge nehmen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Belastungen mit dem Alter kontinuierlich zu.

 

Sprechen über psychische Belastungen kein Tabu mehr

DAK-Vorstandschef Andreas Storm führt den Anstieg der Krankschreibungen unter anderem auf einen offeneren Umgang mit psychischen Belastungen zurück: "Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr." Es sei nicht zwingend davon auszugehen, dass in der Bevölkerung generell ein Anstieg psychischer Probleme gibt.

 

Unterschiede nach Regionen und Branchen

Die DAK-Studie zeigt auch, dass es in den öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen "überproportional viele Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen" zu verzeichnen wären. Im Ländervergleich sind die Bayern am wenigsten wegen psychischer Probleme krank (1,9 Fehltage pro Versichertem im Jahr 2018), die Saarländer am häufigsten (3,1 Fehltage).

Für die Studie hat das Forschungs- und Beratungsinstitut IGES die anonymisierten Daten von rund 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. In der DAK-Gesundheit sind mehr als fünf Millionen Menschen versichert.

 

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Quelle:

 

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