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26.07.2010

Im Interview: Alexa Ahmad, Geschäftsführerin des pme Familienservice

Freca Dumrese vom Verlag Media Planet hat die Geschäftsführerin des pme Familienservice, Alexa Ahmad, für "Diversity Management", das Beilagenmagazin der Financial Times, interviewt.

Diversity Management: Mit welchen Angeboten helfen Sie Ihren Mitarbeitern, damit sie eine perfekte Work-Life-Balance zwischen Beruf und Familie leben können?

Alexa Ahmad: Grundsätzlich analysieren wir, welche Problemzonen Mitarbeiter in bestimmten Unternehmen haben oder in der Zukunft haben könnten. Das ist je nach Branche unterschiedlich. Dann schnüren wir zur Unterstützung der Angestellten entsprechende Pakete, für den Bereich Kinderbetreuung, Homecare, Eldercare oder Lebenslagen-Coaching, letzteres zum Beispiel bei Sucht- oder Finanzproblemen.

Diversity Management: Wie hoch ist Ihre Frauenquote und was unternehmen Sie konkret für die Frauenförderung – speziell in Bezug auf weibliche Führungskräfte?

Alexa Ahmad: Thema Nummer eins ist immer noch „Karriere und Kind“. Da unterstützen wir sowohl durch einen Krippenplatz, die Suche nach einer Tagesmutter, Seminare oder auch durch eine Inhouse-Betreuung. Immer wichtiger wird das Thema Eldercare. Frauen in Führungspositionen haben mit Mitte 40 durch spätes Gebären oft betreuungsbedürftige Kinder, müssen aber auch schon damit anfangen ihre Eltern zu versorgen.

Diversity Management: Werden Ihre Programme zur Frauenförderung von den Mitarbeiterinnen angenommen? Gibt es dagegen manchmal auch Vorbehalte?

Alexa Ahmad: Alle Leistungen, die wir anbieten, laufen auf Firmenkosten. Unsere Angebote zur Frauenförderung werden hier sehr gut angenommen. Das Angebot kommt aus den Vereinigten Staaten, wo es sehr viel breiter angenommen wird. Dort ist es selbstverständlich, dass man sich mit externer Hilfe positiv brüstet. Auch die Schuldner- oder Drogenberatung stellt dort keine Schmuddelecke dar.

Diversity Management: In welchen Punkten profitiert Ihr Unternehmen als Arbeitgeber von den genannten Maßnahmen?

Alexa Ahmad: Unser Service dient der Sicherung des Unternehmenserfolgs und der Wettbewerbsfähigkeit. Wir werden einen rapiden Mangel an Fachkräften bekommen und müssen zudem Arbeit ständig weiter verdichten. Es ist daher wichtig, Ausfallzeiten zu minimieren, ebenso Absentismus: Arbeit ohne Engagement, weil jemand den Kopf nicht frei hat. Mit unserem Angebot reduzieren wir auch Fehlerquoten.

Diversity Management: Welche Hilfe wünschen Sie sich von staatlicher Seite, damit Unternehmen verstärkt in dieser Richtung aktiv werden können?

Alexa Ahmad: Weniger Hürden in der steuerlichen Absetzbarkeit der Kinderbetreuung, bei Unternehmen und privat. Warum soll das nur bis zur Schulpflicht gelten? Schwierig ist auch die Kinderbetreuung während der Schulferien. Wenn das Finanzamt sagt, Urlaube seien Privatsache, kann ein Unternehmen dafür keine Betreuung anbieten, weil sich die Kosten nicht als Betriebsausgaben absetzen lassen.


Erschienen in "Diversity Management", Beilage der Financial Times, 16. Juli 2010

Hier steht das Magazin für Sie zum Download bereit:

  Diversity Management (3.03 MB)

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