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21.07.2010

Kinderbetreuung: Tipps von der Fachberaterin

Silke Meißner, Fachberaterin für Kinderbetreuung beim pme Familienservice in Berlin, gibt in einem Interview mit der Berliner Morgenpost Tipps, auf was man bei der Suche nach geeigneter Kinderbetreuung achten sollte.

Berliner Morgenpost: Woran erkennt man eine gute Kinderbetreuung?

Silke Meißner: Am wichtigsten ist die Erfahrung - sei es durch die Erziehung eigener Kinder, eine pädagogische Ausbildung oder Jobs in anderen Familien, von denen es vielleicht sogar Referenzen gibt. Durch gezielte Fragen kann man Kenntnisse testen, etwa: Was würden Sie tun, wenn mein Dreijähriger beim Anziehen bockt? Und natürlich sollte man seinem persönlichen Empfinden folgen. Ohne Sympathie und Vertrauen geht es nicht.

Berliner Morgenpost: Aber wie kann man den ersten, flüchtigen Eindruck überprüfen?

Silke Meißner: Ich empfehle unbedingt eine Eingewöhnungsphase zusammen mit Mutter oder Vater, bevor die Betreuung eigenverantwortlich arbeitet. Das ist nicht nur wichtig, damit das Kind Vertrauen aufbaut, sondern erleichtert auch die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Babysitter.

Berliner Morgenpost: Warum?

Silke Meißner: Die Kinderbetreuung lernt so die Gepflogenheiten in der Familie kennen, und die Eltern können sofort ansprechen, wenn sie etwas stört. Eltern sollten ihre Vorstellungen gleich am Anfang ganz klar formulieren, denn erfahrungsgemäß wird es später eher schwieriger, etwas zu regeln.

Berliner Morgenpost: Was sollten Eltern unbedingt festlegen?

Silke Meißner: Neben der gewünschten zeitlichen Verfügbarkeit und dem Lohn sämtliche Aufgaben. Etwa, ob die Zubereitung einer Mahlzeit oder Hilfe bei den Hausaufgaben erwünscht ist. Und was nicht gewollt ist, zum Beispiel, dass die Kinder fernsehen. Darüber hinaus würde ich das Verhalten der Betreuung in der Wohnung ansprechen: ob sie die Schuhe ausziehen soll, sich Getränke nehmen darf, bestimmte Zimmer tabu sind. Es wäre schade, wenn die Betreuung der Kinder klappt, die Beziehung aber zwischenmenschlich scheitert.

Berliner Morgenpost: Welcher Stundenlohn ist angemessen?

Silke Meißner: Das richtet sich nach den Anforderungen. Kommt der Babysitter, um auf das schlafende Kind aufzupassen, kostet das rund sieben Euro. Für eine umfassende Nachmittagsbetreuung werden zwischen acht und zwölf Euro gezahlt. Selbstständig tätige Kinderbetreuer sind in der Regel teurer als Minijobber. Sie kosten bis zu 15 Euro.

Berliner Morgenpost: Von welchem Alter an kann man seine Kinder einem Babysitter anvertrauen?

Silke Meißner: Das geht schon mit acht Wochen - wenn bei der Betreuung die pädagogische Kompetenz vorhanden ist. Beim Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern ist zudem empfehlenswert, wenn ein spezieller "Erste-Hilfe-Kurse am Kind" besucht wurde.

Berliner Morgenpost: Und wie alt sollte die Kinderbetreuung sein? Kann auch das 14 Jahre alte Nachbarkind schon auf den Nachwuchs aufpassen?

Silke Meißner: Ich hätte da Bedenken. Es braucht eine gewisse Weitsicht, einen agilen Dreijährigen von der Kita abzuholen. Und nicht nur im Straßenverkehr, auch auf dem Spielplatz gibt es viele Gefahren. Außerdem können Minderjährige keine Haftung übernehmen, wenn es zu einem Problem kommt.

Berliner Morgenpost: Haben eigentlich auch Männer als Kinderbetreuer Chancen?

Silke Meißner: Natürlich. Eltern von schulpflichtigen, sportlich aktiven Kindern fragen bei uns häufig männliche Betreuer nach.

Das Interview führte Beatrix Fricke. pme Familienservice verfügt in Berlin und Umgebung über einen Pool von 800 geprüften Kinderbetreuern und vermittelt ausschließlich im Auftrag von Unternehmen, Behörden und Verbänden.

Berliner Morgenpost, 20.7.2010

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